Frauen-Handball
Bietigheim-Bissingen | 31. Januar 2018

SG-Frauen angeln sich Nationalspielerin

Die SG BBM Bietigheim hat auf das Personalproblem im Rückraum reagiert und Handball-Nationalspielerin Anna Loerper verpflichtet. Sie soll schon heute gegen Borussia Dortmund ihr Bundesliga-Debüt geben.

Von den pink gekleideten TusSies Metzingen zur rot-blauen SG BBM: Nationalspielerin Anna Loerper wechselt nach Bietigheim.Foto: Baumann
Von den pink gekleideten TusSies Metzingen zur rot-blauen SG BBM: Nationalspielerin Anna Loerper wechselt nach Bietigheim.Foto: Baumann

Handball-Deutschland staunt, Bietigheim frohlockt: Einmal mehr ist den BBM-Verantwortlichen ein Coup gelungen. Ab sofort geht die 235-fache Nationalspielerin Anna Loerper für die SG auf Torjagd. Bereits heute soll „Lumpi“, wie die Ausnahmekönnerin genannt wird, im Bundesligaspiel bei Borussia Dortmund (19:30 Uhr) ihr Debüt feiern.

„Nach der schweren Verletzung von Kim Naidzinavicius ist die Einigung mit Anna Loerper unsere perfekte Wunschlösung. Sie hat als Spielmacherin herausragende Qualitäten“, freut sich Sportdirektor Gerit Winnen über die spektakuläre Verpflichtung. Deutschlands Handballerin der Jahre 2015 und 2016 soll der SG dabei helfen, den deutschen Meistertitel zu verteidigen und erstmals den DHB-Pokal zu gewinnen. In der Champions League darf sie nicht eingesetzt werden.

Metzinger Pläne ohne Loerper

Loerper kommt vom TuS Metzingen. Ihr Vertrag lief bis 2019. Die Verantwortlichen der TusSies zogen vergangene Woche überraschend eine Option und informierten die Spielerin, dass man nicht über die laufende Saison hinaus mit ihr plane. Das weckte in der 33-jährigen Powerfrau den Wunsch nach einem sofortigen Wechsel, den Bietigheim realisierte. „Die Chance, auch in der kommenden Saison auf höchstem Niveau zu spielen, musste ich nutzen“, sagte Loerper nach der Unterzeichnung des bis 2019 laufenden Vertrages mit der SG.

Der Transfer sorgt zwar für viel Aufsehen, sollte aber die Konzentration auf das schwere Auswärtsspiel in Dortmund nicht beeinträchtigen. Zumal weiterhin Verletzte zu beklagen sind. Hinter dem Einsatz der Woller-Zwillinge stehen dicke Fragezeichen.

Anfang November gewann Bietigheim im DHB-Pokal in Dortmund mit 29:25. Das Duell war hart umkämpft. Vor allem Dortmunds Nationalspielerinnen wie Torhüterin Clara Woltering, Nadja Mansson, Svenja Huber und Stella Kramer ließen die Schwarz-Gelben lange von der Pokalüberraschung träumen.

Herausragend aus Borussen-Sicht war aber die 21-jährige Alina Grijseels. Die vom neuen Bundestrainer Henk Groener aktuell fürs DHB-Team nominierte Spielmacherin mischte in der 2. Hälfte die BBM-Abwehr auf und erzielte sechs Tore. Von der SG wurden Luisa Schulze, Antje Lauenroth und eben Anne Loerper für den Lehrgang nominiert.

Aktuell rangiert Dortmund mit 11:11 Punkten auf Tabellenplatz 8. Das befriedigt angesichts des starken Kaders nicht und Trainerin Ildiko Barna steht enorm unter Druck. Ein Befreiungsschlag muss her. Den sollte Bietigheim verhindern. Gleichzeitig spielt der Titelrivale Thüringer HC in Leverkusen, bei einem THC-Punktverlust könnte die SG wieder Erster werden – einen Sieg beim BVB vorausgesetzt. (joh)

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