deutsche eishockey-liga 2
Ludwigsburg | 28. Januar 2017

Steelers kommen erst spät in Fahrt

Dicke Bretter bohren musste Eishockey-Zweitligist SC Bietigheim-Bissingen gestern Abend, bis der 4:1-Sieg gegen die Lausitzer Füchse in trockenen Tüchern war.

Kein einfaches Spiel haben Sebastian Alt (grün) und die Steelers gegen Weißwasser. Foto: Baumann
Kein einfaches Spiel haben Sebastian Alt (grün) und die Steelers gegen Weißwasser. Foto: Baumann

Nach einem kleinen Durchhänger inklusive einer 2:6-Abfuhr im Derby bei den Heilbronner Falken hatten die Steelers zuletzt mit drei Siegen innerhalb von fünf Tagen wieder zurück in die Spur gefunden.

Doch die Gäste aus Weißwasser, die zwei Niederlagen in Folge im Gepäck hatten, benötigten lediglich 20 Sekunden zur Führung durch Patrik Parkkonen, der das Tor umkurvte und Steelers-Keeper Sinisa Martinovic ausmanövrierte.

Die Füchse wirkten zu Beginn spritziger und zielstrebiger. Bietigheim, das auf den erkrankten David Rodman verzichten musste, fand vor 2486 Zuschauern in der Ege Trans-Arena nur schwer seinen Rhythmus und leistete sich in der Defensive einige haarsträubende Schnitzer.

Füchse-Coach Hannu Järvenpää hatte eine klare Marschroute ausgegeben: „Wenn wir in Bietigheim etwas erreichen wollen, müssen wir ein hohes Tempo gehen – in der Offensive und besonders in unserer Verteidigungszone.“

Der Plan ging im ersten Drittel komplett auf und die Sachsen blieben auch nach der ersten Pause ihrer Linie treu. Die Steelers taten sich weiter schwer, Torchancen zu kreieren. Zudem zündete das Powerplay zunächst nicht und in der Abwehr agierten Kapitän Adam Borzecki und Co. auch weiter ungewohnt nervös. Die Füchse blieben mit ihren schnörkellos vorgetragenen Kontern jederzeit gefährlich.

Der erste Frust des Spitzenreiters entlud sich nach 37 Minuten in einem Handgemenge zwischen Steelers-Verteidiger Rob Brown und Jakub Svoboda. Beide erhielten eine Denkpause auf der Strafbank.

Eine ordnende Hand wie Spielmacher Justin Kelly wurde gestern schmerzlich vermisst. Der Kanadier, der nach einer Gehirnerschütterung seit mehreren Monaten kein Spiel mehr bestritten hat, wird aller Voraussicht nach im Februar sein Comeback im Steelers-Trikot geben.

Nach einem torlosen zweiten Drittel versuchte die Mannschaft von Trainer Kevin Gaudet das Tempo zu erhöhen, aber erst eine energische Einzelleistung von Benjamin Zientek trug Früchte. Sein präziser Schlenzer bedeutete in der 50. Minute den 1:1-Ausgleich. Jetzt war der Knoten geplatzt, denn nur eine Minute später schlug Max Lukes zu und traf zum 2:1. Den Deckel drauf machte in der 55. Minute Marcus Sommerfeld mit dem 3:1. Den Endstand zum 4:1 besorgte in der Schlussminute Matt McKnight.

Für die Steelers geht es am Sonntag um 18.30 Uhr mit dem Auswärtsspiel bei den Ravensburg Towerstars weiter.

von karl-heinz ullrich
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