Handball
Ludwigsburg | 18. September 2017

Doppel-Spieltag mit Bietigheimer Dominanz

Das doppelte Bundesliga-Spektakel hat für die Handballteams der SG BBM Bietigheim ein erfolgreiches Ende gefunden. In der Ludwigsburger MHP-Arena besiegten die Männer die HG Saarlouis mit 34:20 (16:8), die Frauen behielten im Anschluss gegen Frisch Auf Göppingen mit 29:25 (16:11) die Oberhand .

SG BBM unwiderstehlich: Gerdas Babarskas (links am Ball) setzt sich gegen die Saarlouis-Abwehr durch, Fie Woller (r.) gegen die der Göppinger. Fotos: Baumann
SG BBM unwiderstehlich: Gerdas Babarskas (links am Ball) setzt sich gegen die Saarlouis-Abwehr durch, Fie Woller (r.) gegen die der Göppinger. Fotos: Baumann

Kurzen Prozess machten die Bietigheimer Männer mit der HG Saarlouis. Die SG dominierte die Partie klar und gewann das einseitige Duell mit 34:20. Mit 8:2 Punkten rückte Bietigheim auf Platz 4 vor und stellt mit 154 Toren aktuell den besten Angriff der 2. Liga.

Die Basis für den Erfolg legte das BBM-Team gegen Saarlouis aber in der Defensive. Domenico Ebner präsentierte sich erneut in Hochform und wehrte schon im ersten Durchgang neun Gästewürfe ab. Da die SG-Abwehr zehn Ballgewinne beisteuerte, hatten die Gastgeber in den ersten 30 Minuten jede Menge Gelegenheit zum Kontern.

Bietigheims erweiterte Gegenstöße trafen die Saarländer ins Mark. Wenn Gerdas Babarskas, Max Emanuel und Robin Haller mit Vollgas aus der eigenen Hälfte aufs HSG-Tor zusteuerten, landete der Ball meist im Netz. Mehrfach stoppten die Gäste die schnellen BBM-Angriffe regelwidrig. Die fälligen Strafwürfe verwandelte Christian Schäfer eiskalt.

Bietigheims Dominanz war auch ein Produkt der mannschaftlichen Geschlossenheit. Angesichts des schweren Freitagsspiel in Dresden wechselte Trainer Hartmut Mayerhoffer häufig. Bereits nach 19 Minuten hatte er mit Ausnahme von Hartmut Döll alle Feldspieler eingesetzt, und auch der Linkshänder kam noch in der ersten Hälfte zum Einsatz. Wen Mayerhoffer auch brachte, das Spiel lief weiter auf Hochtouren. Dank dieser Stärken lag Bietigheim beim Wechsel bereits 16:8 vorn.

Der Mix aus starkem Keeper, aufmerksamer Abwehr und schnellen Kontern zahlte sich auch zu Beginn der 2. Halbzeit aus. Nach 39 Minuten führte die SG 20:11. Die Gäste kamen zwar noch einmal auf 22:15 heran, doch dann ging die HGS im Angriffswirbel der Enzstädter unter. Sehenswerte Kreisanspiele auf Panagiotis Efiropoulos wurden von diesem verwandelt, bei Jan Dölls Kempa-Treffer gab es Ovationen der 1627 Fans in der MHP Arena. Den Schlusspunkt setzte Gerdas Babarskas. Der sonst im Rückraum agierende Litauer, mit sieben Treffern erfolgreichster SG-Werfer, sorgte mit einem Rückhandtor vom Kreis für den 34:20-Endstand.

Neuzugang Jörn König blieb zwar torlos, strahlte aber nach dem Match: „Der Doppelspieltag lief nicht nur wegen der beiden Siege optimal für uns. Auf den Leistungen vom Freitag in Dresden und heute gegen Saarlouis können wir aufbauen.“

SG BBM: Ebner, Müller; Haller (2), Rentschler (2), Claus (3), Erifopoulos (3), Schäfer (5/5), Schmidt (1), Babarskas (7), König, Barthe (2), Asmuth (1), Döll (4), Emanuel (2), Marcec (2)

Viel Stückwerk in der Offensive

Im Derby der SG-Frauen gegen Auf Göppingen gab es zur Pause Redebedarf. Martin Albertsen war mit der Darbietung seiner Damen nicht einverstanden. In der Offensive blieb vieles Stückwerk.

Göppingen setzte auf eine aggressive 3:2:1-Abwehr. Dadurch gab es zwar im Rücken der Abwehr viel Raum, doch den konnte die SG nur anfangs durch Antje Lauenroth nutzen. Die Kreisläuferin markierte die ersten vier Bietigheimer Tore. Von der 4:1-Führung lebte Bietigheim über weite Strecken des ersten Durchgangs.

Für eine Belebung sorgte die in der 20. Minute gekommene Charris Rozemalen. Der holländische Neuzugang war mit zwei Treffern maßgeblich daran beteiligt, dass der Vorsprung bis zur Pause auf 16:11 ausgebaut werden konnte.

Nach dem Wechsel mühten sich die Bietigheimerinnen weiter, doch selbst nachdem Luisa Schulze bei ihrem Doppelschlag zum 20:15 und 21:15 mit ungewohnten Konterspezialitäten glänzte, fand die SG ihren Rhythmus nicht. Göppingen kam durch die siebenfache Torwerferin Petra Adamkova auf 25:23 heran.

Am Ende reichte Göppingens Kampfgeist aber nicht, um den Bietigheimer Sieg zu verhindern. Kim Naidzinavicius, Mille Hundahl und die Woller-Zwillinge Fie und Cecilie, die ihren doppelten 25. Geburtstag mit einem hart erkämpften Sieg feierten, machten mit ihren Treffern den 29:25-Erfolg perfekt.

„Wir wollten ein attraktives Spiel bieten“, entschuldigte sich SG-Trainer Martin Albertsen bei den Fans und monierte dashäufie Zeitspiel: „Wenn wir zu 70 Prozent der Spielzeit in der Abwehr stehen, ist das schwierig.“

SG BBM: Salamakha, Wester; Biltoft, Rozemalen (2), Lauenroth (4), N. Müller (2), Smeets, Ivancok (1), C. Woller (2), Schulze (2), Kudlacz-Gloc, Naidzinavicius (7/3), Hundahl (2), F. Woller (3), S. Müller (2), Malestein (2)

von paul herbinger
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