Handball
Ludwigsburg. | 16. August 2018

Härtetests vor dem Ligastart

Drittligist SV Kornwestheim trifft zunächst auf einen Bundes-, dann auf einen Zweitligisten

Tragen nun das gleiche Trikot: Der Kornwestheimer Christopher Tinti (Mitte) und Jan Reusch (rechts) im Trikot des TV Neuhausen.Foto: Baumann
Tragen nun das gleiche Trikot: Der Kornwestheimer Christopher Tinti (Mitte) und Jan Reusch (rechts) im Trikot des TV Neuhausen.Foto: Baumann

Ganz langsam tasten sich die Handballer des SV Kornwestheim an die anstehende Drittliga-Saison heran. Gestern Abend testete die Mannschaft von Trainer Alexander Schurr gegen den Bundesligisten TVB Stuttgart, am Samstag folgt die erste Pokalrunde gegen den Zweitligisten HSC 2000 Coburg. Eine Woche später geht es dann gegen den TuS Dansenberg – erneut in der Kornwestheimer Sporthalle Ost – in der Liga erstmals zur Sache.

„Als Generalprobe ist Bittenfeld eine Nummer zu groß“, spielt Coach Schurr noch gestern die Partie gegen den TVB Stuttgart etwas herunter, „auch weil so ein Topgegner uns aufzeigt, woran wir noch zu arbeiten haben.“ Viel eher soll das Pokalspiel gegen Coburg als Generalprobe dienen. Sich mit Zweitligisten messen – das hätte der SVK sportlich bereits in dieser Saison haben können. Doch obwohl die Schurr-Truppe vergangene Saison auf Platz eins in der dritten Liga landete, verzichtete man auf den Aufstieg. „Als Sportler will man sich natürlich immer mit den besten messen, wir wären gerne in der zweiten Liga gestartet“, gibt Schurr zu, hebt aber deutlich hervor, dass er die Entscheidung nachvollziehen kann: „Wir haben das ja gemeinsam entschieden, das finanzielle Risiko wäre zu hoch gewesen.“ Ohnehin wäre das Abenteuer zweite Liga ein „David-gegen-Goliath-Projekt geworden“, wie Schurr bescheinigt.

Trotz alledem: An Motivation mangele es seiner Mannschaft nicht. „Wir wissen, wie anspruchsvoll die dritte Liga ist und wollen zeigen, dass es kein Zufallsprodukt war letzte Saison“, gibt Schurr zu verstehen.

Vier Spieler kommen, vier Spieler gehen

Vier Spieler aus der Meistermannschaft muss Schurr in der kommenden Saison in seinem Kader ersetzen. Dominic Schaffert scheidet nach seinem dritten Kreuzbandriss aus, Marco Kolotuschkin hat den Verein verlassen und „schaltet einen Gang runter“, wie Schurr verrät. Jakob Jungwirth tritt verletzungsbedingt ebenfalls kürzer und Torhüter Max Schneider schließt sich Leonberg an, wo er sich mehr Spielanteile erhofft.

„Wir haben versucht, die Spieler positionsgetreu zu ersetzen“, sagt Schurr zu seinen Neuverpflichtungen. Linksaußen Tim Großmann kam von der HSG Schönbuch, Torhüter Pascal Welz aus Horkheim, Kreisläufer Nico Hiller aus Pfullingen und Jan Reusch vom TV Neuhausen. „Die Neuzugänge sind toll integriert. Besonders auf menschlicher Ebene hatte ich da auch keine Sorgen“, freut sich Schurr, fügt aber an, dass „sie spielerisch noch ein bisschen brauchen.“

Bleibt noch die Frage nach der Zielsetzung für die neue Saison. Da möchte sich Schurr nicht an einem Tabellenplatz orientieren – trotz der Meisterschaft im letzten Jahr. „Natürlich wollen wir im oberen Drittel landen, aber viel mehr wollen wir uns am Handball, den wir spielen, messen lassen.“ Dieser soll dynamisch sein, sich durch eine gute Verteidigungsarbeit und ein klares, strategisches Angriffsspiel auszeichnen. Alles nach dem Motto, möglichst „wenig dem Zufall zu überlassen“, wie Schurr erklärt.

Auch mit der Vorbereitung seiner Mannschaft ist er „weitestgehend zufrieden“. Sich selbst zum Titelfavoriten zu erklären – dazu lässt er sich aber nicht hinreißen. „Die HSG Konstanz und die HG Saarlouis als Absteiger, der TSB Heilbronn-Horkheim sowie TuS Dansenberg, die sich enorm verstärkt haben“, sieht er stattdessen als Anwärter auf den Aufstieg.

Philipp Böhl
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