Wasserball
Ludwigsburg | 13. Juli 2018

Ritterschlag für großes Wasserball-Talent des SVL

Große Auszeichnung für die Wasserballer des SV Ludwigsburg: Ihr Centerverteidiger Timo van der Bosch wurde von Bundestrainer Hagen Stamm für die Europameisterschaft in Barcelona nominiert.

Timo van der Bosch: Vom SV Ludwigsburg zur EM nach Barcelona. Foto: bm
Timo van der Bosch: Vom SV Ludwigsburg zur EM nach Barcelona. Foto: bm

Nach kräftezehrenden Vorbereitungsetappen mit der deutschen Wasserball-Nationalmannschaft wurde jetzt die Nominierung endgültig bekannt: Der Neuzugang des SV Ludwigsburg, Timo van der Bosch (24), wird die Vereinsfarben der Barockstadt bei der kommenden Wasserball-EM in Barcelona (14. bis 28. Juli) vertreten. Für Spieler und Verein gleicht dies einem wahren Ritterschlag: Nach einem halben Jahrhundert, als damals Wasserball-Legende Peter Teicher den SVL bei den Olympischen Spielen 1968 in Mexiko vertrat, wird nun der robuste Centerverteidiger van der Bosch in der katalanischen Küstenstadt in dessen Fußstapfen treten.

Als Center sehr flexibel

„Es ist schon ein sehr schönes Gefühl. Gleichzeitig ist es eine Bestätigung für meine guten Leistungen unter Hagen Stamm“, sagte van der Bosch nach der Bekanntgabe seiner Nominierung. Für den gebürtigen Heidelberger, der im Frühjahr vom Pro A Team SSV Esslingen an den Neckar wechselte, ist es nach 2014 in Budapest und 2016 in Belgrad die dritte EM-Teilnahme.

„Timo hat sich körperlich und konditionell enorm verbessert. Er hat individuell viel an sich gearbeitet. Das macht ihn in der Verteidigung als Centerverteidiger und im Angriff als Center flexibel einsetzbar“, begründet Bundestrainer Stamm seine Entscheidung. Für seine 13-köpfige Auswahl geht es nach den internationalen Generalproben in Duisburg und in Cosenza (Italien) an diesem Freitag mit dem Flieger aus München nach Barcelona. Dort erwartet die deutsche Nationalmannschaft um Kapitän Julian Real ein Haifischbecken: Mit Rekordolympiasieger Ungarn, dem Olympiadritten Italien und den nicht zu unterschätzenden Georgiern habe man die denkbar „schwierigste Auslosung“ (Stamm) erwischt.

Zum Auftakt gegen Italien

Gleich zum Auftakt am Montag um 18.30 Uhr erwartet van der Bosch und Co. Turnierfavorit Italien mit ihrem Starkapitän Pietro Figlioli. „Die Italiener sind uns körperlich und schwimmerisch überlegen. Es wird wichtig sein, dass wir uns nicht von Anfang an überrollen lassen“, sagt Bundestrainer Stamm. Van der Bosch sieht es ähnlich: „Wir sind uns dessen bewusst, dass wir in unserer Gruppe keine Favoriten sind. Dennoch werden wir zum Auftakt mit der Motivation reingehen, Italien zu schlagen.“

Personell müssen die deutschen Wasserballer auf ihren aktuell besten Center Mateo Cuk (Wasserfreunde Spandau 04) verzichten. Dieser musste aufgrund einer Schulterverletzung passen. Gedanken darüber muss sich die Mannschaft um Kapitän Julian Real nicht machen: Schließlich stehe mit Timo van der Bosch ein starker Ersatz zur Verfügung. Schlägt vielleicht seine Stunde bei dieser EM? Nach den bisher starken Leistungen in den letzten Jahren wäre ihm dies zuzutrauen.

Bojan Mrdja
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