Deutsche eishockey-liga 2
Ludwigsburg | 18. April 2017

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Der vierte Zweitliga-Titel ist für den Eishockeyclub SC Bietigheim-Bissingen in weite Ferne gerückt. Die Steelers verloren gestern auch das zweite Finalduell bei den Löwen Frankfurt mit 0:4.

Einen schweren Stand hatte Steelers-Topscorer Matt McKnight (rechts) in den beiden ersten Spielen gegen Frankfurt (links Lukas Laub).Foto: bm
Einen schweren Stand hatte Steelers-Topscorer Matt McKnight (rechts) in den beiden ersten Spielen gegen Frankfurt (links Lukas Laub).Foto: bm

Nachdem der Vizemeister bereits den Auftakt am Ostersamstag vor eigenem Publikum vergeigt und trotz einer beeindruckenden Aufholjagd am Ende mit 5:7 das Nachsehen hatte, gingen die Schwaben auch gestern in der Eissporthalle am Frankfurter Ratsweg leer aus und sind nach der 0:4-Niederlage bereits mächtig unter Zugzwang geraten. Denn die Hessen benötigen jetzt nur noch zwei weitere Erfolge, um sich die Meisterschaft in der DEL 2 zu sichern.

Die Steelers sind also am Mittwoch gefordert, wenn um 20 Uhr in der Ege Trans-Arena Play-off-Finalspiel Nummer drei beginnt.

Am Ostermontag bekamen die Schwaben, die wieder mit Justin Kelly antraten, viel zu selten Zugriff auf das Match, das von den die bissigen Löwen dominiert wurde. Vor 7000 Zuschauern drückte Frankfurt aufs Tempo und nutzte das erste Powerplay in der 12. Minute zur Führung durch Matt Pistilli, dessen Schuss noch leicht abgefälscht wurde.

Die Gastgeber setzten nach und hatten Erfolg: Christoph Gawlik erhöhte in der 31. Minute aus dem Gewühl heraus auf 2:0 und 43 Sekunden nach Beginn des dritten Drittels versetzte Brett Breitkreuz Bietigheim mit dem 3:0 schon den K.-o.-Schlag. Shawn Weller und Rob Brown versuchten sich noch mit Faustkämpfen, bevor Eric Stephan mit dem 4:0 in der 58. Minute für den Schlusspunkt sorgte.

Zum Finalauftakt am Ostersamstag hatte es in der mit 4438 Besuchern so gut wie ausverkauften Ege Trans-Arena das erwartete Offensivspektakel gegeben. Nicht eingeplant waren allerdings die Aussetzer der Steelers, die sich durch haarsträubende Fehlpässe in der eigenen Zone und unnötige Strafzeiten mehr oder weniger selbst auf die Verliererstraße brachten.

Frankfurt, mit viel Tempo und Konterstärke ausgestattet, nahm die Einladungen dankend an, verbuchte eine 3:0-Führung nach dem ersten Drittel und lag nach 39 Minuten scheinbar uneinholbar mit 6:2 vorne.

Doch aufgeben war offenbar keine Option für den Hauptrundenersten, der sicher auch davon profitierte, dass der starke Löwen-Keeper Brett Jaeger in der 30. Minute verletzt vom Eis musste und Platz machte für Florian Proske. Bietigheim kam jetzt so richtig ins Rollen. Marcus Sommerfeld (40.), Benjamin Zientek mit einem herausragenden Soloritt (48.) und erneut Sommerfeld (53.) verkürzten auf 5:6, so dass es die Steelers-Fans nicht mehr auf ihren Sitzen hielt.

Das Happy End blieb jedoch aus, Brett Breitkreuz besiegelte die Niederlage mit seinem Tor zum 5:7, als Bietigheims Trainer Kevin Gaudet Torhüter Sinisa Martinovic vom Eis genommen hatte. „Wir sind sehr gut gestartet, haben dann aber dumme Strafen genommen und uns mehrere Gehirnfürze geleistet“, klagte Gaudet. Insbesondere Stürmer Shawn Weller war im ersten Drittel indisponiert.

Frankfurt, von rund 700 lautstarken Fans unterstützt, spielte seine Stärken aus und setzte Wirkungstreffer durch Brett Breitkreuz (8.), Lukas Laub (18.) und Eric Stephan (19.). Bietigheim, das auf Frederik Cabana, Justin Kelly und nach dem ersten Spielabschnitt auch auf David Wrigley verletzungsbedingt verzichten musste, behielt den Kopf oben, leistete sich aber auch im zweiten Drittel einige Unzulänglichkeiten, so dass die Aufholjagd nach zwei Powerplaytoren von Robin Just (23. und 29. Minute) zunächst im Ansatz stecken blieb, da die Hessen durch Breitkreuz (23.), Richard Mueller (26.) sowie Christoph Gawlik (39.) eiskalt konterten. „Wenn bei uns Topspieler ausfallen, wird es ganz schwer“, musste Gaudet einräumen.

von karl-heinz ullrich
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