Wasserball
Ludwigsburg | 19. Dezember 2017

SVL wird um den Sieg gebracht

Es war eine spannende Begegnung mit bitterem Ende für den SV Ludwigsburg: Der SVL hat sein letztes Hinrundenspiel in der Wasserball-Bundesliga gegen den SC Wedding Berlin denkbar knapp mit 9:10 verloren.

Muss die nächste knappe Niederlage einstecken: Der SVL und Kapitän Adrian Jakovcev.Foto: bm
Muss die nächste knappe Niederlage einstecken: Der SVL und Kapitän Adrian Jakovcev.Foto: bm

Erneut bleibt dem SV Ludwigsburg gegen eine etablierte Bundesligamannschaft ein Sieg verwehrt. Wie in den Partien zuvor gegen den SVV Plauen (12:14), Poseidon Hamburg (10:10) und SV Krefeld (8:9) scheiterte die Mannschaft um Kapitän Adrian Jakovcev auch gegen Wedding an sich selbst. Noch dazu kam, dass den Ludwigsburger Wasserballern der Treffer zum Ausgleich in letzter Sekunde aberkannt wurde. SVL-Trainer Sven Schulz war nach der Niederlage bedient: „Das Tor war regulär, aber letztendlich müssen wir die Schiedsrichterentscheidung akzeptieren. Wir haben aber zuvor im Spiel unsere taktische Varianten, die wir uns vorgenommen hatten, weder in der Verteidigung noch im Angriff umgesetzt.“

Ludwigsburg verschläft den Start

Dabei hatte der SVL den Beginn verschlafen. Die Gäste nutzten ihre Überzahlspiele im Angriff aus und entschieden das erste Viertel mit 3:1. Der SVL dagegen fand im Angriff kaum Akzente und wirkte in der Verteidigung desorientiert.

Das zweite Viertel verlief ähnlich: die Barockstädter waren teilweise gegen das Pressing der Berliner überfordert, so dass die Gäste weiterhin in Führung lagen (6:4). Doch Torwart Josip Katusa hielt den Bundesligaaufsteiger im Spiel und durch Tore von Antonio Tadic und Kapitän Adrian Jakovcev erzielte man den Ausgleich (6:6).

Nach der Halbzeit entstand jedoch Unruhe im Spiel der Ludwigsburger: Milo Aleksic brachte zwar mit seinem Tor die Gastgeber erstmals in Front (7:6), doch die Spielausschüsse von Antonio Tadic, Adam Blank und Pavle Vukicevic sollten sich als schwere Hypothek erweisen. Die Berliner spielten weiter konsequent ihre Angriffe aus und lagen nach dem dritten Viertel mit 8:7 in Front. „Wir haben im Angriff überhastet agiert und schoben danach Frust. Leider haben einige Spieler nicht das umgesetzt, was wir zuvor besprochen haben. Das schaffen wir nur mit Disziplin“, erklärte Schulz.

Dramatik zum Ende des Spiels

Das letzte Viertel eröffnete SVL-Nachwuchsspieler Tim Kraut mit seinem zweiten Tor im Spiel zum 8:8-Ausgleich. Waren die Ludwigsburger ohnehin schon dezimiert, wurde Kapitän Jakovcev auch noch des Spiels verwiesen. Wedding erhöhte daraufhin auf 10:8 und die letzten Minuten waren an Dramatik kaum zu überbieten: Bosko Krivicic gelang der Anschlusstreffer (9:10) und nach missglückten Angriffen der Gäste blieben dem SVL fünf Sekunden bis zum Schluss. Dario Labavic traf nach einem Ausschuss gegen Wedding in buchstäblich letzter Sekunde: der frenetische Jubel hielt allerdings nicht lange. Nach Meinung der Schiedsrichter war die Uhr bereits abgelaufen, weshalb das Tor nicht zählte – zum Unmut des SVL.

„Manche Schiedsrichterentscheidungen gegen uns waren inakzeptabel. Letztendlich fand sich Wedding in diesem Chaos besser zurecht“, sagte Kapitän Jakovcev. Aktuell liegt Ludwigburg nach sieben Partien mit drei Punkten auf dem siebten Platz in der Pro B. Die Berliner konnten ihren Vorsprung zu Ludwigsburg durch den Auswärtssieg um vier Punkte weiter ausbauen und sind Fünfter. Die Mannschaft um Sven Schulz ist damit in der Rückrunde nach der einmonatigen Winterpause zum Siegen verdammt, will sie den Klassenverbleib schaffen.

Bojan Mrdja
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