Fußball
Ludwigsburg. | 18. August 2018

Saisonbeginn mitten in den Sommerferien

Die Karten in der Kreisliga A sind neu gemischt. Am Sonntag geht es in den drei Staffeln des Fußballbezirks Enz/Murr los. Die Ausgangslage ist unterschiedlich. Kritik gibt es am frühen Start, mitten in den Sommerferien.

Der Einsatz zählt: Am Wochenende beginnt die Fußballsaison in den Kreisligen. Archivfoto: Baumann
Der Einsatz zählt: Am Wochenende beginnt die Fußballsaison in den Kreisligen. Archivfoto: Baumann

Wie in der Bezirksligasaison 2015/16 haben die Fußballer des TSV Grünbühl auch zuletzt den Klassenverbleib verpasst und treten nun wieder in der Kreisliga A 1 an. Vom erneuten direkten Wiederaufstieg ist vor Saisonbeginn jedoch keine Rede: „Wir haben ein gutes Gefühl, aber das Ziel Aufstieg können wir nicht ausgeben“, sagt Abteilungsleiter Bernd Klostermann.

Einige Spieler haben den Verein verlassen, Patrick Wechsung, Christian Bleile, Cüneyt Özet (alle SKV Eglosheim) und drei A-Jugendspieler sind dazugekommen. Der prominenteste Zugang ist aber der Trainer. Markus Fendyk führt die Mannschaft seit Vorbereitungsbeginn. Der 55-Jährige trainierte zuvor die höherklassigen Teams SpVgg 07 Ludwigsburg, SV Salamander Kornwestheim und TV Pflugfelden. Die Vorbereitung lief laut Klostermann aufgrund vieler urlaubsbedingter Ausfälle durchwachsen. Er kritisiert den frühen Beginn. „Wenn wir im Februar statt im März mit der Rückrunde beginnen würden, könnten wir im Sommer später starten. Das sollte überarbeitet werden.“

Für Grünbühl geht es gleich am Sonntag um 15 Uhr gegen einen starken Gegner. Denn den TSV Affalterbach zählt Klostermann neben Topfavorit TSV Benningen und dem FV Ingersheim zu den Meisterschaftskandidaten. Der Vorjahresvierte Ingersheim verstärkte sich unter anderem mit Rückkehrer Alexander Wagner und Patrick Maier von Bezirksliga-Spitzenteam Croatia Bietigheim. Wagner führte den FVI in der Bezirksliga-Saison 2014/15 als Kapitän zur Meisterschaft. Damals stand der kürzlich verstorbene Fritz Schweizer als Trainer an der Seitenlinie.

Geheimfavorit AKV Ludwigsburg

Nach dem zweiten Rang im Vorjahr wird auch Affalterbach hoch gehandelt, zumal die Mannschaft zusammenblieb und somit dem TSV Benningen unter Trainer Rainer Schreiber den direkten Wiederaufstieg streitig machen könnte. Als Geheimfavorit gilt Aufsteiger AKV Ludwigsburg. Der Meister der Kreisliga B 1 hat sich mit den etablierten Bezirksligaspielern Ermal Gashi und Deniz Cello von Croatia Bietigheim verstärkt.

Neu geschaffen wurde die SG SpVgg 07 Ludwigsburg II/Spvgg Schlößlesfeld. Nun bilden das Team etwa zur Hälfte Spieler beider Lager, berichtet Ralf Kussmaul, 1. Vorsitzender der Spvgg Schlößlesfeld. „Das Ziel kann nur der Klassenverbleib sein“, sagt Kussmaul. 20 bis 30 Leute seien im Training. Bereits seit Monaten laufen zwischen Schlößlesfeld und 07 Verhandlungen über eine Verschmelzung. Wie viele Vereine kritisiert Kussmaul den frühen Saisonbeginn: „Ohne die Spielgemeinschaft hätten wir große Probleme. Ich verstehe das nicht.“

Geografisch gesehen fehl am Platz in der Richtung Leonberg verorteten A 2-Staffel sind der TSV Asperg und der VfB Tamm. Trotzdem dürften sich beide über die Rückkehr in die A-Klasse freuen. Während die beiden Lokalrivalen den Klassenverbleib anpeilen, gilt der ehemalige Verbandsligist TSV Münchingen als Favorit.

In der Kreisliga A 3 wurde von vielen der TASV Hessigheim als Aufstiegsfavorit genannt. Doch TASV-Trainer Rico Scheurich relativiert das: „Wir wollen einen einstelligen Tabellenplatz, uns taktisch weiterentwickeln und die Neuzugänge integrieren.“

Zwar habe der TASV, „wenn alle im Saft stehen, eine stärkere Mannschaft als letztes Jahr“, als man Vierter wurde, gibt Scheurich zu. Jedoch waren Jerome Wahl, der neue Co-Spielertrainer, und Raffael Cervone (beide von Croatia Bietigheim) zuletzt verletzt. Zudem kamen Filippo Russo und Nicola Caizzi von Germania Bietigheim, wurden dort aber vornehmlich in der zweiten Mannschaft eingesetzt. Russo sollte aber angesichts von 25 Toren in 14 Einsätzen in der Kreisliga B eine sofortige Verstärkung sein. Langfristig will der TASV in die Bezirksliga. „Im ersten Jahr wollen wir uns finden, im zweiten Jahr angreifen.“

Den Aufstieg in die Kreisliga A hat Hessigheims neuer Konkurrent SV Walheim mit einer jungen Mannschaft erreicht. Obligatorisch daher die Zielsetzung des Trainers Detlef Antoni: „Der Klassenerhalt“, sagt er knapp. Auch ihm kommt der frühe Start nicht gelegen: „Die Spieler geben sich mehr oder weniger die Klinke in die Hand mit Urlauben.“

Bei den Neuverpflichtungen setzt Antoni auf alte Bekannte und direkte Verwandtschaft. Patrick Kempf, Nuri Akpinar und Dani Da Silva kommen aus der zweiten Mannschaft von 08 Bissingen. Genauso wie sein Sohn Nico. „Alte Beziehungen, die habe ich alle schon trainiert“, sagt Detlef Antoni. Aufstiegsfavorit ist für ihn der TSV Phönix Lomersheim.

Marco Jaisle und Philipp Böhl
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