Handball
Kristiansand | 23. Oktober 2017

SG BBM brennt ein Feuerwerk ab

Die SG BBM Bietigheim hat sich in der Champions League zurückgemeldet. Nach zwei Niederlagen zum Auftakt gelang den Handballerinnen gestern mit dem 29:24 gegen die Vipers Kristiansand der erste Sieg der Vereinsgeschichte im höchsten europäischen Wettbewerb.

Grund zum Feiern: Martine Smeets kann sich über den ersten Sieg freuen. Archivfoto: Baumann
Grund zum Feiern: Martine Smeets kann sich über den ersten Sieg freuen. Archivfoto: Baumann

Bietigheim hat in der Champions League wieder alle Chancen. In Kristiansand gewann die SG dank eines bärenstarken Auftrittes 29:24. Damit glückte dem deutschen Meister erstmals ein Sieg in der „Königsklasse“.

Das BBM-Team weist nun wie Kristiansand und Buducnost 2:4 Punkte auf und hat gute Chancen aufs Weiterkommen. Spitzenreiter der Gruppe D ist Metz (6:0), das am dritten Spieltag Buducnost 27:23 bezwang.

Bietigheimerinnen starten energisch in das Spiel

In den ersten zehn Minuten brannte Bietigheim ein Feuerwerk ab und wurde mit einer 9:4-Führung belohnt. Gegen die aggressive 6:0-Abwehr der SG taten sich die Norwegerinnen schwer, zudem gewann die überragende Tess Wester das Duell mit Katrine Lunde klar. Gegen die konzentriert abschließenden BBM-Werferinnen brachte die Weltklassetorhüterin der Vipers zunächst kaum eine Hand an den Ball.

Die in den letzten Wochen oft verunsichert wirkende SG war voll fokussiert, agierte mit enorm positiver Körpersprache. Das Selbstbewusstsein wuchs von Minute zu Minute. Karolina Kudlacz-Gloc spielte den Ball für Fie Woller hoch in den Kreis, die Dänin vollendete den Kempa-Trick und düpierte Lunde mit einem Dreher. Kurz danach hebelten Kudlacz-Gloc und Kim Naidzinavicius die Vipers per Doppelpass aus, mehrfach wurde die treffsichere Antje Lauenroth am Kreis freigespielt. Das Viadukt-Team hatte bis zum 16:8-Pausenstand spielerisch ein klares Plus. Die SG kam über schnelle Gegenstöße und clever ausgespielte Gruppenaktionen zum Erfolg. Die fehlten bei Kristiansand, daher suchten die Vipers ihr Heil oft vergebens in Einzelaktionen.

Nach dem Wechsel wollten die Gastgeberinnen die Wende erzwingen. Vor allem Vilde Jonassen kam wie aufgedreht aus der Kabine.

Die Linksaußen erzielte innerhalb von vier Minuten drei Treffer, scheiterte aber mit ihrer vierten klaren Chance an Tess Wester. Karolina Kudlacz-Gloc und Angela Malestein nutzten danach ihre Möglichkeiten, die SG hatte den ersten Ansturm der Vipers gestoppt.

Kim Naidzinavicius glänzt wieder Mal im Bietigheimer Trikot

Als Kim Naidzinavicius, erneut die Beste ihrer Mannschaft, nach 40 Minuten einen Schlagwurf zum 19:12 in den Winkel knallte, rückte der Sieg näher. Weil die nun stärker werdende Katrine Lunde einige BBM-Chancen vereitelte, kam Kristiansand aber schnell auf 19:15 heran. Und durfte wegen einer Zeitstrafe in Überzahl spielen. In dieser kritischen Situation behielt Susann Müller, die etwas glücklos agierte (neun Ballverluste), die Nerven und traf zum wichtigen 20:15.

Nun ließ Bietigheim nichts mehr anbrennen. Die SG enteilte auf 26:17. Taktisch geschickt hielt man die Vipers auf Distanz und nahm über den 28:22-Zwischenstand Kurs auf den ersten Sieg in der Champions League.

Der war hochverdient. Bietigheims Trainer Martin Albertsen strahlte. Taktisch und spielerisch wurden seine Vorgaben perfekt umgesetzt. Der erste Schritt in die Zwischenrunde der Champions League ist gemacht.

SG BBM: Wester (1), Salamakha; Biltoft, Rozemalen, Lauenroth (7), N. Müller, Smeets, Ivancok, C. Woller, Schulze, Kudlacz-Gloc (2), Naidzinavicius (9/4), Hundahl, F. Woller (2), S. Müller (4) und Malestein (4).

Paul Herbinger
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