Fazit
Bietigheim-Bissingen. | 17. August 2018

Leichtathletik-EM spornt Kessing an

Bietigheim-Bissingens Oberbürgermeister Jürgen Kessing ist mit vielen positiven Eindrücken von der Leichtathletik-EM aus Berlin zurückgekehrt. Die gelungenen Wettkämpfe sind für den Verbandschef ein Ansporn. Vor allem was den Erhalt der Laufbahn im Olympiastadion angeht.

Begeistert von der Leichtathletik-EM: Bietigheims OB und DLV-Präsident Jürgen Kessing neben Sprintstar Gina Lückenkemper.Foto: dpa
Begeistert von der Leichtathletik-EM: Bietigheims OB und DLV-Präsident Jürgen Kessing neben Sprintstar Gina Lückenkemper.Foto: dpa

Nach der Leichtathletik-EM in Berlin ist Oberbürgermeister Jürgen Kessing wieder zurück in seinem Rathaus in Bietigheim-Bissingen. Die positiven Erinnerungen an seine erste Großveranstaltung als Präsident des deutschen Leichtathletikverbandes sind noch frisch. „Ich denke, es war so, wie es der europäische Leichtathletik-Verbandspräsident Svein Arne Hansen gesagt hat: Die beste EM der Geschichte“, schwärmt Kessing wenige Tage nach Ende der Großveranstaltung.

An jedem der sechs Tage war Deutschlands höchster Leichtathletik-Funktionär im Olympiastadion und auf der sogenannten europäischen Meile am Breitscheidplatz. Dort, im Zentrum des ehemaligen West-Berlins, fanden die Qualifikation im Kugelstoßen, die Straßenläufe und die Medaillenvergaben vor Tausenden Zuschauern statt. „Olympiastadion und Breitscheidplatz – das sind die beiden Herzkammern der Stadt, die da geschlagen haben“, ist Kessing mit der Umsetzung der Idee zufrieden. „Das war für Zuschauer und Athleten bewegend. Damit haben wir eine richtungsweisende Duftmarke gesetzt.“ Es habe viele Momente gegeben, die auch ihn faszinierten.

Kritik gab es nur an der digitalen Messung, vor allem beim Weitsprung. Aber auch hier hat Kessing bereits einen Lösungsvorschlag parat: „Man könnte zum Beispiel zusätzlich einen Stab in den Sand stecken.“

Ernsthafte Bauchschmerzen verursachte dagegen die Diskussion um den Abriss der Laufbahn im Berliner Olympiastadion. Denn es gibt Überlegungen, die Heimspielstätte des Fußball-Bundesligisten Hertha BSC zu einem reinen Fußballstadion umzubauen und somit einen Neubau zu verhindern. „Dann hätten wir in Deutschland kein Stadion mehr, um eine solche internationale Leichtathletik-Großveranstaltung durchzuführen.“ Bereits Anfang Juli kritisierte Kessing bei einem Interview mit unserer Zeitung den Umbau der Stuttgarter Mercedes-Benz-Arena zu einem reinen Fußballstadion scharf. Würde die Laufbahn in Berlin wegfallen, blieben laut Kessing für nationale Veranstaltungen nur das Nürnberger Max-Morlock-Stadion (50 000 Plätze), das Eintracht-Stadion in Braunschweig (24 406), das Steigerwaldstadion in Erfurt (18 599), das Auestadion in Kassel (18 737) sowie die sanierungsbedürftigen Sportstätten in Ulm und Wattenscheid.

„Wir kämpfen mit den Personen, die ebenfalls gegen einen Abriss sind, für den Erhalt der Laufbahn. Durch so begeisternde Veranstaltungen wie die EM versuchen wir, die Begründung zu liefern.“ Der DLV plant, mindestens alle zehn Jahre eine EM oder WM auszurichten. Laut Kessing gebe es Pläne, die gesamten European Championships 2024 in Berlin zu veranstalten. Der Berliner Verband hatte erklärt, die Staffel-WM in die Hauptstadt bringen zu wollen und das Olympiastadion als Standort für die Diamond League genannt.

Marco Jaisle
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