Ludwigsburg | 04. April 2018

Steelers nach der Lehrstunde unter Druck

In Frankfurt sind die Bietigheimer Eishockeyspieler nach der Niederlage am Montagabend unter Zugzwang

Matt McKnight trifft heute Abend erneut auf die Löwen.Foto: Baumann
Matt McKnight trifft heute Abend erneut auf die Löwen.Foto: Baumann

Lange alles im Griff gehabt, dann aber doch den Kürzeren gezogen. Für die Bietigheim Steelers setzte es am Montagabend gegen die Löwen Frankfurt eine bittere 4:6-Niederlage im dritten Play-off-Halbfinalspiel der Deutschen Eishockeyliga 2.

Doch Zeit zum Verdauen bleibt kaum. Nun gilt in der Eissporthalle Frankfurt (heute, 19.30 Uhr): Verlieren verboten, will das Team von Trainer Kevin Gaudet nicht in die unkomfortable Situation geraten, drei Spiele in Serie gegen den DEL 2-Meister gewinnen zu müssen. Frankfurt führt in der Best-of-seven-Serie derzeit mit 2:1.

30 Minuten sah am Montag alles danach aus, als würden die Steelers den Löwen in der Ege Trans-Arena keine Chance lassen. In diesen 30 Minuten schossen in der Offensive die Topscorer Shawn Weller und Matt McKnight eine 2:0-Führung heraus. Die Defensive um Keeper Ilya Sharipov ließ währenddessen gegen den Meister aus Frankfurt kaum etwas zu.

Das einzige Haar in der Suppe war ein Stockfehler von Marcus Sommerfeld gegen Clarke Breitkreuz an der Blauen Linie. Die Folge war ein Penalty und das 1:2 aus Sicht der Löwen. Aus der Ruhe ließ sich Bietigheim davon aber nicht bringen, Tyler McNeely stellte den alten Abstand mit seinem 3:1-Treffer wieder her.

„Die ersten 30 Minuten können wir, denke ich, nicht besser spielen“, lobte Steelers-Coach Gaudet nach dem Spiel den starken Auftritt seiner Grün-Weißen in der ersten Hälfte des Spiels.

Dass Gaudets Laune nach der Partie nicht sonderlich gut war und auch die Spieler konsterniert auf dem Eis standen, lag daran, dass die Steelers nur kurz nach diesen 30 Minuten plötzlich mit einem 3:5-Rückstand ins Schlussdrittel gehen mussten. „Da kam ein Fehler nach dem anderen“, monierte Gaudet. Dank der Klasse der Frankfurter wurden diese sofort bestraft. „Wir haben jedes Mal bezahlt“, sagte Gaudet und fügte mit seinem kanadischen Akzent an: „Es ist ein harter Unterricht.“

Die harte Schule bekam auch Steelers-Keeper Sharipov zu spüren. Der 23-Jährige, der vergangene Woche erst seinen Vertrag verlängert hatte, wurde von Gaudet vom Eis genommen und im dritten Drittel durch den 37-jährigen Routinier Sinisa Martinovic ersetzt.

Im ersten Play-off-Auswärtsspiel gegen Frankfurt setzte es eine 1:3-Niederlage. Auch damals gingen die Steelers zunächst in Führung und die Löwen drehten das Spiel.

Philipp Böhl
Weitere Artikel aus diesem Ressort
Anzeige