Ludwigsburg | 18. Mai 2018

Dietrich: Immer auf den Tag X vorbereitet sein

Der Präsident des VfB Stuttgart, Wolfgang Dietrich, hat in seinem Vortrag mit dem Thema „Erfolg ist planbar“ am Mittwochabend über die langfristige Strategie des VfB, den aktuellen Trainer und geplante Transfers referiert.

Wolfgang Dietrich.Foto: Baumann
Wolfgang Dietrich.Foto: Baumann

Es lasse sich leichter über das Thema „Erfolg ist planbar“ reden, wenn man gerade in der Fußball-Bundesliga mit dem VfB Stuttgart gegen den FC Bayern München mit 4:1 gewonnen hat, sagte Bernd Hertweck. Der Vorstandsvorsitzende der Wüstenrot Bausparkasse hatte am Mittwochabend Wolfgang Dietrich, den Präsident des VfB, zum Turmgespräch im 17. Stock des Wüstenrot-Hochhauses begrüßt. „Glück gehabt“, fügte Hertweck dann noch mit einem Grinsen an.

Dass jedoch nicht Glück, sondern konsequente Planung hinter dem Erfolg der Stuttgarter steht, versuchte Dietrich in der Folge ausführlich darzulegen. Nach einer starken Rückrunde unter dem neuen Trainer Tayfun Korkut liebäugelt der VfB sogar mit der Teilnahme am Europapokal .

„Wir hatten nach dem Abstieg eine Vier- bis Fünf-Jahresplanung“, so Dietrich, der die Stuttgarter 2016 nach dem Gang in die Zweite Liga als Präsident übernommen hat. Dass dieser Plan durch Unregelmäßigkeiten durcheinandergebracht werden kann – damit hatte Dietrich ohnehin gerechnet. Gerade auf den Positionen des Sportvorstandes und des Trainers. „Da wird es nie Kontinuität geben“, spielte der 69-Jährige auf die Entlassungen des ehemaligen Sportvorstandes Jan Schindelmeiser sowie des Trainers Hannes Wolf an. „Stellen Sie sich nur vor, Tayfun Korkut ist im nächsten Halbjahr wieder so erfolgreich“, sagte Dietrich dann mit Blick auf das mögliche Interesse größerer Vereine und fügte an: „Man muss immer auf den Tag X vorbereitet sein.“

Ein Risiko, das Dietrich gerne eingeht. Denn damit Korkut auch in der nächsten Saison erfolgreich arbeiten kann, haben die Schwaben bereits zwei Tage nach dem letzten Bundesliga-Spieltag überrascht und gleich fünf neue Spieler präsentiert. „Der VfB ist zum ersten Mal in der Lage, zwei Tage nach Saisonende einen Kader präsentieren zu können, der – wenn morgen die Saison anfangen würde – besser wäre als der der letzten Saison.“

Auch hier hat der jahrelange VfB-Fan Dietrich aber noch eine Baustelle ausgemacht. „Wir brauchen auf der Sechs und auf der Acht neue Spieler“, kündigte er Verstärkungen im zentralen Mittelfeld an. Einen zeitnahen Transfer schloss er zwar aus, schielt jedoch auf eine große Lösung. „Wir bauen darauf, dass bei den Topvereinen ein Topmann übrig bleibt.“

Guter Anreiz für eventuelle Neuzugänge ist ohnehin die mögliche Europa-League-Teilnahme. Bedenken, dass es dem VfB wie Negativbeispielen Köln und Freiburg aus der Vergangenheit ergehen könne, die der Doppelbelastung nicht gewachsen waren, hat Dietrich aber keine. „Köln ist nicht an der Europa League gescheitert, sondern an anderen Problemen“, so Dietrich. „Wir werden unsere Kaderplanung wegen der Euro League nicht ändern, nur etwa zwei Spieler mehr haben.“

Und dennoch hat ihn zumindest die eigene Vergangenheit etwas gelehrt: „Der VfB hat in den letzten 125 Jahren immer bewiesen, dass wenn es gut lief, es daraufhin beschissen gelaufen ist“, sorgte Dietrich für einen Lacher bei den Gästen im Wüstenrot-Hochhaus. „Deshalb müssen wir jetzt das Eisen schmieden, solange es heiß ist.“

Philipp Böhl
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