Ludwigsburg | 27. März 2017

Bietigheim siegt endlich auch in Oldenburg

Frauen der SG sind in der Handball-Bundesliga zum ersten Mal im Norden erfolgreich – Gute Abwehrarbeit beim 30:22

Antje Lauenroth.Archivfoto: Baumann
Antje Lauenroth.Archivfoto: Baumann

Premiere für die SG BBM Bietigheim. Beim 30:22 feierten die Handballerinnen erstmals einen Bundesliga-Sieg in Oldenburg. „Das ist der neue deutsche Meister“, meinte VfL-Nationalspielerin Angie Geschke nach der Partie. Bis dahin ist es zwar noch weit, das BBM-Team ist als souveräner Tabellenführer aber auf dem besten Weg zum Titel.

In der Anfangsviertelstunde blieb im SG-Angriff vieles Stückwerk, dafür funktionierte die Abwehr prächtig. Immer wieder stießen BBM-Spielerinnen aus der 6:0-Abwehr nach vorne, verstellten Passwege und zwangen Oldenburg zu Fehlern. Zudem war Valentyna Salamakha erneut in Top-Form und vereitelte viele VfL-Chancen. „Perfekte Leistung“, lobte Bietigheims Trainer Martin Albertsen die Ukrainerin, die durchspielte, weil Tess Wester im Training umgeknickt war. Es dauerte eine Viertelstunde, bis sich die ausgezeichnete Abwehrarbeit im Ergebnis niederschlug. Bis zum 10:8 hatten die Norddeutschen Anschluss gehalten, dann machten die Enzstädterinnen aus der Abwehr das Spiel schnell. Innerhalb weniger Minuten war der Vorsprung auf 14:8 gewachsen.

Beim Pausenpfiff stand es 17:10 für den Spitzenreiter. Das war aber noch nicht das Halbzeitergebnis. Angie Geschke brachte es fertig, mit einem noch auszuführenden direkten Freiwurf die SG-Abwehr zu überraschen und auf 17:11 zu verkürzen. Die deutliche Führung wog die Bietigheimerinnen in Sicherheit. Darunter litt die Konzentration. Weil Mile Hundahl und Antje Lauenroth klare Chancen ausließen, raufte sich Albertsen die Haare. Ob es am Ball lag, dass der SG in den ersten 13 Minuten der zweiten Hälfte nur zwei Treffer glückten? Mehrfach reklamierte Bietigheim fehlende Griffigkeit der Harzkugel.

Oldenburgs erfolgreichste Werferin Inger Smits (sieben Tore) hatte weniger Probleme mit dem Spielgerät. Die Rückraumspielerin war maßgeblich beteiligt, dass der SG-Vorsprung auf vier Tore schmolz. Bietigheim reagierte mit einer Auszeit. Der Weckruf zeigte Wirkung. Vor allem Susann Müller ließ es krachen. Nach zwei Kontertoren von Martine Smeets stand es 27:20. Fünf Minuten vor dem Ende war Oldenburgs Widerstand gebrochen.

SG: Salamakha, Wester; Biltoft, Visser (6), Lauenroth (4), Mack (1), N. Müller (4), Smeets (2), Baun Eriksen, Naidzinavicius (4/3), Hundahl (1), Woller (2), S. Müller (6).

Paul Herbinger
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