14. Mai 2012

1. FC Köln holt Stanislawski als Trainer

Köln (dpa) - Die x-te Hoffnung des 1. FC Köln auf eine bessere Zukunft heißt Holger Stanislawski. Der als Motivator bekannte Fußballlehrer wurde auserkoren, den Bundesligaabsteiger auch ohne Lukas Podolski möglichst schnell wieder aus der Zweitklassigkeit zu führen.

FC-Coach
Holger Stanislawski ist der neue Trainer des 1. FC Köln. Foto: Uwe Anspach
dpa

Weitere Prämisse: mit Stanislawski soll Kontinuität einziehen. Schließlich ist die Liste der Kölner Cheftrainer seit 2000 nach der Verpflichtung des 42-Jährigen auf 16 Namen angewachsen. «Ich freue mich auf die Aufgabe, auch wenn sie nicht einfach wird. Das ist allen Beteiligten klar», wird Stanislawski in einer Mitteilung des Vereins zitiert, der vor fast genau 50 Jahren (12. Mai 1962) erstmals deutscher Meister geworden war. Erster Arbeitstag Stanislawskis mit seinen künftigen Profis ist am 15. Juni. Als Co-Trainer bringt er den ehemaligen FC-Profi André Trulsen und Klaus-Peter Nemet mit.

Vollblutcoach Stanislawski bezeichnete den 1. FC Köln als «Traditionsverein der Bundesliga mit großartigen Fans in einer sehr lebendigen Stadt». Seine persönliche Herausforderung ist es, «eine Mannschaft mit Charakter und der richtigen Einstellung zu formen». Stanislawski: «Ich verspreche, mit ganzer Kraft an dieser Aufgabe zu arbeiten.»

FC-Vizepräsident Toni Schumacher ist überzeugt von den Durchhalte- und Motivationsqualitäten des neuen starken Mannes am Geißbockheim: «Holger Stanislawski ist ein Trainer, der hervorragend zum 1. FC Köln passt. Wer dem fußballverrückten Hamburg mit seinem hohen medialen Druck gewachsen ist, kann auch in Köln bestehen.» Zudem habe er bei St. Pauli bewiesen, «dass er mit Erfolg eine Mannschaft für den Aufstieg in die Bundesliga aufbauen und motivieren kann».

Stanislawski tritt in Köln seine dritte Führungsposition an. St. Pauli führte er aus der Regionalliga in die Bundesliga, stieg aber mit den Hamburgern 2011 wieder ab. Sein anschließendes Erstliga-Intermezzo bei 1899 Hoffenheim endete am 9. Februar 2012 vorzeitig.

Schon im April, als die Kölner mit Stale Solbakken immer tiefer in den Abstiegssog gerieten, war Stanislawski beim FC im Gespräch. Das Engagement kam nicht zustande, Frank Schaefer übernahm, konnte den fünften Sturz der überforderten Mannschaft in die 2. Liga aber nicht mehr verhindern.

Einen neuen Trainer hat Köln nun, die Suche nach einem Sportdirektor dauert an. Nachdem der offensichtliche Wunschkandidat Jörg Schmadtke in Hannover bleibt, gilt dessen rechte Hand Jörg Jakobs laut «Kicker» (Montag) als Top-Anwärter. Jakobs war bislang bei den Niedersachsen Chefscout.

Wer immer den am 10. März beurlaubten Volker Finke als Manager beerbt: Er muss im Zusammenspiel mit Stanislawski eine heikle Aufgabe bewältigen. Die Umsätze sinken um rund 30 Prozent - da muss sich der FC zwangsweise von Spielern trennen, die den Etat zu sehr belasten.

Das FC-Präsidium um Werner Spinner bat die fast 56 000 Mitglieder schon um Langmut, sollten sich die Vorhaben nicht rasch umsetzen lassen. «Wir brauchen Geduld und die Zuversicht, dass wir gemeinsam erfolgreich sein werden, auch wenn nicht alles auf Anhieb klappen wird», ließ die Führungsspitze in der vergangenen Woche wissen.

Vereinsmitteilung

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