Handball-Bundesliga
Bietigheim-Bissingen. | 24. September 2018

SG-Keeper halten den Derbysieg fest

Es geht also doch, und wie! In einem mitreißenden Schwabenderby haben die Bietigheimer Handballer die ersten Siegpunkte in der Bundesliga eingefahren. Leidtragende einer teilweise wie entfesselt aufspielenden SG BBM war Frisch Auf Göppingen, das nach einem Sechstore-Rückstand die wilde Partie beinahe noch gedreht hätte – dann aber mit 29:30 (11:17) unterlag.

Fiebert mit der SG mit: Trainer Ralf Bader.
Fiebert mit der SG mit: Trainer Ralf Bader.

In den letzten Spielsekunden hatte Ralf Bader seine Nerven kaum mehr im Griff. Wie ein Schuljunge hüpfte der Coach der SG nervös auf beiden Beinen an der Seitenlinie auf und ab. Bis zum 28:27 hatte sein Team die Führung verteidigt. Als dann aber beim Stand von 29:29 Göppingens Bester, Sebastian Heymann, einen seiner gefürchteten Rückraum-Geschosse hoch über die Latte drosch und auf der anderen Seite Jonas Link aus schier unmöglicher Wurfposition in letzter Sekunde den Ball zum 30:29 im Netz versenkte, war der Bann gebrochen: Erstmals unter Baders Regie feierte der Aufsteiger einen Sieg in der Bundesliga. Während die Spieler aufeinander stürzten und ihre Torhüter jubelnd unter sich begruben, riss Bader die Arme hoch und genoss den Erfolg im Stillen.

„Wir haben bewiesen, dass wir mithalten können, diesen Sieg werden wir feiern und genießen“, stammelte ein überglücklicher SG-Kapitän Jonas Link, der neben Patrick Rentschler (6 Treffer) dank seines unbeugsamen Nervenköstüms klasse Regie führte und zum Matchwinner wurde.

Dass es nach dem 30:29 nicht doch noch zum Ausgleich kam, hatten die Hausherren vor 3028 Zuschauern in der Ege Trans-Arena ihrem Keeper Jürgen Müller zu verdanken. Den letzten Wurf nach schnell ausgeführtem Anwurf parierte der Routinier ebenso grandios wie er zuvor einige todsichere Frisch-Auf-Chancen vereitelt hatte. Neben Müller legte in der ersten Halbzeit sein Pendant Domenico Ebner den Grundstein zum letztlich verdienten Erfolg: Elf Paraden, darunter ein gehaltener Siebenmeter, gingen auf das Konto des 24-Jährigen, der mit tollen Reflexen und unglaublichen Fuß-Paraden die Basis für den 17:11-Pausenstand legte.

Vor allem dank einer disziplinierten und aggressiven Abwehrleistung konnte Bietigheim dem Favoriten aus Göppingen Paroli bieten. Nach 0:2- und 1:3-Rückstand brachte Jan Asmuth die Gastgeber in der 12. Minute erstmals in Führung (6:5), die bis zur Halbzeit kontinuierlich ausgebaut und erst in der Schlussphase noch einmal abgegeben wurde. Ab der 53. Spielminute musste Frisch Auf auf Ivan Sliskovic wegen dessen dritter Zeitstrafe verzichten, trotzdem gelang den Grün-Weißen fünf Minuten vor Schluss der 28:28-Ausgleich per Siebenmeter durch Marco Rentschler. Dem ehemaligen Bietigheimer gelang danach sogar der 29:28-Führungstreffer für Göppingen, das sich nach desolater erster Spielhälfte deutlich steigerte, am Ende aber Opfer der Hypothek eines zu hohen Halbzeitrückstands wurde.

„Wir haben zu viele gute Chancen nicht genutzt, das hat sich wie ein roter Faden durch das ganze Spiel gezogen. Durch die Steigerung war es möglich, Zählbares mitzunehmen. 30 Gegentreffer sind aber zu viel“, beklagte der ehemalige Bietigheimer Coach Hartmut Mayerhoffer die zweite Saisonniederlage seiner Göppinger Mannschaft. „Wir haben eine katastrophale erste Halbzeit gespielt“, bilanzierte Göppingens Marco Rentschler nach dem Abpfiff.

SG BBM: Ebner, Müller; Haller (4), Vlahovic, Patrick Rentschler (6), Claus (1), Schäfer (5/5), Schmidt, Oehler, Link (5), Asmuth (3), Döll (4), Weber, Emanuel (2), Marcec, Fischer.

Andreas Steimann
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