Boxen
Ludwigsburg | 17. Mai 2018

Paskali ist heiß auf sein Profidebüt

Mit 28 Jahren gibt der Ludwigsburger Boxer Xhek Paskali am Freitagabend sein Profidebüt. Beim Kampfabend in Potsdam trifft er im Supermittelgewicht auf den drei Jahre jüngeren Weißrussen Ivan Murashkin. Paskalis Fight wird bei Sport 1 (ab 20 Uhr) live zu sehen sein.

Xhek Paskali gibt am Freitagabend sein Debüt als Profiboxer.Foto: privat
Xhek Paskali gibt am Freitagabend sein Debüt als Profiboxer.Foto: privat

Ludwigsburg. Nach über 150 Amateurkämpfen und seinem ersten deutschen Meistertitel im Dezember (81-kg-Klasse) für den MBC Ludwigsburg wagt der gebürtige Albaner den nächsten Schritt. Es ging alles ganz schnell. Ende April unterzeichnete Paskali beim Hamburger Team EC Boxing einen Drei-Jahres-Vertrag, bereits am Freitag steht er erstmals im Ring. Vermittelt wurde die langfristige Zusammenarbeit von seiner Managerin Etchika Pollex (Berlin).

Paskalis langjährigem Heimtrainer Achim Böhme, der seinen Schützling auch bei der Premiere im Profilager coachen wird, ging das Ganze fast etwas zu schnell. Er hätte sich eine längere Vorbereitungszeit gewünscht, aber Paskali zerstreut die Bedenken seines väterlichen Freundes: „Ich bin topfit.“

Der gut geschulte Techniker und zähe Kämpfer geht in der Potsdamer MBS-Arena gegen seinen weißrussischen Kontrahenten, der schon sieben Profikämpfe bestritten hat, erstmals über die Distanz von sechs Runden. Die Unwägbarkeiten des Boxgeschäfts bekommt Paskali gleich zum Auftakt zu spüren, denn es kursierte gestern die Nachricht, dass es kurzfristig zu einem Wechsel des Gegners kommen könnte. Als möglicher Widerpart wurde der Serbe Miloslav Savic (23) gehandelt. Paskali fühlt sich jedenfalls „auf einem guten Weg, um ganz nach oben zu kommen“. In der Weltrangliste will er in die Top 5 drängen und sich für Titelkämpfe empfehlen.

In einem Schreiben an seine Wegbegleiter, an die Bundeswehr, die ihn als Sportfördersoldaten am Olympiastützpunkt in Heidelberg etliche Jahre unterstützt hat, an den Boxverband Baden-Württemberg und an den Deutschen Boxverband brachte Xhek Paskali seinen Dank für die Hilfe zum Ausdruck: „Danke, dass ihr mich so akzeptiert habt, wie ich bin, auch wenn der eine oder andere ein paar graue Haare durch mich bekommen hat.“

Paskali, mit seinen Eltern im Alter von zwei Jahren nach Ludwigsburg gekommen, ist ein introvertierter, eigenwilliger Athlet und absolviert Interviews ähnlich wie seine Kämpfe: zurückhaltend, aus einer kompakten Defensive heraus, nicht zuviel preisgebend.

Nach der durch haarsträubende Fehlurteile verpassten Olympiateilnahme 2016 hat sich Paskali im vergangenen Jahr mit Aufenthalten im Wild Card Boxing Club in Los Angeles und als Sparringspartner im Sauerland-Boxstall neue Motivation geholt. Die Chance, die ihm nun Promoter Erol Ceylan bei EC Boxing bietet, will Paskali beim Schopf packen. Für sein erstes Profijahr sind acht Kämpfe vereinbart.

Man darf gespannt sein, welche Noten sich Paskali bei den Experten am Ring, Axel Schulz und Regina Halmich, verdienen wird. Insgesamt stehen neun Kämpfe auf der Liste. Höhepunkte sind das Duell um den IBF-Interkontinental-Titel zwischen Patrick Wojcicki und Ronny Mittag (beide Deutschland/Mittelgewicht) sowie der WM-Fight im Federgewicht der Frauen: Die Berlinerin Nina Meinke bekommt es mit der Deutschrussin Elina Tissen zu tun, die die WM-Titel der GBU und WIBF innehat.

Erich Wagner
Weitere Artikel aus diesem Ressort
Anzeige