Handball
Bietigheim-Bissingen | 21. November 2017

Erstligisten locken Mayerhoffer

Herber Verlust für Handball-Zweitbundesligist SG BBM Bietigheim! Hartmut Mayerhoffer wird seinen zum Saisonende auslaufenden Vertrag nicht verlängern. Der Erfolgstrainer sucht nach fünf Jahren eine neue Herausforderung, verlässt die SG im Sommer.

Angekündigter Abschied: Trainer Hartmut Mayerhoffer verlässt die SG BBM im Sommer 2018.Foto: Baumann
Angekündigter Abschied: Trainer Hartmut Mayerhoffer verlässt die SG BBM im Sommer 2018.Foto: Baumann

Welches Team er künftig betreuen wird, dazu sagt er (noch) nichts. Es ist aber bekannt, dass bei dem 48-Jährigen schon mehrfach Erstligisten angefragt haben. Seit 2013 trainiert der vom damaligen Drittligisten Friedberg an die Enz gekommene Mayerhoffer das Viadukt-Team. Für ihn war es mehr als ein Vereinswechsel. Er beendete seine berufliche Tätigkeit, verschrieb sich mit Haut und Haaren dem Profi-Handball.

Ein Glücksfall für die SG. Gleich im ersten Jahr mit Mayerhoffer glückte sensationell der Aufstieg in die 1. Bundesliga. Dass postwendend der Abstieg folgte, hatte am allerwenigsten der Trainer zu verantworten. Bietigheims Kader konnte nicht im notwendigen Maße verstärkt werden. Seither ist die Kluft zwischen 1. und 2. Bundesliga noch größer geworden. Aktuell stehen im Oberhaus mit Hüttenberg und Nettelstedt-Lübbecke zwei Aufsteiger auf den Abstiegsplätzen.

In der 2. Liga gehört die SG trotz vergleichsweise kleinem Etat und Kader zu den Spitzenteams. Der Aufstieg wurde zuletzt nur knapp verpasst. Kein Beinbruch, denn Trainer und Management verzichten auf Stars, setzten vor allem auf entwicklungsfähige Talente. Für diese hat Mayerhoffer ein gutes Händchen. Er brachte sich in die Jugendarbeit ein, begeisterte dort mit seinem Enthusiasmus.

Christian Schäfer, der nicht nur Spieler im BBM-Bundesligateam, sondern auch Jugendkoordinator für den männlichen Bereich ist: „Für uns ist es grundsätzlich wichtig, die 1. und 2. Mannschaft sowie die Jugendarbeit zu verknüpfen.“ Dieses Anforderungsprofil erfüllt Mayerhoffer perfekt. Mehrere SG-Spieler, wie zum Beispiel Patrick Rentschler, Paco Barthe oder Jan Asmuth kamen direkt aus der Jugend oder den Umweg 2. Mannschaft ins Bundesligateam. „Hartmut hat das Team nach vorne gebracht und die Spieler individuell weiterentwickelt“, lobt der aus Kleinbottwar stammende Schäfer seinen scheidenden Coach.

Domenico Ebner, bei der SG der Aufsteiger der Saison, bedauert Mayerhoffers Abgang. „Er ist ein sehr akribischer Trainer, der mit Herzblut dabei ist. Er gibt jungen Spielern wie mir die Chance, sich zu zeigen und zu entwickeln“, sagt der BBM-Torhüter.

„Für mich war es wichtig, diese grundsätzliche Entscheidung jetzt zu treffen“, sagt Mayerhoffer. Die SG Bietigheim war vorab informiert und konnte so einen Trainer suchen, der in das Vier-Jahres-Konzept mit Ziel 1. Bundesliga passt. Geschäftsführer Bastian Spahlinger will den neuen Coach bereits in den nächsten Tagen vorstellen.

Für Christian Schäfer ist wichtig, dass jetzt Klarheit herrscht. „Mein Vertrag läuft bis 2020, aber es gibt mehrere Spieler, deren Kontrakt am Saisonende ausläuft. Die wollen vor einer möglichen Verlängerung schon wissen, wer als Trainer kommt.“

Genauso spannend wie die Frage, wer neuer SG-Trainer wird, ist die Zukunft von Hartmut Mayerhoffer. Der bekundet: „Ich suche eine neue Herausforderung, will den nächsten Entwicklungsschritt machen.“ Der dürfte ihn, wenn nicht alles täuscht, in die 1. Bundesliga führen. Mayerhoffer ist gefragt, in den Handball-Foren im Internet wird sein Name schon mit verschiedenen Bundesligisten in Zusammenhang gebracht.

Zuvor sind aber noch 24 Spiele mit der SG zu absolvieren. Eines der spannendsten steht am Freitagabend in der Ege Trans-Arena an: Der Zweite Bietigheim erwartet mit dem Bergischen HC den verlustpunktfreien Spitzenreiter.

Paul Herbinger
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