Handball
Bietigheim-Bissingen | 08. November 2018

Jetzt will der Aufsteiger den Meister herausfordern

Die Handballer der SG BBM Bietigheim auf Wolke sieben: Nach dem immens wichtigen 24:23-Sieg im Kellerduell gegen Friesenheim wartet heute Abend der nächste Saisonhöhepunkt: Mit der SG Flensburg-Handewitt gastiert der bislang verlustpunktfreie deutsche Meister um 19 Uhr in der Ege Trans-Arena.

Der „Kopf“ der SG BBM: Jonas Link will gegen Flensburg alles geben. Foto: Marco Wolf
Der „Kopf“ der SG BBM: Jonas Link will gegen Flensburg alles geben. Foto: Marco Wolf

„Wir haben den nötigen Respekt vor diesem Spitzenteam“ sagt SG-Trainer Rolf Bader und lässt damit keinen Zweifel daran, wer heute Abend als Favorit ins Spiel geht. Aber, fügt der Coach selbstbewusst hinzu: „Herausfordern wollen wir sie schon!“

Für die vielbeschäftigten Handballer der SG Flensburg-Handewitt ist das Ligaspiel beim Tabellenvorletzten in Bietigheim eher eine nationale Zwischenstation, eingebettet in die Auftritte in der Champions League. Am Sonntagabend schlug das Team von Maik Machulla den dänischen Meister Skjern Handbold mit 26:22 und verbesserte sich in der Gruppenphase auf Platz vier. Schon am Samstag – also binnen 48 Stunden – folgt das nächste Topspiel beim französischen Meister Paris Saint-Germain. Damit erreicht der Bundesliga-Tabellenführer das Maximum der Belastung.

„Wir müssen von Anfang an hellwach sein“, fordert Trainer Machulla und äußert zugleich großes Vertrauen in sein Team: „Wenn man 19 Spiele in Folge gewonnen hat, kann man bestimmt nicht über fehlende Qualität und fehlende mentale Stärke klagen.“

Vieles wird davon abhängen, wie sich die Gastgeber in die Partie beißen können. Für Aufsteiger Bietigheim kann vor eigenem Publikum die Strategie nur lauten: So lange wie möglich den Anschluss wahren. Trainer Bader verspricht höchste Motivation: „Wir werden an diesem Tag alle daran glauben, dass etwas möglich ist.“

Nach dem trainingsfreien Wochenende und den letzten Trainingseindrücken vom Dienstag steht Bietigheims Trainer nahezu der komplette Kader zur Verfügung. Angesichts der bärenstarken Abwehrformation und dem Flensburger Tempospiel warnt Bader davor, nicht ins offene Messer zu laufen: „Das wäre sicher ein erster Schritt.“

Auf die leichte Schulter nehmen wollen auch die Norddeutschen die Auseinandersetzung mit den Schwaben nicht: Sie sind gewarnt, zumal der Bietigheimer Erfolg im Kellerduell deutlicher war, als es das nackte Resultat vermuten lässt. „Bei ihrer offensiven 6:0-Abwehr agieren die Bietigheimer sehr aggressiv und gehen auch schon bei neun Metern entschlossen gen Körper – darauf müssen wir vorbereitet sein“, warnte Machulla vor allem vor Spielmacher Jonas Link und Bietigheims „Dauerbrenner“ Robin Haller.

Ähnlich wie Bietigheim hatte auch die SG Flensburg-Handewitt einen Umbruch im Team zu bewältigen. Die insgesamt sieben Neuzugänge haben hohe Qualität, Johannes Golla, der aus Melsungen kam, liefert am Kreis einen glänzenden Einstand. Dabei sind die Stützen im Team noch dieselben wie in der Meistersaison. Namen wie Holger Glandorf, Rasmus Lauge und Jim Gottfridsson bringen SG-Coach Bader ins Schwärmen.

Andreas Steimann
Weitere Artikel aus diesem Ressort
Anzeige
Handball-Tabellen
Sporttabellen Handball