Ludwigsburg | 07. Februar 2018

Bundesliga-Mix

Eishockey-Zweitligist SC Bietigheim-Bissingen hat seinen kleinen Durchhänger beendet und hält die Verfolger weiter auf Distanz. Weder der SC Riessersee noch die Löwen Frankfurt konnten entscheidend davon profitieren, dass der Vizemeister vier Niederlagen in Folge einstecken musste.

In Freiburg schlugen die Steelers am Sonntag zurück, feierten nach dem 3:2-Sieg im Landesderby noch ausgiebig mit ihren mitgereisten Fans und liegen wieder mit sieben Punkten Vorsprung an der Tabellenspitze. „Es ist nicht ganz einfach, immer die Konzentration hochzuhalten. Denn wir müssen immer gewinnen, das wird vom Spitzenreiter erwartet“, gab Trainer Kevin Gaudet zu Protokoll.

Nach dem „Puck-Pech“, das der Coach noch am Freitag bei der 3:4-Heimniederlage gegen Bad Nauheim beklagte, gaben die Schwaben zwar in Freiburg eine 2:0-Führung aus der Hand, doch Rene Schoofs sorgte mit seinem Siegtreffer in der 52. Minute dafür, dass die Schwaben neun Spieltage vor Beginn der Play-offs wieder in die Spur kamen.

Bis dahin sollte auch Spielmacher Justin Kelly (Foto: Baumann) wieder eine der prägenden Figuren im Steelers-Gefüge sein. Der Routinier, der nach einer schweren Knieverletzung seit Monaten fehlt, trainiert wieder mit und steht vor seinem Comeback. „Wir hoffen, das er in etwa zwei Wochen wieder spielen kann“, meinte Gaudet.

Ob die Steelers noch einmal personell nachrüsten, ließ Geschäftsführer Volker Schoch offen: „Wir beteiligen uns nicht an Spekulationen, wir schaffen Fakten.“ Konkurrent Frankfurt hat sich beim angeschlagenen DEL-Club aus Krefeld jedenfalls schon mal bedient und nimmt auch am Lizenzprüfungsverfahren für die nächste DEL-Saison teil. Die Hessen kommen aber nur dann zum Zuge, wenn man sportlich nach Abschluss dieser Runde vor einem weiteren sich bewerbenden DEL-2-Club steht und zugleich ein Verein aus der höchsten Spielklasse ausscheidet.

Venta gewinnt alle Duelle

Dass Kevin Venta immer den Durchblick behält, ist kein Wunder. Schließlich arbeitet er im Optikfachhandel. Ein gutes Auge hat der 26-jährige Luftpistolenschütze der SGi Ludwigsburg auch in der Bundesliga bewiesen. Bei der Endrunde am Wochenende in Paderborn gewann der Slowene, der auch die deutsche Staatsbürgerschaft besitzt, alle drei Duelle: im Viertelfinale gegen Thomas Hoppe (SV Bassum), im Halbfinale gegen Mathias Putzmann (SV Kriftel) und im Kampf um Platz 3 gegen die Olympiazweite Monika Karsch (SV Kelheim-Gmünd).

Vor den letzten vier der 40 Schüsse schlug aber auch Venta das Herz bis zum Hals. „Ich wusste Monika Karsch hat 94 stehen, ich musste wenigstens 96 schießen“, schilderte Ludwigsburgs Neuzugang die vierte Zehnerserie. Dreimal musste er ins Zentrum der Scheibe und damit die Zehn treffen, nur eine Neun durfte er sich noch leisten – dann gehörte Bronze den Ludwigsburgern. Und genauso rettete sich Kevin Venta ins Ziel und zum 378:377 über seine prominente Gegnerin.

„Als alle auf mich zugerannt sind, wusste ich, dass mein Punkt der 3:2-Sieg ist“, ließ er den aufregenden Moment Revue passieren. „Es waren alle Emotionen dabei. Wir waren traurig, weil wir das Halbfinale verloren haben. Dann waren wir überglücklich“, erlebte Venta die ganze Bandbreite der Gefühlszustände. Seine erste Bundesliga-Endrunde im brodelnden Sportzentrum am Maspernplatz wird er so schnell nicht vergessen.

Die Mannschaftskameraden Asgeir Sigurgeirsson, Celine Goberville, Florian Brunner, Julia Hochmuth und Rene Potteck hätten den Slowenen nach dem Happy-End fast erdrückt. „Ein Dreamteam“, schwärmte der Matchwinner. „Ich fühle mich sehr wohl in Ludwigsburg.“ Venta wird auch in der kommenden Saison für die SGi schießen.

Noch in der Nacht von Sonntag auf Montag fuhr er mit seinem Vater und seiner Freundin zurück in die Heimat, da ein Lehrgang mit der slowenischen Nationalmannschaft auf dem Plan steht. Kevin Ventas nächstes Highlight: die Europameisterschaft vom 16. bis 26. Februar im ungarischen Györ.

von karl-heinz ullrichund Erich wagner
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