deutsche eishockey-liga 2
Ludwigsburg | 08. Januar 2018

Steelers im Wechselbad der Gefühle

Drittes Saisonderby, erste Niederlage: Eishockey-Zweitligist SC Bietigheim-Bissingen kassierte gestern ein 5:6 nach Penaltyschießen bei den Heilbronner Falken, bleibt aber souveräner Tabellenführer.

Sechs Spieler, aber nur ein Puck: Vollversammlung vor Steelers-Torhüter Sinisa Martinovic.Foto: Baumann
Sechs Spieler, aber nur ein Puck: Vollversammlung vor Steelers-Torhüter Sinisa Martinovic.Foto: Baumann

heilbronn/Bietigheim-bissingen. Die Steelers hatten einen weiteren Ausfall zu beklagen: Stürmer Benjamin Zientek musste am Freitag beim 5:1 gegen Bad Tölz das Eis mit Verdacht auf Gehirnerschütterung verlassen und fehlte in Heilbronn. Die Falken, die zuletzt 21 von 24 möglichen Punkten geholt hatten, starteten äußerst selbstbewusst ins Derby und lagen nach drei Minuten durch den Ex-Steeler Mark Heatley bereits in Führung.

Doch Bietigheim kam schnell wieder in die Spur und schaffte im Powerplay den Ausgleich durch Dominic Auger (10. Minute). Der Tabellenführer hatte jetzt seinen Rhythmus gefunden und erfreute die mitgereisten Fans unter den 3522 Zuschauern in der Kolbenschmidt-Arena mit dem 2:1-Führungstreffer in der 14. Minute durch Matt McKnight.

Heilbronn zeigte sich kurz beeindruckt und kämpfte sich zurück. Innerhalb von drei Minuten drehten die Unterländer die Partie durch Tore von Brandon Alderson (27.) und Richard Gelke (30.). Heatley setzte mit dem 4:2 in der 33. Minute sogar noch einen drauf. In Überzahl verkürzte Shawn Weller auf 4:3 (37.). Jetzt hatte Bietigheim wieder Oberwasser und lag nach Toren von Tyler McNeely (46.) und Freddy Cabana (54.) plötzlich wieder mit 5:4 vorne. Doch ein verwandelter Penaltyschuss von Justin Kirsch sorgte in der 58. Minute für das 5:5 und die Verlängerung, die torlos blieb. Im Penaltyschießen sicherten sich die Falken den Zusatzpunkt.

Am Freitagabend im Heimspiel gegen Aufsteiger EC Bad Tölz kamen die Steelers erst spät in Schwung und tüteten den 5:1-Erfolg mit einem Doppelschlag innerhalb von sechs Sekunden im Schlussdrittel ein. „Es ist nicht so einfach, als Tabellenführer immer die Motivation zu finden“, sagte Trainer Kevin Gaudet, der ein schwaches zweites Drittel seines Teams sah, in dem einmal mehr Torhüter Sinisa Martinovic dafür sorgte, dass das Match nicht kippte. Vor 2635 Zuschauern in der Ege Trans-Arena funktionierte gleich das erste Powerplay der Bietigheimer, die in der 8. Minute durch Matt McKnight in Führung gingen. Der erfolgreichste Torjäger der Deutschen Eishockey-Liga 2 erzielte in der 38. Minute auch den zweiten Treffer für die Gastgeber, die zuvor in der 23. Minute den Ausgleich durch Philipp Schlager schlucken mussten, als mit Bastian Steingroß und Shawn Weller gleich zwei Spieler auf der Strafbank schmorten.

Auf Siegkurs brachte den Spitzenreiter Freddy Cabana mit seinem Treffer zum 3:1 in der 46. Minute, ehe Weller (4:1) und Steingroß (5:1) sechs Minuten später binnen sechs Sekunden alles klar machten.

von karl-heinz ullrich
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