17. April 2012

Chelseas «Mission impossible» gegen Barça

London (dpa) - Das Superstar-Ensemble des FC Barcelona scheint übermächtig - aber der FC Chelsea gefällt sich in der Rolle des Underdogs und will alles tun, um sich für das traumatische Halbfinal-Aus 2009 zu revanchieren.

Chelseas Barça-Trauma
2009 verlor der FC Chelsea mit Michael Ballack (l) gegen Xavi und den FC Barcelona. Foto: Gerry Penny
dpa

Chelseas Barça-Trauma von 2009 steckt selbst Michael Ballack noch in den Gliedern. Als «eine der schmerzvollsten Tiefen» seiner Karriere bezeichnete der Ex-Chelsea-Profi in einem «Times»-Kommentar das Halbfinal-Rückspiel in der Champions League damals - als die Blues an der Stamford Bridge durch das denkwürdige Iniesta-Tor in der 93. Minute ausschieden.

Auch wenn Barcelonas Superstar-Ensemble übermächtig erscheint: Chelseas Veteranen sinnen bei der Neuauflage vor dem Halbfinal-Hinspiel in London am Mittwoch auf Wiedergutmachung. «REVANCHE», forderte der «Daily Mirror». Didier Drogba taxiert die Chancen forsch auf «50:50». Barças Dani Alves bohrt derweil in der Wunde: Chelsea sei 2009 an «Angst» gescheitert.

«Ich glaube an Schicksal», sagt Andrés Iniesta, der auch als Final-Torschütze der Fußball-WM 2010 in den Geschichtsbüchern steht. «Dinge passieren, weil sie passieren sollen. Die Vision, die ich von dem Spiel an der Stamford Bridge habe, ist: dass wir bis zum Ende an uns glauben.» Jenes Last-Minute-Tor zum 1:1 nach dem 0:0 im Hinspiel schickte die beiden Vereine in unterschiedliche Richtungen: Mit den Blues von Roman Abramowitsch ging es fortan bergab - Barça startete seine Dominanz in Europa und gewann die Königsklasse 2009 und 2011. Chelsea steht nun erstmals seit 2009 wieder in der Vorschlussrunde.

Der einstige legendäre Chelsea-Coach José Mourinho konstatierte kürzlich nüchtern: «Barcelona ist nicht der Favorit - es ist der Super-Favorit.» Chelseas Mittelfeld-Dauerbrenner Frank Lampard hält dem entgegen: «Ich habe nichts dagegen, wenn man uns abschreibt.» Er gibt als Marschroute vor: «Wir dürfen nicht zu viel Angst zeigen. Wir müssen sie respektieren, aber wir nehmen es mit ihnen auf.»

Wieso sollte den West-Londonern eigentlich nicht die Sensation gelingen? Unter Interimstrainer Roberto di Matteo gewannen sie neun der vergangenen zwölf Pflichtspiele - zuletzt zogen sie am Sonntag mit einem 5:1-Erfolg über Tottenham Hotspur ins FA-Cup-Finale ein. Besonders der 34-jährige Drogba agierte dort in seiner wohl letzten Saison für Chelsea torhungrig wie in seinen besten Tagen. «Die Chancen stehen 50:50, auch wenn sie das beste Team der Welt sein sollen. Es sind zwei Spiele. Alles kann passieren», sagt der Ivorer.

Immerhin ist der Premier-League-Sechste seit fünf Partien gegen die Katalanen ungeschlagen. Ein gutes Omen könnte Felix Brych sein: Der Münchner Referee leitete bereits Chelseas Achtelfinal-Aufholjagd gegen den SSC Neapel (Hinspiel: 1:3, Rückspiel 4:1 n.V.).

Ballacks Erfolgsformel klingt wie eine mühsame «Mission impossible»: «Der einzige Weg, Barcelona zu schlagen, ist, immer weiter zu rennen und sich zu bewegen und zu rennen und sich zu bewegen, und dabei mit dem Ball intelligent umzugehen.» Und der frühere Nationalmannschaftskapitän schrieb über den Zweiten der Primera División: «Sie sind nicht mehr so konstant und können Spiele verlieren, weil sie menschliche Wesen sind - außer Lionel Messi!»

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