30. April 2013

Blühende Spekulationen: BVB kommt nicht zur Ruhe

Madrid (dpa) - Wer ersetzt Götze? Wann geht Lewandowski? Denkt Hummels über Veränderungen nach? In Dortmund blühen die Spekulationen. Seit der überraschenden Nachricht vom Transfercoup des FC Bayern mit Mario Götze sorgen immer neue Schlagzeilen für Aufregung.

Quo vadis?
Wohin führt der Weg des BVB-Stars Robert Lewandowski? Foto: Kevin Kurek
dpa

Das fast tägliche Tohuwabohu verleidet Hans-Joachim Watze die Freude an der Arbeit. Zum Verdruss des BVB-Geschäftsführers gerieten die jüngsten sportlichen Erfolge in den Hintergrund: «In Deutschland hat man sich mehr daran abgearbeitet, welche Spieler von Borussia Dortmund eventuell woanders spielen könnten. Die Leistung der Mannschaft ist aus meiner Sicht definitiv zu kurz gekommen.»

   Besonders intensiv wird in der Öffentlichkeit über Lewandowskis Zukunft diskutiert. Mal soll er beim FC Bayern unterschrieben haben, mal im Tauschgeschäft mit dem Bremer Leihspieler Kevin de Bruyne zum FC Chelsea wechseln. Zur wachsenden Unruhe tragen vor allem die Berater des polnischen Nationalspielers bei: Maik Barthel und Cezary Kucharski erhöhen über die Medien den Druck. Watzke nannte zwar keine Namen, konnte sich aber einen verbalen Seitenhieb nicht verkneifen: «Ich wüsste nicht, dass auch nur ein Spieler etwas gefordert hätte. Das machen andere Leute, die aus irgendwelchen Gründen Foren und Aufmerksamkeit brauchen.»

Watzke bestätigte, den Beratern bereits vor Monaten Redebereitschaft signalisiert zu haben, «wenn bis zum 15. Mai etwas sehr Werthaltiges» vorliege. Das sei allerdings nicht als mündliche Zusage für eine Freigabe von Lewandowski zu verstehen gewesen. Behauptungen, dass der BVB von einem Verein bereits ein zufriedenstellendes Angebot erhalten habe, dementierte der Geschäftsführer: «Uns liegt nichts auf dem Tisch.»

Ähnlich groß ist das Wirrwarr um Kevin de Bruyne. Der von Chelsea an Bremen verliehene Mittelfeldspieler widersprach Meldungen in belgischen Medien, nach denen er bereits beim BVB unterschrieben habe. Offenbar ist man sich in London noch immer nicht darüber im Klaren, ob de Bruyne zum Verkauf steht. Solange kein neuer Trainer gefunden ist, dürfte beim Champions-League-Sieger von 2012 in dieser Angelegenheit keine Entscheidung fallen.

Zweifelsohne basteln die Dortmunder hinter den Kulissen an einer Mannschaft für die kommende Saison. Neben de Bruyne wurden zuletzt Heung-Min Son (Hamburg), Julian Draxler (FC Schalke), Christian Eriksen (Ajax Amsterdam), Christian Benteke (Aston Villa) und Patrick Herrmann (Mönchengladbach) als mögliche Neuzugänge gehandelt.

Dass Sportdirektor Michael Zorc am Sonntag beim Spiel des FC Schalke gegen Hamburg auf der Tribüne der Veltins-Arena gesehen wurde, sorgte für weitere Spekulationen. Um Draxler dürfte es beim Besuch von Zorc jedoch nicht gegangen sein. «Ich will klarstellen, dass ich in der kommenden Saison nicht für den BVB spielen werde», sagte der Schalker Mittelfeldspieler nach dem Abpfiff.

Üppige Einnahmen in der Champions League und der anstehende Verkauf von Götze für 37 Millionen Euro erhöhen beim BVB den Spielraum für Einkäufe. Auf externe Berechnungen, nach denen der Borussia rund 80 Millionen Euro für eine Shoppingtour zur Verfügung stehen, reagierte Watze mit einem müden Lächeln: «Wir müssen ja auch noch Steuern bezahlen.»

Die Sorge, dass neben Götze und Lewandowski weitere Leistungsträger über einen Vereinswechsel nachdenken, hält sich bei Watzke in Grenzen. Der angebliche Flirt des FC Barcelona mit Nationalverteidiger Mats Hummels blieb bisher nur ein Gerücht. Darüber hinaus signalisierte Ilkay Gündogan zum wiederholten Mal Bereitschaft, seinen bis 2015 datierten Vertrag mit dem BVB nach Saisonende vorzeitig verlängern zu wollen. «Ich kann mir gut vorstellen, hier noch länger zu spielen», sagte der Dortmunder Taktgeber dem «Kicker».

Längst wird auch innerhalb der Mannschaft über die Schlagzeilen geredet. «Ums Training herum ist das natürlich immer mal wieder ein Gesprächsthema. Es war auch viel los in den letzten Wochen», kommentierte Sebastian Kehl. Schmunzelnd fügte der Kapitän hinzu:
«Ich bin selbst gespannt, wer in den nächsten Wochen alles kommt, wer alles geht. Lassen wir uns einfach mal überraschen.»

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