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bietigheim-Bissingen | 19. Oktober 2018

Bietigheimer Herzblut reicht nicht

Großer Aufwand, geringer Ertrag: Handball-Bundesligist SG BBM Bietigheim erntete zwar viel Applaus für eine beherzte Vorstellung, doch die Punkte nahm der TSV GWD Minden mit nach Ostwestfalen.

Alles in die Waagschale geworfen: Dominik Claus (am Ball) setzt sich gegen Mindens Abwehr durch.Foto: Baumann
Alles in die Waagschale geworfen: Dominik Claus (am Ball) setzt sich gegen Mindens Abwehr durch.Foto: Baumann

1655 Zuschauer in der Ege Trans-Arena erlebten gestern Abend ein Spiel voller Wendungen, das erst in der Schlussminute entschieden wurde. Beim 30:28 (14:13) erwies sich Minden am Ende als einen Tick cleverer. „Das ist ganz bitter“, konstatierte ein sichtlich geknickter SG-Trainer Ralf Bader, der seinem Team nicht allzu viel vorwerfen konnte: „Es haben Kleinigkeiten gefehlt, wir haben gegen die Mannschaft der Stunde in der Liga sehr diszipliniert gespielt.“

Der Aufsteiger bleibt nach einem Sieg aus zehn Spielen Vorletzter, darf aber weiter auf den Ligaverbleib hoffen und kann sich jetzt auf das Kellerduell mit Schlusslicht Ludwigshafen am 1. November vorbereiten.

Gestern heizte zunächst das neue Maskottchen Viaduck den Fans mächtig ein. Schwungvoll startete auch die SG, die das 21:28 von Gummersbach offenbar nicht mehr in den Köpfen hatte. Spielmacher Jonas Link sorgte für eine schnelle 2:0-Führung, zudem vernagelte Domenico Ebner sein Tor.

Doch Minden, mit drei Siegen in Folge angereist, berappelte sich schnell und spielte seine körperliche Überlegenheit aus. Als die Gäste nach 18 Minuten mit 9:6 vorne lagen, nahm Bader die erste Auszeit. Doch bis zum 6:11 fiel sein Team durch schlecht vorbereitete Würfe und eine zu zaghaft zupackende Abwehr auf.

Da auch Minden nicht souverän wirkte, war Bietigheim bis zur Halbzeit beim 13:14 wieder dran. Nach der Pause führte Valentin Schmidt Regie und Patrick Weber (Bader: „Das war sein bisher bestes Spiel für uns“) zeigte sich treffsicher und kam auf insgesamt fünf Tore. Minden hatte nach 38 Minuten sein Rückraum-Ass Christoffer Rambo nach einer Roten Karte verloren.

90 Sekunden vor Schluss war beim Stand von 28:28 alles möglich, doch ein umstrittener Pfiff der Schiedsrichter ermöglichte Andreas Cederholm das 29:28, dem Luka Zvizej das 30:28 folgen ließ. Ein ernüchterndes Ende nach 60 Minuten, in denen die Bietigheimer viel investiert und den zweiten Saisonsieg dicht vor Augen hatten.

SG-Torschützen: Rentschler (6), Weber (5), Schäfer (4/1), Claus (3), Haller (3), Schmidt (3), Emanuel (2), Link (2).

von karl-heinz ullrich
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