21. August 2012

Chemnitzer FC muss mit Strafe rechnen

Chemnitz (dpa) - Erst rassistische Beleidigungen, dann Rauchbomben: Erneute Verfehlungen der eigenen Fans beim DFB-Pokalspiel gegen Dynamo Dresden (0:3) drohen dem Chemnitzer FC teuer zu stehen zu kommen.

Rauchbomben
Im Chemnitzer Fanblock wurden bengalische Feuer entzündet. Foto: Thomas Eisenhuth
dpa

Der Kontrollausschuss des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) leitete ein Ermittlungsverfahren gegen den Drittligisten ein. Die Chemnitzer müssen nun zeitnah eine schriftliche Stellungnahme beim DFB einreichen, danach wird über eine Strafe entschieden.

Vor allem die Affenlaute gegen Dresdens dunkelhäutigen Stürmer Mickael Poté werfen wieder einmal ein schlechtes Licht auf den Club. Zudem musste das Erstrunden-Spiel am Montagabend, das unter verschärften Sicherheitsvorkehrungen stand, wegen bengalischer Feuer und Feuerwerkskörper für vier Minuten unterbrochen werden.

Die Chemnitzer Club-Verantwortlichen distanzierten sich von den Beleidigungen gegen Poté. «Das sind Dinge, die wir als Verein nicht tolerieren können. Wir werden uns dagegen wehren und auch hier versuchen, Aufklärung zu betreiben. Wir werden uns selbstverständlich bei Mickael Poté entschuldigen, so etwas hat absolut nichts auf dem Platz zu suchen», sagte CFC-Sportdirektor Jörg Emmerich am Dienstag. Außerdem suche der Verein nach denjenigen, die die Bengalos gezündet haben.

Dresdens Sportlicher Leiter Steffen Menze war froh, dass die eigenen Fans nicht auf die Aktion eingingen. «Ich bin erleichtert, dass sie ihre Sympathie für die Aktion 'Pyrotechnik ist kein Verbrechen' nicht gezeigt haben. Ein großes Lob an sie», sagte der 43-Jährige. Der Zweitligist-Club war nach Vorkommnissen im Vorjahr bei Borussia Dortmund zunächst mit einem Pokalausschluss bestraft worden. Diese Strafe wurde später in eine höhere Strafzahlung und ein Spiel unter Ausschluss von Zuschauern umgewandelt.

Poté hat die Beleidigungen ad acta gelegt. «Für mich ist das Thema abgehakt, ich habe die richtige Antwort gegeben. Ich hoffe, dass die Liga darüber nachdenkt, auch für die anderen Opfer solcher Aktionen», schrieb der 27-Jährige auf seiner «Facebook»-Seite. Der gebürtige Franzose, der für Benins Nationalmannschaft spielt, war aus dem Chemnitzer Block mit Affenlauten provoziert wurden.

Nach seinem Treffer (43.) wurde ein Feuerzeug nach ihm geworfen. «Vielen Dank für die vielen Nachrichten. Ich bin froh, dass ihr nicht wie die Fans der Chemnitzer seid, aber ich denke, dass man sie nicht Fans nennen kann. Ihr schaut nicht auf die Hautfarbe oder die Religion, sondern nur auf mich als Fußballspieler und das sind wahre Fans», reagierte Poté via «Facebook» auf zahlreiche aufmunternde Zuschriften.

Nach der Partie attackierten Chemnitzer Fans zudem fünf Anhänger des Erzrivalen aus Dresden, wie die Polizei mitteilte. Zwei 22-jährige Dresdner wurden mehrfach geschlagen. Eines der Opfer musste anschließend ambulant im Krankenhaus behandelt werden.

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