Frauenhandball
Stuttgart | 22. Mai 2018

Final Four endet für SG BBM enttäuschend

Die Frauen der SG BBM Bietigheim haben den Gewinn des deutschen Handball-Pokals erneut verpasst. Beim Finalturnier in der Porsche Arena glänzte der Favorit erst gegen die TuS Metzingen, unterlag tags darauf aber im Finale dem VfL Oldenburg.

Frustriert: Anna Loerper verlässt das Spielfeld, während die Oldenburgerinnen jubeln.
Frustriert: Anna Loerper verlässt das Spielfeld, während die Oldenburgerinnen jubeln.

Für Karolina Kudlacz-Gloc gab es bei der Siegerehrung in der Porsche-Arena gleich zwei Auszeichnungen. Die Rückraumspielerin der SG BBM Bietigheim wurde als beste Torschützin des Final Four um den deutschen Handball-Pokal auf das Podest in der Mitte des Spielfeldes gerufen und gleich darauf nochmal, weil sie auch zur besten Spielerin gewählt wurde. Dicke Tränen kullerten dabei über die Wangen der 33-Jährigen – nicht aus Freude. Nur wenige Minuten zuvor hatte die SG das Finale um den DHB-Pokal mit 28:29 gegen den VfL Oldenburg verloren. Da konnten auch die zwei Auszeichnungen nicht trösten wie Kudlacz-Gloc versicherte: „Überhaupt nicht, auch nicht übermorgen. Die Ziele des Teams sind das wichtigste. Individuelle Preise haben da nichts zu tun. Das ist ein Mannschaftssport“, sagte die niedergeschlagene Akteurin.

Während die Oldenburgerinnen hemmungslos feierten, saßen die meisten SG- Spielerinnen an der Werbebande hinter dem Tor und heulten sich den Frust von der Seele. Anna Loerper saß am Pfosten, wie einst Oliver Kahn nach dem verlorenen Finale um die Fußball-Weltmeisterschaft 2002. Maskottchen Lotte wollte zum Trost herbeieilen, doch Loerper wollte einfach nur allein sein und winkte bestimmt ab. „Finalspiele haben einen Einmaligkeitswert. Wer weiß, ob und wann man diese Chance nochmal hat“, sagte die Nationalspielerin.

Dabei sah es zunächst so aus, als würde die SG ihrer Favoritenrolle gerecht werden. Am Samstag im Halbfinale setzte sich der deutsche Meister der vergangenen Saison in einem packenden Derby mit 24:23 durch. Schon die beiden Bundesliga-Duelle hatte die SG mit einem Tor Vorsprung gewonnen. Nach nervösem Beginn beider Teams entwickelte sich ein kampfbetontes Spiel, das Bietigheim vor allem dank der konsequenten Abwehrleistung und der starken Tess Wester im Tor für sich entschied.

Doch das Derby kostete offenbar zu viel Kraft für die durch einige Verletzungen geschwächte SG. Nach ausgeglichenem Start erarbeiteten sich die Bietigheimerinnen zur Halbzeit eine 16:12-Führung. Aber nur acht Minuten brauchte der VfL in der zweiten Hälfte, um den 18:18-Ausgleich zu erzielen. Es blieb spannend, doch Oldenburg rettete den Vorsprung über die Zeit. „Vorne machen wir Zuspielfehler, dann macht der Gegner unheimlich Druck. Am Ende hatten wir 100 Prozent Gummiarme“, analysierte SG-Trainer Martin Albertsen. Auch die vielen Fehlwürfe waren ein Problem, wie Kodlacz-Gloc fand: „Wir haben die freien Chancen nicht getroffen. So kann man das Spiel nicht gewinnen.“ Im Vorjahr scheiterte die SG im Halbfinale.

SG: Salamakha, Wester; Kudlacz-Gloc (9), Loerper (5), Malestein (5), F. Woller (3), Lauenroth (2), Schulze (2), Hundahl (1), C. Woller (1), Bilthoft, Ivancok.

Marco Jaisle
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