22. Oktober 2013

DFB: Phantom-Tor-Verhandlung am Montag geplant

Frankfurt/Main (dpa) - Das Phantomtor von Stefan Kießling im Skandalspiel 1899 Hoffenheim gegen Bayer Leverkusen soll am kommenden Montag aufgearbeitet werden.

Phantom-Tor
Ein Kopfball von Stefan Kießling war seitlich durch ein Loch im Netz ins Tor gegangen und vom Schiedsrichter anerkannt worden. Foto: Uwe Anspach
dpa

Das Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) will die Beteiligten ab 10.30 Uhr in einer mündlichen Verhandlung anhören und danach das mit Spannung erwartete Urteil fällen. Voraussetzung dafür ist allerdings die erwartete Wiederwahl von Hans E. Lorenz zum Vorsitzenden des Sportgerichts auf dem DFB-Bundestag am Donnerstag und Freitag in Nürnberg.

Hoffenheim hatte fristgerecht Einspruch gegen die Wertung des mit 1:2 verlorenen Spiels eingelegt. In der Partie am vergangenen Freitag war ein Kopfball von Kießling in der 70. Minute seitlich durch ein Loch im Netz ins Tor gegangen und von Schiedsrichter Felix Brych (München) zum zwischenzeitlichen 2:0 für Bayer anerkannt worden.

Kießling wehrte sich im vereinseigenen Bayer-04-TV gegen den Eindruck, er hätte die Szene genau erkannt und Brych im Gespräch auf dessen Fehler hinweisen müssen. «Die ganze Kritik, die da auf mich zukam, ist ziemlich hart. Jeder unterstellt mir, dass ich das gesehen habe und hätte sagen müssen. Im Stadion haben es 30 000 Leute nicht gesehen. Ich gehöre dazu. Ich habe den Ball Richtung Außennetz fliegen sehen, aber den Einschlag habe ich nicht gesehen», beteuerte der 29-Jährige.

Beistand erhielt Kießling nicht nur von seinen Mitspielern und den Bayer-Bossen, sondern auch vom Gegner. «Ich mache weder Stefan Kießling noch den anderen Leverkusener Spielern einen Vorwurf. Zumal ich nicht in die Köpfe der Spieler sehen kann. Wer sich ganz sicher war und wer Zweifel hatte, kann ich nicht beurteilen und daher werde ich niemanden verurteilen», sagte Hoffenheims Sportlicher Leiter Alexander Rosen im Vereins-TV.

Auch Frauen-Bundestrainerin Silvia Neid erklärte sich solidarisch mit Kießling. «Mir tut er ein bisschen leid», sagte Neid. Sie erwartet, «dass es kein Wiederholungsspiel geben wird.» Dies wäre ganz im Sinne des Weltverbandes FIFA, der in der Diskussion auf das Prinzip der Tatsachenentscheidung pocht.

Dagegen sprach sich Ex-Nationaltorwart Oliver Kahn klar für ein von Hoffenheim gefordertes Wiederholungsspiel aus. «Alles andere wäre absurd», schrieb Kahn in seinem Blog in der «Bild»-Zeitung (Dienstag.) Die TSG-Verantwortlichen sehen trotz der starren Haltung der FIFA, die nicht ohne Wirkung auf den DFB bleiben wird, eine Chance vor dem Sportgericht. «Unser Ansatz ist, dass ein Tor nur dann gegeben werden darf, wenn keine Zweifel bestehen. Der Schiedsrichter hat diesen Zweifel nach dem Spiel artikuliert», sagte Rosen.

Die TSG bestätigte am Dienstag zudem einen Bericht der «Bild»-Zeitung, wonach das löchrige Tornetz aus dem Skandalspiel zugunsten der Aktion «Ein Herz für Kinder» versteigert wird. «Das Netz hat für Aufregung und Ärger gesorgt. Da ist der gute Zweck ein schöner Ausgleich für den entstandenen Schaden», sagte Peter Rettig, der Vorsitzende der Geschäftsführung.

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