03. Oktober 2012

Favre plant gegen Fenerbahce keine Groß-Rotation

Mönchengladbach (dpa) - Die bitterste Niederlage unter Lucien Favre hat Spuren hinterlassen, doch Borussia Mönchengladbachs Trainer hat den Blick nach vorn gerichtet. «Es war nicht alles schlecht in Dortmund, aber jetzt müssen wir uns auf Istanbul konzentrieren», sagte der Coach.

Unter Drurck
Mönchengladbachs Trainer Lucien Favre hat derzeit Sorgenfalten auf der Stirn. Foto: Jonas Güttler
dpa

Vor dem Europa-League-Heimspiel der Gladbacher gegen Fenerbahce ist auch die Clubführung bemüht, die Schärfe aus der Kritik an Spielern und Coach nach dem 0:5-Debakel bei Borussia Dortmund zu nehmen.

«Wir müssen uns auf das Hier und Jetzt konzentrieren. Was in der letzten Saison war, ist egal», sagte Vizepräsident Rainer Bonhof im vereinseigenen Internetportal «borussia.de». Das Jammern über die Verluste von Spielern wie Dante oder Marco Reus will keiner mehr hören. «Als uns Günter Netzer damals mitgeteilt hat, dass er sich für Real Madrid entschieden hat, ist auch für viele eine Welt zusammengebrochen. Weil wir aber die Köpfe frei hatten, haben wir auch ohne ihn weiter erfolgreichen Fußball gespielt», meinte Bonhof.

Sportdirektor Max Eberl betonte, dass man jetzt nicht anfange, Fehler bei Einzelnen zu suchen. «Jeder ist gefragt, jeder ist in der Pflicht: der Trainer, die Mannschaft, der gesamte Club», sagte Eberl im Interview der «Rheinischen Post» (Dienstag).

In den Spielen gegen Fenerbahce und Eintracht Frankfurt am Sonntag muss die Mannschaft beweisen, dass es besser geht als in den vergangenen drei Partien. «Es ist wichtig, dass wir jetzt aufstehen und ein gutes Spiel machen», forderte Mittelfeldspieler Granit Xhaka. Mit einem Erfolg gegen die Türken könnten sich die Gladbacher alle Möglichkeiten in der Europa League offenhalten, und auch mit einem Dreier in der Bundesliga wäre Boden gutgemacht. «Vielleicht war es die richtige Klatsche zur richtigen Zeit, damit jetzt alle begreifen, dass es nicht so leicht wird», sagte Verteidiger Tony Jantschke.

Favre erklärte, dass er nicht wie beim 0:0 in Limassol vier oder fünf Stammspieler schonen werde. «Ich denke, dass es nicht wieder so viele Änderungen geben wird», sagte der Borussen-Coach. Torhüter Marc-Andre ter Stegen steht nach einer Hüftprellung wohl zur Verfügung. «Es tut noch weh, aber ich versuche alles, um am Donnerstag dabei zu sein», sagte der Keeper, der am Dienstag wieder ins Training eingestiegen ist. Bei Stürmer Luuk de Jong (Fleischwunde) wird über einen Einsatz kurzfristig entschieden. Der zuletzt gesperrte Martin Stranzl kehrt wohl ins Team zurück.

Mit großen Sorgen reist Gegner Fenerbahce an. Der brasilianische Starspieler Alex ist nach einem Streit mit Trainer Aykut Kocaman suspendiert worden, auch der Coach selbst steht in der Kritik beim derzeitigen Tabellensechsten der türkischen Liga. Wie Borussia hat auch der türkische Club nach dem 2:2-Auftaktspiel gegen Olympique Marseille erst einen Punkt auf der Habenseite in der Gruppe C. Eine Niederlage in Mönchengladbach dürfte vor dem Stadtderby gegen Besiktas am Sonntag wohl nicht ohne Konsequenzen bleiben.

Die voraussichtlichen Aufstellungen:

Borussia Mönchengladbach: ter Stegen - Jantschke, Stranzl, Dominguez, Daems - Nordveit, Cigerci - Ring, Xhaka, Arango - Hanke,

Fenerbahce Istanbul: Volkan Demirel - Gökhan Gönül, Yobo, Bekir Irtegün, Hasan Ali Kaldirim - Topal, Raul Meireles - Kuijt, Mehmet Topuz, Stoch - Sow

Schiedsrichter: Fernando Teixeira Vitienes (Spanien)

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