11. April 2014

Keine großen Beschlüsse: Motorsound wird weiter geprüft

Marrakesch (dpa) - Nur viel Lärm um nichts: Der Motorsport-Weltrat hat bei seiner Sitzung in Marrakesch keine großen Änderungen für die Formel 1 beschlossen. Einzig der vielkritisierte Motorensound steht weiter auf dem Prüfstand.

Mercedes-Teamaufsichtsratschef
Niki Lauda kritisiert die Diskussionen um die neue Formel 1. Foto: Srdjan Suki
dpa

Ansonsten müssen vor allem die Verfolger von MercedesAMG weiter mit den aktuellen Bedingungen leben und versuchen, die größte technische Regelreform der Formel 1 so gut umzusetzen wie es die Silberpfeile bereits geschafft haben. «Es hätte nie bis zu diesem Punkt kommen dürfen, an dem wir den Sport selbst zerstören», sagte Mercedes-Teamaufsichtsratschef Niki Lauda «autosport.com». Schon vorher hatte der dreimalige Champion und TV-Experte die Diskussionen um die neue Formel 1 deutlich kritisiert. «Es scheint einfach so, als wenn Mercedes in diesem Jahr das beste Paket geschnürt hat», hatte Lauda betont.

Beleg dafür ist die WM-Führung von Nico Rosberg vor Lewis Hamilton; die beiden teilten die Siege in den bisherigen drei Rennen (einmal Rosberg, zweimal Hamilton) unter sich auf. Beim Großen Preis von Bahrain hatte das Mercedes-Duo sich einen packenden Zweikampf geliefert, der alle Kritiker, denen das Spektakel bislang zu kurz kam, verstummen ließ.

Einer der Kritikpunkte an der reformierten Technik war und ist auch die geringere Lautstärke der neuen Triebwerke. Nach dem Auftaktrennen in Australien hatte der dortige Grand-Prix-Chef der Formel 1 deswegen sogar Vertragsbruch vorgeworfen. «Wie schon bekanntgegeben, läuft eine Studie über den Motorensound, mit vorläufigen Ergebnissen wird in Kürze gerechnet», hieß es dazu in einer Mitteilung des Internationalen Automobilverbandes zur Sitzung des World Motorsport Councils in Marokko.

Ansonsten bestätigte die FIA, dass NASCAR-Rennstallgründer Gene Haas eine Lizenz für die Saison 2015 bekommen hat. Damit könnte endlich ein amerikanisches Team in der Formel 1 an den Start gehen. «Das ist eine aufregende Zeit für mich, Haas Automation und jeden, der ein amerikanisches Team in der Formel 1 sehen will», sagte Haas. Er weiß aber auch: «Die wirklich harte Arbeit beginnt jetzt.» Nicht mal zwölf Monate bleiben ihm und seiner Mannschaft Zeit. Vor rund vier Jahren war das amerikanische Projekt US F1 gescheitert. Die FIA prüft zudem weiterhin einen möglichen Einstieg von Forza Rossa, einem geplanten Rennstall des ehemaligen Formel-1-Teamchefs Colin Kolles.

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