Volleyball
Ludwigsburg | 16. Juni 2018

Japaner zu stark für Deutschland

Die deutsche Volleyball-Nationalmannschaft hat ihr erstes Spiel bei der Nations League in Ludwigsburg mit 2:3 (22:25, 25:21, 15:25, 25:20, 12:15) verloren. Im Tie-Break unterlagen die Gastgeber vor nur 1132 Zuschauern Japan. Bereits heute geht es im Kampf um die Teilnahme am Finalturnier weiter.

Harter Kampf: Deutschlands Marcus Böhme (rechts) versucht, den Ball an drei Japanern vorbeizuschmettern. Foto: Baumann
Harter Kampf: Deutschlands Marcus Böhme (rechts) versucht, den Ball an drei Japanern vorbeizuschmettern. Foto: Baumann

Gekämpft hat die deutsche Volleyball-Nationalmannschaft bis zum Schluss, doch für einen Sieg hat es nicht gereicht. Nach einem spannenden Spiel und fünf Sätzen ging Japan gestern Abend als Sieger vom Feld in der MHP-Arena. „Natürlich wussten wir, dass mit Japan eine spielstarke Mannschaft kommt. Aber es ist trotzdem enttäuschend, so in das Wochenende zu starten. Denn wir brauchen jeden Sieg“, sagte Christian Fromm nach dem Nations-League-Auftakt in Ludwigsburg. Es ist der vorletzte Halt des neuen Wettbewerbs. Bereits heute um 16 Uhr geht es für das deutsche Team gegen Argentinien weiter, am morgigen Sonntag wartet um 15 Uhr Russland. Im Kampf um den Einzug in das Finalturnier braucht Deutschland noch mindestens zwei Siege. Die besten sechs der 16 Teams qualifizieren sich.

Drei Siege in Ludwigsburg, das hatte Nationalmannschafts-Kapitän Lukas Kampa vor den Duellen gegen Japan, Argentinien und Russland gefordert. Doch der Auftakt Gesternabend im ersten Spiel gegen Japan misslang dem Volleyballer. Sein Aufschlag landete beim Gegner. Im Gegenzug konnte Kampa einen Schmetterball des Japaners Yuji Nishida nicht im Spiel halten. Als die deutsche Mannschaft dann auch noch leichtfertig den Ball fallen ließ, war der 0:3-Fehlstart perfekt.

Ermutigt vom guten Anfang bestimmten die Japaner die Partie, während die Deutschen nur langsam in Fahrt kamen. Fromm erzielte mit einem Gewaltschlag das 1:4, aber Japan zog bis auf 6:1 davon und hielt den Sechs-Punkte-Vorsprung lange. Erst als die Gäste den Satz schon beinahe in sicheren Händen hatten, kam Deutschland noch mal heran. Kampa und Fromm verkürzten auf 22:24, doch Moritz Reicherts Aufschlag landete im Netz.

Im zweiten Durchgang waren die Gastgeber von Beginn an wach. Beeindrucken ließ sich Japan davon nicht, es entwickelte sich ein enger Schlagabtausch. Keine Mannschaft konnte sich absetzen. Deutschland legte einen Punkt vor, Japan legte nach und glich meist aus. Nach diesem Muster steuerte der zweite Satz auf ein spannendes Finale zu. Nach zwei erfolgreichen Blocks gingen die Deutschen mit 24:20 in Führung und holten sich den Satz kurz darauf mit 25:21.

Auch im dritten Spielabschnitt begegneten sich beide Teams auf Augenhöhe. Nach mehreren längeren Ballwechseln mit glücklicherem Ende für Japan gingen die Gäste mit 14:8 in Führung. Auf deutscher Seite häuften sich Fehler und Abstimmungsprobleme nun wieder, ähnlich wie im ersten Satz. Dazu kamen Unsicherheiten, wie ein leichtfertig vergebener Aufschlag von Marcus Böhme, der im Rücken eines Gegenspielers landete (10:17). Kurz später machten es Ruben Schott und Jan Zimmermann nur wenig besser (13:21 und 14:22). Am Ende ging der Satz mit 25:15 an Japan.

Mit dem Rücken zur Wand bäumten sich die Deutschen noch einmal auf und erarbeiteten sich im vierten Durchgang eine 15:10 Führung. Auch als Japan beim 16:16 ausglich, ließen sich die Hausherren nicht entmutigen und kämpften weiter. Der Einsatz wurde belohnt. Das deutsche Team machte durch das 25:20 im vierten Satz den 2:2-Ausgleich, es ging in den Tie-Break, der nur bis 15 gespielt wird. Auch im Entscheidungssatz waren Japan und Deutschland gleich auf. Durch zwei Zähler in Folge gelang den Japanern eine 13:10 Führung, die sie sich nicht mehr nehmen ließen.

Marco Jaisle
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