Volleyball
Ludwigsburg | 18. Juni 2018

In Ludwigsburg bekommt Deutschland Grenzen gezeigt

Die deutsche Volleyball-Nationalmannschaft hat den Heimauftritt bei der Nations League gestern in Ludwigsburg mit einer 0:3 (18:25, 24:26, 18:25)-Niederlage gegen Russland beendet. Die Teilnahme am Finalturnier rückt damit in weite Ferne.

Dmitriy Muserskiy (rot, Russland) gegen Deutschlands Marcus Böhme.Foto: Baumann
Dmitriy Muserskiy (rot, Russland) gegen Deutschlands Marcus Böhme.Foto: Baumann

Drei Siege wollten die deutschen Volleyballer beim vorletzten Stopp der Nations League in der Ludwigsburger MHP-Arena. Dieses Ziel wurde klar verfehlt. Lediglich am Samstag beim 3:1-Sieg über Argentinien kamen die Deutschen zu einem Erfolg. Niederlagen gab es am Freitag beim 2:3 gegen Japan und gestern beim 0:3 gegen Russland.

Damit liegt die Auswahl des Deutschen Volleyball-Verbandes (DVV) vor den drei abschließenden Begegnungen am nächsten Wochenende (22. bis 24. Juni) in Teheran mit nur fünf Siegen aus zwölf Spielen lediglich auf dem zehnten Platz in der Tabelle. Neben Gastgeber Frankreich qualifizieren sich die besten fünf Mannschaften für das Finalturnier vom 4. bis 8. Juli in Lille.

„Wir haben gekämpft. Der zweite Satz war ärgerlich. Da haben wir zwei, drei Bälle leichtfertig verloren. Da sieht man, wo es noch zur Weltspitze fehlt“, sagte Kapitän Lukas Kampa gestern nach der Partie vor 2075 Zuschauern. An den Tagen zuvor war die MHP-Arena mit 1132 Besuchern am Freitag und 1635 Fans am Samstag deutlich schwächer besucht.

Gegen die Spitzenmannschaft Russland agierte das DVV-Team lange auf Augenhöhe. Während die Russen den ersten Satz mit 25:18 für sich entschieden und vor allem in der Endphase überlegen agierten, machten es die Gastgeber im zweiten Durchgang besser. Beim Stand von 23:21 war Deutschland dem Satzgewinn nahe. Russland glich aber zum 24:24 aus und sicherte sich auch den zweiten Satz mit 26:24. Von diesem Rückschlag konnte sich das deutsche Team nicht mehr erholen und war in der dritten Runde ohne Chance.

Anders als einen Tag zuvor bei der 2:3-Niederlage gegen Japan zeigte sich der EM-Zweite am Samstag gegen Argentinien von Anfang an sehr fokussiert. Bundestrainer Giani hatte in der Startformation einige Änderungen vorgenommen. Unter anderem kehrte Simon Hirsch auf die Diagonalposition zurück. Im Zuspiel setzte der italienische Coach statt auf Kapitän Lukas Kampa die meiste Zeit über auf den jüngeren und stark aufschlagenden Jan Zimmermann.

Zwei Sätze lang hatten die Deutschen die Partie fest im Griff. Sie präsentierten sich sehr konzentriert und mit stabiler Annahme. Dann stellten sich die Südamerikaner besser ein und schraubten die eigene Fehlerquote herunter, während sich in den Aktionen der Gastgeber zunehmend Schwächen einschlichen. Giani wechselte einen Teil seines Personals, so dass es in der Schlussphase des vierten Durchgangs wieder besser lief. Der erste Matchball brachte schon die Entscheidung.

Marco Jaisle
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