Fußball-Bundesliga
Stuttgar | 15. Januar 2018

Glücklicher Sieg macht Gomez- Heimkehr zum Erfolg

Der VfB Stuttgart ist erfolgreich in das Fußball-Jahr 2018 gestartet. Beim 1:0-Sieg im Bundesliga-Duell über Hertha BSC überzeugte Rückkehrer Mario Gomez. Im Offensivspiel offenbarten die abstiegsbedrohten Schwaben erneut Schwächen.

Mario Gomez zurück im Trikot des VfB Stuttgart. Foto: Baumann
Mario Gomez zurück im Trikot des VfB Stuttgart. Foto: Baumann

Stuttgart. Da ist er also wieder: Mario Gomez zurück im Trikot des VfB Stuttgart – Torjäger, Fanliebling, Symbolfigur besserer Stuttgarter Tage, als der VfB um die Meisterschaft der Fußball-Bundesliga spielte, sie 2007 gewann und regelmäßig im internationalen Wettbewerb vertreten war, sogar in der Champions League. Keine sechs Minuten dauerte es am Samstag beim 1:0-Sieg über Hertha BSC, bis der 32-Jährige das erste Mal gefährlich vor dem Tor der Berliner auftauchte. Sein Kopfball ging nur um wenige Zentimeter vorbei.

Danach waren die romantischen Erinnerungen aber schnell verflogen. Denn insgesamt war der Erfolg gegen Hertha glücklich. Stuttgart bekam kaum ein flüssiges Offensivspiel zustande und wurde selten gefährlich. Die Gäste spielten zurückgezogen und lauerten auf Freiräume.

Dass die Voraussetzungen ganz anders sind, als bei seinem Abschied 2009 betonte auch Gomez nach dem Spiel: „Die Realität ist, dass wir im Abstiegskampf sind, den müssen wir annehmen. Wir müssen die Spiele gewinnen, egal wie.“

Zumindest das klappte. Denn neben Gomez spielte das Glück in der spielentscheidenden Szene eine tragende Rolle. Der eingewechselte Daniel Ginczek spielte in die Spitze, dort kam Gomez zuerst an den Ball und wurde von Niklas Starke umgerannt. Im Fallen lupfte der Berliner den Ball versehentlich über den eigenen Keeper hinweg ins Tor. Das Kuriose: Im ersten Moment registrierte den Treffer kaum jemand, da der Großteil der 57 181 Zuschauer und der Spieler auf dem Feld den Blick auf Schiedsrichter Dr. Felix Brych richtete und auf den Elfmeterpfiff wartete (78. Spielminute).

Als Torschütze wurde Gomez gefeiert, nach der Partie sagte er mit einem Schmunzeln: „Es war unser Tor.“ Auch die kurze Verwirrung lächelte er hinweg: „Völlig falsch beobachtet. Ich habe sofort gewusst, was los ist, und das Tor gerne mitgenommen.“

Ein eigener Treffer blieb der Nummer 27 bei seiner Rückkehr aber versagt. Zufrieden mit seiner Leistung waren die VfB-Verantwortlichen dennoch: „Er war anspielbar, er war präsent, er hat Bälle festgemacht, er war gefährlich. Da gibt es keinen Zweifel: Mario Gomez wird uns in der Rückrunde entscheidend weiterhelfen“, sagte Sportvorstand Michael Reschke am Ende, des für Gomez besonderen Tages.

Trotz der Routine von 282 Bundesliga-Spielen berichtete der Stürmer, wie es bei ihm gekribbelt habe: „Das hat mich an meine ersten Tage erinnert, als die Bundesliga noch etwas total Galaktisches für mich war.“ Er sagte aber auch: „Ich hatte keine Gänsehaut, man muss es jetzt auch nicht übertreiben.“

Auch Ron-Robert Zieler versuchte, ein wenig auf die Euphorie-Bremse zu treten. „Natürlich ist er ein Führungsspieler, wir sind froh, dass er da ist. Aber es war heute erst ein Spiel. Mario ist ein Teil der Mannschaft“, resümierte der Torhüter. Es war nicht nur Gomez, der in einer spielerisch dürftigen, aber kämpferisch starken Leistung des VfB herausstach. Der Vorsatz, sich im Spiel nach vorne zu verbessern, wurde nur wenig erfüllt. „Es waren Ansätze da, mehr aber auch nicht“, sagte Kapitän Christian Gentner.

Ein Sonderlob sprach Michael Reschke an Timo Baumgartl aus und verband es gleichzeitig mit einer Forderung: „Der hat heute ein Spiel gemacht, das war nationalmannschaftsreif, auf ganz hohem Niveau. Er muss jetzt dieses Spiel als Messlatte für sich selbst nehmen. Das ist das, was er nachzuweisen hat.“

Glück hatte die VfB-Abwehr um Baumgartl allerdings zweimal: Als Valentino Lazaro nur den Pfosten traf (23.) und Salomon Kalou den Ball freistehend über das leere Tor köpfte (41.). In der zweiten Hälfte ließ Stuttgart nichts mehr zu, was Trainer Hannes Wolf zufrieden stimmte: „Die zweite Halbzeit war sicherlich besser, ohne, dass wir die Sterne vom Himmel gespielt haben.“

Eine weitere richtungsweisende Partie steht für den VfB nächsten Samstag bei Mainz 05 an.

Marco Jaisle
Weitere Artikel aus diesem Ressort
Anzeige
Fußball-Tabellen
Sporttabellen Fußball