Wasserball
Ludwigsburg | 04. Juli 2017

Beim SV Ludwigsburg wird kräftig für die DWL geplant

Der SV Ludwigsburg hat es geschafft. Ausgerechnet in dem Moment, als es kaum einer für möglich gehalten hätte, gelingt den Schwaben die ersehnte Rückkehr in die Deutsche Wasserball-Liga. Nun haben die Verantwortlichen alle Hände voll zu tun.

Vorfreude auf die DWL: Spieler Dario Labavic und der SV Ludwigsburg. Archivfoto: Baumann
Vorfreude auf die DWL: Spieler Dario Labavic und der SV Ludwigsburg. Archivfoto: Baumann

Ludwigsburg. „Sehr kurios, wenn das am Anfang der Saison jemand gesagt hätte, hätte es wohl keiner geglaubt“, sagt Matthias Nagel, der Vizepräsident des SV Ludwigsburg. Denn im Januar kämpften die Wasserballer in der 2. Liga Süd noch gegen den Abstieg, am Wochenende feierten sie in Köln den Aufstieg in die Deutsche Wasserball-Liga. „Nach dem Trainerwechsel ging es bergauf“, blickt Nagel zurück.

Trainerwechsel bringt die Wende

Laszlo Csanyi übernahm das Team Mitte Januar und führte den SVL von der Abstiegszone auf Rang 5. Weil die vier Mannschaften vor den Ludwigsburgern verzichteten, durften die Schwaben vergangenes Wochenende zum Aufstiegsturnier nach Köln fahren. „Wir haben das als Chance und als Erfahrungswert gesehen“, erklärt Nagel.

Im ersten Spiel gegen die SGW Köln gab es eine 15:7 Niederlage. Das zweite Spiel gegen den SV Zwickau war im ersten Viertel noch ausgeglichen, aber dann drehte Ludwigsburg auf. Am Ende hieß es 21:8 für den SVL. „Durch den hohen Sieg war es eigentlich klar, dass es reicht“, berichtet Nagel. Kurzerhand verlängerten die Wasserballer ihren Aufenthalt in der Domstadt um eine Nacht und feierten auf den Kölner Ringen den Aufstieg. Doch laut Nagel ist die Partyzeit begrenzt: „Es bleibt jetzt noch ein wenig Zeit, das alles zu genießen, aber eigentlich laufen bereits die Planungen.“ Für die Ludwigsburger ist die Rückkehr in die DWL nach Jahrzehnten Abstinenz eine große Herausforderung. Doch Nagel stellt klar: „Wir wollen kein Kanonenfutter sein und an den Aufgaben wachsen.“ Die DWL ist in eine Gruppe A und eine Gruppe B unterteilt. In der Gruppe A spielen die Topteams wie WF Spandau Berlin oder Waspo 98 Hannover. In der Gruppe B messen sich die etwas schwächeren Teams wie der SV Poseidon Hamburg oder der SV Krefeld 72. Auch wenn Ludwigsburg zunächst in der Gruppe B antritt, ist der Aufwand derselbe. Die Reisen sind deutschlandweit und es müssen gewisse Auflagen erfüllt werden. Ein Problem ist die Spielfeldgröße. Das Becken im Stadionbad erfüllt nicht das geforderte Maß von 30 mal 20 Metern. Auch das Budget muss erhöht werden. „Wir sind in Gesprächen mit der Stadt Ludwigsburg und mit Sponsoren. Da bin ich optimistisch“, sagt Nagel.

Auch was die Verpflichtung von Spielern angeht, laufen die Verhandlungen. Das Gerüst soll bestehen bleiben, einige bundesligaerfahrene Spieler dazukommen. Die meisten davon wohl vom DWL-Absteiger SV Cannstatt. Der Ludwigsburger Tim Kraut und Filip Zugic waren dank Doppelspielrecht bereits für den SVL aktiv und werden nun wohl ganz nach Ludwigsburg wechseln. Weitere Verpflichtungen sollen folgen.

Marco Jaisle
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