23. März 2014

Luhukay: «Auch gegen Bayern mit elf Mann»

Berlin (dpa) - Vier Spiele ohne Sieg, das zweite 0:3 nacheinander - und jetzt wollen auch noch die Münchner Superstars um Schweinsteiger, Götze und Robben in Herthas Ballsaal ihre Meisterparty feiern.

Ernüchterung
Die Berliner Ronny (l) und Änis Ben-Hatira schleichen vom Platz. Foto: Federico Gambarini
dpa

Am Dienstag steigt vor 76 197 Fans das Bayern-Spektakel, für den Gastgeber wird es eine heikle Aufgabe. «Die Serie schreckt mich nicht. Auch Mannschaften, die über uns stehen, durchleben schwierige Phasen», erklärte Hertha-Trainer Jos Luhukay nach der ernüchternden Niederlage bei Borussia Mönchengladbach.

«Ich sehe es nüchtern und realistisch: Wir sind ein Aufsteiger, der in der Hinserie häufig am Limit und über seinem Maximum gespielt hat. Wenn wir dann, so wie in den letzten Wochen, Leistungsträger nicht auf dem Platz haben, dann ist das für uns schwierig, Topleistungen abzurufen», sagte der Chefcoach des Berliner Fußball-Bundesligisten im Pay-TV-Sender Sky.

Innerhalb von nur zwölf Minuten verspielte Hertha am 26. Spieltag vor 53 050 Fans die Chance auf den sechsten Auswärtssieg der Saison und auch die wohl letzte klitzekleine Hoffnung auf einen Sprung nach Europa. Nachdem Änis Ben-Hatira die Riesen-Gelegenheit auf die Führung gegen die Borussen vergeben hatte, zeigte Gladbach dem Liga-Rückkehrer brutal die Schwächen auf.

Nach der Führung durch Juan Arango (28.) traf Kruse mit Hilfe von Herthas Toptorjäger Adrian Ramos zum 2:0 (31.). Raffael entschied mit seinem 3:0 (40.) das erste brasilianische Bruderduell der Bundesliga gegen Herthas Ronny endgültig. «Dann ging es nur noch um Schadensbegrenzung», bemerkte Verteidiger Johannes van den Bergh.

Lücken im Abwehrverbund, zu langsam beim Umschalten: Wenn längere Zeit wichtige Profis wie Fabian Lustenberger und Tolga Cigerci fehlen, ist der Substanzverlust nicht auszugleichen. «Dann stoßen wir an unsere Grenzen. Das ist innerlich frustrierend, beunruhigt uns aber nicht. Wir müssen cool damit umgehen», forderte Luhukay.

Leichter gesagt als getan, wenn die Startruppe von Pep Guardiola im Olympiastadion den frühesten Meistertitel in der Bayern-Historie perfekt machen kann. «Wir haben es jetzt in der Hand, in Berlin Meister zu werden», sagte der spanische Coach der Münchner bereits mit viel Vorfreude auf die 24. Meisterschaft des Titelverteidigers. Im Vorjahr hatten die Bayern mit dem nationalen Triumph am 28. Spieltag den Rekord aufgestellt, in Berlin könnte die Party nun schon einen Spieltag früher steigen.

Dass die Münchner Überflieger nun ausgerechnet in der ersten wirklichen Schwächeperiode der Hertha in die Hauptstadt kommen, macht die Aufgabe für den Aufsteiger zusätzlich kompliziert. Innenverteidiger Sebastian Langkamp, noch ein stabilisierendes Element, holte sich in Mönchengladbach die fünfte Gelbe Karte ab und fehlt am Dienstag. «Auch gegen Bayern werden wir elf Mann auflaufen lassen - mehr ist nicht möglich», bemerkte Luhukay.

Mut sprach Gladbachs Chefcoach Lucien Favre den Berlinern zu. «Hertha war bisher die beste Mannschaft, die gegen Bayern gespielt hat. Beim 2:3 in München haben sie unverdient verloren», sagte der ehemalige Berliner Trainer: «Es ist eines der besten Auswärtsteams der Liga.» Allerdings hakt es derzeit vor allem auch zu Hause: 2014 gab es noch keinen Heimsieg für die Herthaner.

Für die kommende Saison hat Trainer Luhukay bereits für fast alle Positionen Verbesserungsbedarf angemeldet. «Wir werden uns in der Abwehr, im Mittelfeld und im Angriff verstärken», kündigte der Niederländer in der «Berliner Morgenpost» (Samstag) an. «Ich denke, dass wir etwa vier Spieler holen müssen, um wieder gut aufgestellt zu sein», konkretisierte der Coach, betonte allerdings: «Wir können im Sommer keine großen Transfers tätigen.»

Interview auf Morgenpost-Homepage

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