Fußball-Bundesliga
Ludwigsburg | 16. April 2018

VfB nach spätem Ausgleich enttäuscht

Der VfB Stuttgart hat einen Heimsieg gegen Hannover 96 in letzter Minute verschenkt. Nach dem 1:1 sind die Beteiligten des Fußball-Bundesligisten enttäuscht. Für Sportvorstand Michael Reschke besteht dennoch Planungssicherheit.

Satter Schuss: Erik Thommy erzielt mit das zwischenzeitliche 1:0.Foto: Eibner
Satter Schuss: Erik Thommy erzielt mit das zwischenzeitliche 1:0.Foto: Eibner

Stuttgart. Eigentlich hatte der VfB Stuttgart das Bundesliga-Spiel gegen Hannover 96 schon gewonnen. Die Nachspielzeit von 2 Minuten war bereits angezeigt und es schien, als hätten die Gastgeber alles im Griff. Doch der Eindruck täuschte. In einem letzten verzweifelten Versuch spielte Hannovers Miiko Albornoz hoch in den Strafraum, Torjäger Niklas Füllkrug köpfte den Fußball über Ron-Robert Zieler zum 1:1-Endstand ins Tor.

„Bitteres Ende“, sagte VfB-Coach Tayfun Korkut nach der Partie. Statt mit 41 Punkten stehen die Stuttgarter nun mit 39 Zählern da. Auch wenn sich kaum einer mehr einen Abstieg der Schwaben vorstellen kann, weigerte sich Korkut, einen Haken unter das Thema Klassenverbleib zu machen. „Wir sind ganz nah dran. Heute wollten wir es aktiv zu Ende bringen, ohne weiter darauf achten zu müssen, was die anderen machen. Deshalb sind wir enttäuscht.“

Schwache Bundesliga-Begegnung

Zuvor sahen die 57 131 Zuschauer in der Mercedes-Benz-Arena eine schwache Begegnung. Über weite Strecken fehlten dem Duell Tempo und Dynamik, beide Teams taten sich schwer damit, Chancen zu erspielen. Symptomatisch für das Niveau der Partie eine Szene in der Schlussphase der ersten Hälfte. Hannovers Keeper Philipp Tschauner wollte den Ball ins Seitenaus klären, doch das Spielgerät glitt ihm über den Spann. Bei der folgenden Ecke rutschte Dennis Aogo aus, die Kugel landete auf dem Tornetz.

In der 53. Minute brachte der agile Erik Thommy den VfB mit einem sehenswerten Tor aus 18 Metern in Führung. Er rundete damit seine starke Leistung ab. „Eigentlich haben wir in der zweiten Halbzeit nicht viel zugelassen. Das Einzige was gefehlt hat, war, dass wir das zweite Tor nicht machen. Die Möglichkeiten waren da“, analysierte Korkut. Oft spielten die Schwaben ihre Konter aber nicht mit letzter Konsequenz zu Ende. Mit Bedacht auf Sicherheit rückten meist zu wenig Spieler nach. So verpufften viele Chancen auf Gegenstöße. „Ich hatte das Gefühl, dass hintenraus etwas die Pumpe ausgegangen ist“, sagte Aogo, der erneut auf der Sechser-Position auflief. Gestört hätte sich daran am Ende wohl niemand, wäre nicht doch noch der Ausgleich gefallen. Obwohl Zieler dabei weit vor dem Tor stand, machte dem Keeper niemand einen Vorwurf. „Es ist ärgerlich, dass ich da einen Schritt nach vorne mache“, sagte Zieler selbst.

Zuvor hatte Holger Badstuber das Kopfball-Duell mit Füllkrug deutlich verloren. Ausgerechnet Badstuber, der stets betont, gerne wieder in der Champions League spielen zu wollen und mit dem der VfB seit Wochen um eine Verlängerung des Vertrages verhandelt. Auch in den vergangenen Tagen wurde gesprochen – ohne Ergebnis. „Wir haben uns vertagt. Holger hat einen internationalen Markt, aber auch der VfB hat Argumente. Er hat um etwas Zeit gebeten. Das ist in Ordnung“, sagte Sportvorstand Michael Reschke.

Ein gutes Argument ist sicher die Planungssicherheit, denn Reschke zweifelt nicht mehr am Klassenverbleib. „Mit 39 Punkten kannst du nicht mehr absteigen – geht gar nicht. Mit 39 Punkten bleibst du in der Liga, das ist völlig klar.“ Das vereinfacht die Arbeit des 60-Jährigen, nicht nur im Fall Badstuber. Auch der Kontrakt mit Außenverteidiger Emiliano Insua läuft aus. „Wasserstandsmeldungen“ wollte Reschke nicht abgeben.

Marco Jaisle
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