14. April 2014

Bayer-Baustelle - Lewandowski: «Noch viel Arbeit»

Leverkusen (dpa) - Bayer Leverkusen feierte die Wende mit Interimstrainer Sascha Lewandowski, doch die Kritik der Fans sorgte auch für Verärgerung im Team.

Sascha Lewandowski
Bayer-Coach Sascha Lewandowski hat noch viel Arbeit vor sich. Foto: Rolf Vennenbernd
dpa

Nach dem wichtigen 2:1 (2:1)-Erfolg gegen Hertha BSC bejubelten die Bayer-Profis den Sieg, auf den Gang in die Fankurve aber verzichteten sie. «Zuletzt kam einiges von den Fans, deshalb haben wir beschlossen fernzubleiben», erklärte Bayers Youngster Julian Brandt, der mit seinem zweiten Saisontreffer und einer guten Leistung großen Anteil am Erfolg hatte.

Mit einem großen Spruchband «Spielerleistung beschissen - Nächsten Trainer verschlissen» erinnerten die Anhänger an Lewandowskis beliebten Vorgänger Sami Hyypiä, der vor gut einer Woche gehen musste. Sportchef Rudi Völler, der am Sonntag seinen 54. Geburtstag feierte, hatte Verständnis für die Kritik und kündigte Aufarbeitung an. «Wir werden in dieser Woche Gespräche mit den Fans führen», sagte er.

Die größte Baustelle aber liegt auf dem Platz. «Wir haben nach dem Anschlusstreffer gesehen, wie groß die Verunsicherung ist. Da gab es Momente, die wir nicht sicher und souverän gelöst haben. Man sieht, dass wir noch sehr viel Arbeit haben», befand Lewandowski nach seiner Rückkehr auf den Cheftrainerstuhl. Dabei konnte sein Comeback nicht besser beginnen. Schon nach 40 Sekunden gelang Stefan Kießling mit seinem 15. Saisontreffer die Führung, ehe Brandt den zweiten Treffer folgen ließ. «Das war alles schon viel besser als in den letzten Wochen», meinte Mittelfeldspieler Emre Can.

Allerdings schlich sich nach dem Anschlusstreffer durch Sandro Wagner der alte Schlendrian wieder ein, am Ende war es vor allem ein Zittersieg. «Es ist nicht so einfach, innerhalb einer Woche alles umzukrempeln», meinte Simon Rolfes, der im leicht veränderten System seinen Mittelfeldplatz wieder abgeben musste. Mit zwei defensiven Mittelfeldspielern (Lars Bender und Can) wollte Lewandowski mehr Stabilität, später übernahm Rolfes als einziger «Sechser».

Den Verantwortlichen im Club fiel nach der schweren Herzens getroffenen Entscheidung gegen Hyypiä eine Last von den Schultern. Geschäftsführer Michael Schade lobte den neuen Coach: «Lewandowski hat neue Impulse gesetzt und mit Gestik, Mimik und Rhetorik neues Interesse bei den Spielern geweckt.» Geburtstagskind Völler war ebenfalls zufrieden, dass die Champions-League-Qualifikation wieder greifbar ist. «Der Sieg hilft uns natürlich, wir können es aus eigener Kraft schaffen», meinte der Sportchef.

Lichtblick im Team war erneut der noch 17 Jahre alte Brandt. Mit seiner Unbekümmertheit und seinen Fähigkeiten tut er dem Team derzeit sehr gut. «Er ist ein Juwel, an dem wir noch viel Spaß haben werden. Aber man darf nicht ständig Wunderdinge von ihm erwarten», sagte Lewandowski, der den Teenager als «selbstbewusst, aber geerdet» bezeichnete. «Es ist schon super, in meinem Alter überhaupt auf dem Platz zu stehen. Und so ein Tor ist ein Bonus, den man gerne mitnimmt», sagte der Junior.

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