SG BBM
Bietigheim-Bissingen | 07. September 2018

Bietigheim will Meister vom Thron stürzen

Mit Vollgas in die neue Saison. Die Bietigheimer Handballerinnen werden gleich richtig gefordert. Innerhalb von fünf Tagen sind drei Spiele zu absolvieren. „Wir wollen den Meister vom Thron stürzen und selbst den Titel holen“, gibt Trainer Martin Albertsen das Saisonziel in der Bundesliga vor.

SG-Zugang Laura van der Heijden zeigt schon in den ersten Testspielen (hier gegen Frisch Auf Göppingen) ihre Qualitäten. Fotos (2): Marco Wolf
SG-Zugang Laura van der Heijden zeigt schon in den ersten Testspielen (hier gegen Frisch Auf Göppingen) ihre Qualitäten. Fotos (2): Marco Wolf

Am Samstag und Sonntag geht es für die Bietigheimer Bundesliga-Handballerinnen im polnischen Lublin um die Qualifikation zur Champions League, am kommenden Mittwoch steht die erste Bundesligapartie an. Geheimfavorit Bayer Leverkusen kreuzt in der Halle am Viadukt auf.

„Wir wollen den Meister vom Thron stürzen und selbst den Titel holen“, gibt Trainer Martin Albertsen das Saisonziel vor. Die letzte Saison nagt noch an dem erfolgsorientierten Dänen. Nachdem sein Team 2017 erstmals Meister geworden war und dabei alle 26 Spiele gewinnen konnte, musste die SG in der zurückliegenden Spielzeit nach großen personellen Problemen mit Platz zwei hinter dem Thüringer HC zufrieden sein. Der THC ist auch der Top-Favorit der neuen Runde. Albertsen hält dagegen: „Ich bin überzeugt, dass wir vor ihnen landen können, wenn wir von Verletzungen weitgehend verschont bleiben.“

Um die Bundesliga wieder als Meister abzuschließen, erstmals den deutschen Pokal zu gewinnen und die Champions League zu erreichen, wurde kräftig investiert. Auf und außerhalb des Spielfeldes. „Wir haben unsere Strukturen verbessert. Mit Florian Kister und Bastian Dörr kümmern sich zwei neue Mitarbeiter um Akquise, Sponsoring, Medien und Marketing“, unterstreicht Torsten Nick, der Geschäftsführer der SG BBM Frauen GmbH & Co. KG, die gewachsene Professionalität.

Dazu passen die sportlichen Transfers. Mit Torhüterin Dinah Eckerle, der schwedischen Rechtsaußen Daniela Gustin und der holländischen Rückraumspielerin Laura van der Heijden konnte Martin Albertsen drei Asse in sein Team integrieren. Linksaußen Kim Braun, eines der größten deutschen Talente, wechselte von Leverkusen an die Enz.

Besonders glücklich sind die Bietigheimer über die Rückkehr der lange ausgefallenen Kim Naidzinavicius sowie der jungen Mutter Maura Visser. „Kim ist nach ihrem Kreuzbandriss wieder richtig gut drauf, Maura nach ihrer Babypause heiß aufs Spielen. Beide werden uns viel Freude machen“, verspricht Albertsen.

Den SG-Kader bilden 15 Nationalspielerinnen aus sechs Ländern. Ein Top-Aufgebot. „Wir sind auf allen Positionen sehr gut besetzt – und das sogar doppelt“, sagt der BBM-Coach über sein Team. Der Thüringer HC scheint nach den Zugängen von Supertalent Emily Bölk, Linkshänderin Alicia Stolle und Flügelflitzerin Ina Großmann aber auf Augenhöhe.

„Der THC hat im Feld tolle Spielerinnen, aber vielleicht entscheiden die Torhüterinnen“, blickt Albertsen voraus. Er setzt auf Dinah Eckerle. Deutschlands Nummer eins, die aus Thüringen in ihre schwäbische Heimat wechselte, soll zum entscheidenden Faktor werden. Zusammen mit einer verbesserten Abwehr. „Wir werden meist 6:0 decken, aber mit individuell auf unsere Spielertypen ausgerichteten Feinheiten“, verrät Bietigheims Trainer, der durch den wieder zur Verfügung stehenden Mittelblick mit Kim Naidzinavicius und Maura Visser mehr Stabilität erwartet.

Alles spricht vom Zweikampf SG BBM gegen den Thüringer HC. Albertsen bezieht noch die TuS Metzingen, die mit André Fuhr einen der renommiertesten deutschen Trainer geholt hat, in seine Überlegungen ein. Überraschen könnten seiner Meinung nach Leverkusen und Dortmund, der neue Verein der Bietigheimerin Linda Mack. „Bayer hat sehr viele routinierte Nationalspielerinnen und die Borussia ist ein schlafender Riese, der irgendwann erwachen muss.“

Ein Goliath im deutschen Frauenhandball ist seit einigen Jahren auch Bietigheim. Eng verknüpft ist dies mit dem Namen Albertsen. Der kam im Januar 2015 zur SG. Zuvor hatte das Viadukt-Team in fünf Jahren fünf Trainer verschlissen. Der Däne blieb, sein Vertrag läuft bis 2019. „Ich bin sehr, sehr gern Trainer in Bietigheim. Hier passt einfach alles. Die Sponsoren unterstützen uns, die Zusammenarbeit mit dem Management ist ausgezeichnet. Gemeinsam wollen wir etwas Großes erreichen.“

Paul Herbinger
Weitere Artikel aus diesem Ressort
Anzeige
Handball-Tabellen
Sporttabellen Handball