08. September 2012

Färöer-Sieg in der Mottenkiste - Fokus auf Österreich

Hannover (dpa) - Das Muster ohne Wert wurde sofort in die Ergebnis-Mottenkiste abgelegt. Über den zähen 3:0-Sieg gegen die Defensivfußballer der Färöer wollten Joachim Löw und seine Nationalspieler nur noch kurz sprechen.

Locker aufgespielt
Kapitän Philipp Lahm hat mit der Nationalmannschaft einen leichten Sieg errungen. Foto: Friso Gentsch
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Dribbling
Andre Schürrle (M) spielt die Färinger Suni Olsen (l) und Hallur Hansson aus. Foto: Friso Gentsch
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Streicheleinheiten
Mesut Özil (l) gratuliert Mario Götze zum 1:0. Foto: Carmen Jaspersen
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Foul
Philipp Lahm (r) holt Christian L. Holst von den Färöern von den Beinen. Foto: Peter Steffen
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Mittendurch
Mesut Özil (M) lässt sich auch durch zwei Färinger nicht darin hindern das 3:0 zu erzielen. Foto: Marcus Brandt
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«Wir können hier nur wenig mitnehmen. Weil die Mannschaft ganz anders gespielt hat als der nächste Gegner», erklärte Kapitän Philipp Lahm nach dem 500. Sieg in der Geschichte des deutschen Nationalteams seit 1908.

Am Dienstag in Wien wartet im zweiten Spiel der Qualifikation für die WM 2014 in Brasilien eine weitaus schwerere Aufgabe. «Das wird ein anderes Spiel vor einer anderen Kulisse. Die Österreicher sind im Moment so stark wie seit Jahren nicht mehr», warnte Löw.

Nur der fahrlässige Umgang mit gleich einem Dutzend bester Torchancen verhinderte, dass die tapfer verteidigenden Halbprofis von den Schafsinseln nicht mit einer Abreibung zurück in den hohen Norden geschickt wurden. «Ich hatte auch ein, zwei Chancen. Das habe ich mir natürlich auch anders vorgestellt. Aber ich glaube, das Spiel ist kein Maßstab», sagte Marco Reus, der zusammen mit seinem Dortmunder Kollegen Mario Götze, Real-Madrid-Zauberfuß Mesut Özil und dem wiedererstarkten Münchner Thomas Müller ein ums andere Mal in die minimalen Freiräume stieß. Vor allem Konzentration und Kaltschnäuzigkeit aber fehlten dann meist.

«Unser Mannschaft ist von Beginn an engagiert und konzentriert zu Werke gegangen. Was ich bemängele, ist die Chancenverwertung, nicht nur gegen die Färöer», sprach auch Löw das große Manko an. Schon bei der Analyse der unbefriedigend verlaufenen EM in Polen und der Ukraine hatte der DFB-Chefcoach herausgearbeitet, dass sich sein Team durch die Abschlussschwäche zu selten mit Toren belohnt.

Löws Personal war bei dem Thema ziemlich ratlos. «Ich weiß nicht, woran es liegt. Vielleicht ein bisschen fehlende Konzentration, vielleicht schon zu viel Überzeugung, den Ball ins Tor zu legen. Trainieren kann man das nicht», erklärte Spielmacher Sami Khedira.

Insgesamt aber wollte Löw nicht zu viel Kritik üben. «Im Großen und Ganzen war das für das erste Spiel in Ordnung», befand der Bundestrainer. Denn gerade bei den Toren zeigte sich Positives. Nach vielen vergebenen Chancen hatte Dortmunds Jungstar Götze (28. Minute) vor 32 769 Zuschauern in Hannover mit dem Führungstreffer den Bann gebrochen. Durch eine Schambeinentzündung war der kometenhafte Aufstieg von Götze in der vergangenen Saison gestoppt worden. Sein Kampf um die Fortsetzung seines Höhenflugs dauert bis jetzt an.

«Es tut mal wieder gut, so einen langen Zeitraum zu spielen», sagte der 20 Jahre junge Götze. In der Bundesliga hatte er beim 2:0-Sieg des BVB gegen Schalke Ende November des Vorjahres letztmals länger gespielt; in der Nationalmannschaft im Oktober beim 3:1 in der Türkei. «Gerade gegen so einen Gegner wollten wir absolut offensive Spieler. Das hat ihm gut getan», befand Löw. «Das war eine Acht, eine halbe Zehn, sollte ich spielen. Das ist im Zentrum, da fühle ich mich wohl», beschrieb Götze seine Rolle in Löws 4-1-4-1-System.

Am meisten profitierte Özil von der noch offensiveren Ausrichtung des deutschen Spiels. «Mesut war der überragende Spieler auf dem Platz, nicht nur aufgrund seiner zwei Tore», unterstrich Löw. Der Star von Real Madrid reagierte nach seinem 40. Länderspiel und seinen Treffern Nummer zehn und elf (54./71.) verhalten: «Wir sollten das Spiel auch nicht überbewerten, wir haben den ersten Schritt gemacht», sagte er nach seinem zweiten Tore-Doppelpack im Nationaltrikot.

Gegen die Österreicher wird Löw wieder zum gewohnten 4-2-3-1 zurückkehren und neben Khedira einen weiteren zentralen defensiveren Mittelfeldspieler einbauen. Da Bastian Schweinsteiger, der in München an seiner Fitness arbeitet, noch fehlt, kommen zuerst der Leverkusener Lars Bender und auch der Dortmunder Ilkay Gündogan für diese Rolle infrage. «Österreich will gewinnen. Da werden nicht mehr zehn Spieler um den Sechzehner stehen wie gegen die Färöer», bemerkte der Bundestrainer schon mit Blick auf Wien.

Am Samstag begann in Barsinghausen mit einem leichten Training die Vorbereitung auf Teil zwei des Quali-Doppelpacks. Am Sonntag steht eine Übungseinheit für das ganze Team in der dortigen Sportschule an. Am Montag bricht der DFB-Tross nach Wien auf. «Klar ist, dass wir oben bleiben wollen, ganz vorne bleiben wollen. Und da zählen nur drei Punkte», formulierte Kapitän Lahm den Anspruch des Teams.

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