Handball
ludwigsburg | 02. November 2017

Champions-League-Krimi mit Happy End

Bietigheimer Handballerinnen bezwingen Kristiansand mit 25:24 und rücken auf Platz zwei vor

Dynamisch: Angela Malestein (Bietigheim, links) behauptet sich gegen Vilde Jonassen (Kristiansand).Foto: Baumann
Dynamisch: Angela Malestein (Bietigheim, links) behauptet sich gegen Vilde Jonassen (Kristiansand).Foto: Baumann

„Wir haben gewonnen!“ Drei Worte genügten Bietigheims Trainer Martin Albertsen für die wichtigste Erkenntnis des 25:24-Sieges in der Champions League gegen Kristiansand. Drei Worte, damit war alles gesagt – von der Erleichterung über den wichtigen Sieg der Handballerinnen bis hin zur Verblüffung über ein auf beiden Seiten kaum fassbares Fehler-Festival.

19 Sekunden vor dem Ende durfte gezittert werden. Die SG führte zwar 25:24, den Ball hatten aber die Vipers. Gästetrainer Finn Kenneth Gabrielsen nahm eine Auszeit, schwor sein Team auf die letzte Aktion ein. Mehr als ein Freiwurf, den Kim Naidzinavicius blockte, sprang für die Norwegerinnen aber nicht mehr heraus.

Bietigheim bejubelte zwei weitere Punkte, hat bei jetzt 4:4 Zählern auf Platz zwei gute Chancen auf den Vorstoß in die Hauptrunde der besten zwölf europäischen Teams.

Katrine Lunde hat in ihrer langen Karriere schon viel erlebt und gewonnen. An ein Champions League-Spiel mit so vielen Fehlern konnte sich die Vipers-Torhüterin, mit Norwegen je zweimal Weltmeisterin und Olympiasiegerin, aber kaum erinnern.

Die Zahlen gaben ihr Recht. Wegen Fehlpässen, technischen Fehlern und Stürmerfouls verlor die SG über 20-mal den Ball. Genau wie die Vipers, die zudem noch bei den Fehlwürfen die Nase vorn hatten, da Tess Wester das Torhüterduell mit Lunde für sich entschied.

Am Ende zählen die Punkte – und die holten sich die Enzstädterinnen. Nach einem anfänglichen 2:4-Rückstand übernahm der deutsche Meister vor 1877 Zuschauern in der Ludwigsburger MHP-Arena die Initiative. Bis zur Pause legte das Viadukt-Team, das Linksaußen Fie Woller ersetzen musste, eine 16:13-Führung vor.

Kristiansand startete besser in die zweite Hälfte, fand vor allem immer wieder Lücken für Kreisläuferin Kari Skaar Brattset. Näher als bis auf zwei Tore kamen die Vipers aber nicht heran, da Tess Wester mehrfach glänzend parierte. Als Susann Müller nach 42 Minuten zum ersten Mal einen Wurf im Tor unterbrachte und Bietigheim 21:18 führte, schien der Knoten bei der SG zu platzen.

Die eingewechselte Valentyna Salamakha meisterte einen Siebenmeter, Angela Malestein erhöhte auf 22:18 und als Mia Biltoft vom Kreis zum 23:18 einnetzte, lag der Gastgeber erstmals fünf Tore vorn. Die Nerven beruhigte das nicht. „Mit der Führung kam der Druck. Damit konnten wir nicht gut umgehen“, analysierte BBM-Coach Martin Albertsen später die Fehler in der Schlussphase.

Zwei Minuten vor dem Abpfiff kamen die Vipers auf 24:23 heran. Die Freude über das folgende 25:23 durch Kim Naidzinavicius währte nur wenige Sekunden, da Emilie Hegh Arntzen postwendend das 25:24 glückte. Bietigheim leistete sich 20 Sekunden vor dem Abpfiff einen Fehlwurf, doch Kristiansand konnte aus seinem letzten Angriff kein Kapital mehr schlagen.

SG BBM: Wester, Salamakha; Biltoft (1), Rozemalen, Lauenroth (2), N. Müller (1), Smeets, Ivancok, C. Woller, Schulze (2), Kudlacz-Gloc (4/1), Naidzinavicius (10/5), Hundahl, S. Müller (2), Malestein (3).

von paul herbinger
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