SG BBM
Ludwigsburg | 15. September 2018

Große Vorfreude auf den Handballtempel

Die SG BBM Bietigheim freut sich trotz geringer Chancen auf etwas Zählbares auf die Auswärtsaufgabe in Kiel. Patrick Rentschlers Einsatz beim Rekordmeister der Handball-Bundesliga ist erneut fraglich.

Erst die Rhein-Neckar Löwen, jetzt der THW Kiel – um das derzeitige Programm in der Handball-Bundesliga ist die SG BBM Bietigheim nicht zu beneiden. Als Tabellenschlusslicht reisen die Ellentäler heute in den Norden, wo morgen (16 Uhr) beim Rekordmeister der nächste schwere Brocken auf die Mannschaft von SG-Trainer Ralf Bader wartet.

Logisch, dass sich da die Frage stellt, ob die siebenstündige Auswärtsfahrt Teil eines Pflichttermins ist oder ob die Vorfreude auf das Spiel in der Sparkassen-Arena überwiegt. „Ganz klar die Vorfreude“, sagt Bader, ohne zu zögern. „Das ist der Handballtempel Deutschlands. Alleine, wenn man überlegt, wie viele Titel da gewonnen wurden“, schwärmt der 37-Jährige. Baders Vorfreude teilen auch seine Spieler, versichert er mit einem Lachen. „Ich habe ihnen noch einmal gesagt, dass sie sich freuen dürfen.“

Die Reise ebenfalls mit antreten wird Kapitän Patrick Rentschler. Der Kreisläufer fiel bei der deutlichen 21:36-Heimniederlage gegen die Rhein-Neckar Löwen mit einer Ellenbogenverletzung aus. „Er hat heute versucht, mitzutrainieren, das ging mit Abstrichen“, sagt Bader. Allzugroße Hoffnungen macht sich der Coach aber nicht. „Da werden wir kein Risiko eingehen“, deutet Bader an.

Bader setzt auf Realismus

Wie schon gegen die Löwen stapelt der SG-Trainer auch gegen Kiel tief. „Wir dürfen nicht utopisch an die Sache rangehen und sagen, ‚wir hauen die weg‘. Das wäre unrealistisch.“ Mit der selben Einstellung war sein Team zuletzt auch gegen die Mannheimer in die Partie gegangen und zahlte Lehrgeld – was Bader gerne in Kauf nimmt. „Da kann man was von lernen“, sagt der Coach, muss aber auch konstatieren, dass eine solche Niederlage trotz all ihrer lehrreichen Facetten sportlich an einem nagt. „Es ist natürlich nicht so schön, wenn das gegen einen selbst passiert.“

Auch aus der Tatsache, dass es bei Kiel zuletzt nicht so gut lief, ist für den Aufsteiger kaum neuer Mut zu schöpfen. „Sie haben auswärts in Flensburg und Magdeburg gegen zwei Topteams verloren“, weiß Bader und fügt an: „Deren Schwachstellen sind gegen normale Mannschaften, zu denen wir auch gehören, kaum mehr als Schwachstellen auszumachen.“ Trotz alledem will Bader gegen Kiel aufs Tempo drücken. „Die haben große Innenblockspieler, die lange brauchen, um in die Abwehr zu kommen“, identifiziert Bader ein kleines Manko der Kieler.

Und auch die Vergangenheit lässt womöglich ein Fünkchen Hoffnung bei den Bietigheimern aufkeimen: Beim letzten Bundesliga-Gastspiel in Kiel vor drei Jahren stand es bis zur 33. Minute noch 19:19 zwischen dem auch damals haushohen Favoriten aus Norddeutschland und der SG BBM. Am Ende gewann Kiel trotzdem mit 40:27.

Philipp Böhl
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