Turnen
Ludwigsburg | 23. Oktober 2018

Coup am Kugelberg

Die KSV Hoheneck hat den Heimwettkampf in der Turn-Regionalliga überraschend gewonnen. Das Team von Sebastian Braden und Uta Ziegler lag nach vier Geräten 0,7 Punkte vor der KTG Heidelberg, die Freude in der heimischen Sporthalle Kugelberg war dementsprechend groß.

Jona Lamatsch turnt beim Heimwettkampf des KSV Hoheneck den besten Vierkampf aller Starterinnen und kann auch am Boden überzeugen. Foto: Baumann
Jona Lamatsch turnt beim Heimwettkampf des KSV Hoheneck den besten Vierkampf aller Starterinnen und kann auch am Boden überzeugen. Foto: Baumann

„Es war einfach sensationell“, berichtete Ziegler nach dem Wettkampf, „in der eigenen Halle so unerwartet zu gewinnen ist einfach wunderbar“. Der Start der Turnerinnen am Stufenbarren verlief gut: Jona Lamatsch, die den besten Vierkampf aller Starterinnen turnte, holte mit 9,55 Punkten die Tageshöchstwertung. Die Zwillinge Lara (8,6 Punkte) und Maren Kauderer (8,45) und Amy Fischer (7,45) zeigten ebenfalls gut Übungen. Insgesamt reichte das für die drittmeisten Punkte am Barren, nur Heidelberg und die Gesamtdritten aus Veithöchstheim erturnten sich mehr Punkte.

Am Schwebebalken konnte den Hoheneckerinnen kein anderes Team das Wasser reichen. Lamatsch 11,95 Zähler waren mit über einem Punkt auch auf dem fünf Zentimeter breitem Balken, auf dem sie ein freies Rad und einen freien Überschlag zeigte, das Maß aller Dinge. Auch Saskia Knoll (10,7) und Mona Ziegler (10,35) erhielten zweistellige Wertungen, Lara Kauderer ergänzte mit 9,8 Punkten das Mannschaftsergebnis.

Die mannschaftliche Geschlossenheit des Teams zeigte sich am Boden, Ziegler (10,6), Valentina Herbst (10,55), Renz (10,35) und Lamatsch (10,3) erhielten alle hohe Wertungen. Fischer, mit 14 Jahren die Jüngste im Team, erhielt trotz Streichwertung (9,1) ein Sonderlob von ihrer Trainerin: „Amy hat so geturnt wie noch nie am Boden, sie wollte auf keinen Fall aus der Fläche treten, hat dann aber mit der Hand den Boden berührt“. Das werteten die Kampfrichter als Sturz und damit gab es mehr Abzüge als nur der Schritt aus der Fläche.

Am letzten Gerät dem Sprung zeigten Maren Kauderer, Lamatsch und Renz einen gebückten Tsukahara, Fischer und Ziegler die gehockte Version aus Radwende und Rückwärtssalto über den Sprungtisch. Renz (12,35) und Kauderer (12,2) turnten direkt in den Stand und auch Ziegler (11,7) und Fischer (11,55) erhielten gute Wertungen.

Als dann bei der Siegerehrung vor rund 150 Zuschauern das Ergebnis verkündet wurde, „herrschte ungläubiges Staunen, bis dann alle fast ausgeflippt sind“, beschreibt die Trainerin die Stimmung. Mit dem Wettkampf festigt die KSV-Riege den vierten Platz in der Tabelle. Da sich die anderen Mannschaften hinter Hoheneck „für uns unglücklich“ (Ziegler) platzierten, ist nach oben auch nicht mehr viel möglich.

Der Abstand auf die die TSG Hassloch und Veithöchstheim auf Platz eins und zwei und damit die Aufstiegsrelegation ist mit acht Tabellenpunkten deutlich. Das Saisonziel von einem gesicherten Wettkampf zum Abschluss in Heidelberg haben die Hoheneckerinnen allerdings schon mehr als erreicht.

Patrick Nägele
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