18. August 2013

Hertha-Ärger über Last-Minute-Ausgleich in Nürnberg

Nürnberg (dpa) - Hertha-Coach Jos Luhukay versuchte erst gar nicht, nach dem verschenkten Sieg in Nürnberg seine Enttäuschung zu verstecken, denn der perfekte Saisonstart des Überraschungs-Aufsteigers war beim 2:2 (0:1) ganz nah.

1. FC Nürnberg - Hertha BSC
Herthas Änis Ben-Hatira (l) und Nürnbergs Markus Feulner schenken sich nichts. Foto: David Ebener
dpa

Doch am Ende bewertete der Niederländer das 2:2 (0:1) beim 1. FC Nürnberg am zweiten Spieltag der Fußball-Bundesliga sogar als gefühlte Niederlage. «Wir haben heute zwei Punkte liegenlassen. Es ist bitter, wenn man auswärts so überlegen ist und gewinnt dann nicht», analysierte Luhukay. Mit einem perfekten Freistoß in der 89. Minute rettete der Japaner Hiroshi Kiyotake den Franken vor 37 068 Zuschauern wenigstens einen Punkt.

Auf dem Gang in die Kabine musste Luhukay einige seiner Profis trösten. Nach dem fulminanten Saisonstart mit dem 6:1 gegen Eintracht Frankfurt bewies die Hertha auch auswärts ihre Erstliga-Tauglichkeit, aber der Last-Minute-Ausgleich wurmte alle. «Wir haben 2:1 geführt und noch den Ausgleich kassiert. Das ist total ärgerlich, nur einen Punkt mitzunehmen», meinte Herthas Alexander Baumjohann. Nach dem 0:1 durch Nürnbergs Neuzugang Josip Drmic (40.) drehten die Berliner in der zweiten Hälfte richtig auf. Sami Allagui (61.) mit seinem dritten Saisontreffer und der eingewechselte Ronny (78.) mit einem umstrittenen Foulelfmeter sorgten für die verdiente Gäste-Führung - und dann kam Kiyotake.

«Wir waren in der zweiten Halbzeit hochüberlegen. Die Mannschaft hat gezeigt, dass sie mithalten kann», kommentierte Luhukay, nachdem er sich etwas gefasst hatte. Immerhin blieb seine Mannschaft ligaübergreifend auch im zwölften Pflichtspiel in Serie ohne Niederlage. Selbst die Personalprobleme konnte die Hertha kompensieren. Durch die Verletzung der Außenverteidiger Marcel Ndjeng (Knochenmarksödem im großen Zeh) und Johannes von den Bergh (Muskelfaserriss) musste Luhukay die Viererkette fast komplett umbauen - Fabian Holland und Peter Pekarik rutschten dafür ins Team. Der US-Amerikaner John Brooks bekam nach seinem Länderspieldebüt eine schöpferische Pause, für ihn begann Christoph Janker.

Die Defensive stand über weite Strecken gut, bis zur Halbzeit war eher von der offensiven Effektivität wenig zu sehen, mit der die Hertha am ersten Spieltag die Liga berauscht hatte. Erst nach der Pause erhöhten die Berliner Risiko und Tempo. Die Nürnberger wurden für ihre Passivität zurecht bestraft. Allagui, gegen Frankfurt schon Doppeltorschütze, zog ab und sein Schuss wurde vom unglücklichen Berkay Dabanli entscheidend abgefälscht - 1:1 (61.). Die Berliner wollten mehr. Baumjohann vergab einen Hochkaräter allein vor Schäfer (63.), ehe er in der 77. Minute von Javier Pinola vermeintlich elfmeterreif gefoult wurde. Der Brasilianer Ronny, erst in der 66. Minute eingewechselt, verwandelte sicher. Kiyotake sicherte dem Club schließlich doch noch das zweite Remis im zweiten Spiel.

«Die Mannschaft hat Moral gezeigt. Wir haben zwei Punkte und sind in der Liga angekommen», resümierte Nürnbergs Trainer Michael Wiesinger sichtlich erleichtert. Am 3. Spieltag müssen die Franken im Derby beim FC Bayern ran, die Hertha empfängt den kriselnden Hamburger SV und hat Lust auf mehr. Kapitän Fabian Lustenberger: «Wir haben vier Punkte, sind noch ungeschlagen und haben bewiesen, dass wir enorm stark sind.»

Spieldaten:

Ballbesitz in %: 49 - 51

Torschüsse: 11 - 12

gew. Zweikämpfe in %: 55,5 - 44,5

Fouls: 16 - 17

Ecken: 4 - 5

Quelle: optasports.com

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