29. April 2012

Hoeneß verlangt deutliche Stellungnahme zur Ukraine

Berlin (dpa) - Bayern Münchens Präsident Uli Hoeneß verlangt angesichts der politischen Lage im EM-Gastgeberland Ukraine klare Worte von UEFA-Boss Michel Platini. «Ich hoffe sehr, dass Michel Platini an den richtigen Stellen deutlich seine Meinung äußert», sagte Hoeneß.

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Uli Hoeneß fordert auch im Fußball eine Auseinandersetzung mit dem Thema Ukraine. Foto: Patrick Seeger
dpa

Durch die EM-Vergabe an Polen und die Ukraine habe die Europäische Fußball-Union UEFA dem Land einen «unglaublichen Vertrauensbonus» gegeben meinte Hoeneß in einem Interview des Nachrichtenmagazins «Der Spiegel».

Platini hatte bislang keine Kritik an den politischen Zuständen in der Ukraine geäußert und die EM-Vergabe aus dem Jahr 2007 verteidigt. Die Ukraine steht wegen der Behandlung der inhaftierten Ex-Ministerpräsidentin Julia Timoschenko international am Pranger.

Für Hoeneß haben auch die deutschen Nationalspieler das Recht, ihre Solidarität mit ukrainischen Regimekritikern zu bekunden. «Sie würden damit Größe zeigen», sagte Hoeneß. «Ich hätte Respekt vor jedem Spieler, der öffentlich Stellung zu diesem Thema bezieht.»

Die Verantwortlichen des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) forderte Hoeneß ebenfalls zu einer deutlichen Haltung auf: «Sie sollten bei jeder geeigneten Gelegenheit öffentlich darauf hinweisen, dass die Haftbedingungen von Frau Timoschenko nicht akzeptabel sind», forderte der Bayern-Präsident.

Die deutsche Mannschaft wohnt während der EM in Polen, bestreitet ihre Gruppenspiele gegen Portugal (9. Juni/Lwiw), die Niederlande (13. Juni/Charkow) und Dänemark (17. Juni/Lwiw) aber in der Ukraine.

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