07. November 2012

Millionen-Team ManCity wieder vor dem Aus

Manchester (dpa) - Diese Zahlen passen vorne und hinten nicht zusammen. Manchester City hat vor der Saison für rund 60 Millionen Euro noch einmal fünf neue Stars eingekauft, in der Champions League bislang aber nur zwei magere Pünktchen geholt.

Am Boden
Pablo Zabaletta von Manchester City hadert mit einer vergebenen Torchance. Foto: Lindsey Parnaby
dpa

Nach dem 2:2 (1:2) gegen Ajax Amsterdam ist der englische Meister damit genau wie im Vorjahr schon so gut wie ausgeschieden. Trainer Roberto Mancini legte sich ob dieser Enttäuschung gleich mit dem Schiedsrichter und den englischen Medien an. Beim Blick auf die Tabelle der Dortmunder Gruppe blieb ihm am Ende aber auch nur noch diese eine bittere Erkenntnis: «Ich denke, es ist vorbei mit der Champions League.»

Theoretisch kann Mancinis Millionentruppe noch darauf hoffen, seine beiden ausstehenden Spiele gegen Real Madrid und den BVB zu gewinnen und dazu noch Schützenhilfe von Ajax gegen eines dieser beiden Teams zu erhalten. Doch in der Praxis reichte es ja nicht einmal zu einem einzigen Sieg gegen den Außenseiter aus Amsterdam in den vergangenen zwei Wochen. Dabei ist Ajax, das Jahr für Jahr seine besten Spieler verliert, so etwas wie das genaue Gegenteil dieses hochambitionierten und mit Unsummen finanzierten City-Projekts.

Von Scheich Mansour bin Zayed Al Nahyan aus Abu Dhabi 2008 übernommen, hat der Stadtrivale von Manchester United seitdem mit Geld um sich geworfen wie kein anderer Verein auf der Welt. Für mehr als 330 Millionen Euro durfte Mancini in den vergangenen drei Jahren neue Spieler verpflichten. Zumindest in der Champions League ist die Bilanz gemessen an diesen Investitionen verheerend.

Im vergangenen Jahr scheiterte ManCity in der Vorrunde an Bayern München und dem SSC Neapel, diesmal läuft man in der Gruppe D sogar gleich drei Teams hinterher. «Europa-Flop Mancini», schrieb der «Independent» am Donnerstag - wohl wissend, dass der Italiener in seiner Zeit bei Inter Mailand genau das gleiche Problem hatte: National gewann er mit seinem Team drei Meisterschaften, international flog er mit ihm Jahr für Jahr viel zu früh raus.

Entsprechend gereizt reagierte der 47-Jährige nach dem Spiel gegen Ajax. «Der Schiedsrichter und sein Team waren sehr schlecht», schimpfte er, weil City - das gerade aus einem 0:2 ein 2:2 gemacht hatte - am Ende weder ein reguläres Tor noch einen vermeintlichen Elfmeter zugesprochen bekam. Ähnlich groß war sein Groll auf die Medien, die seit langem über seine Ablösung durch Pep Guardiola spekulieren. «Wir haben drei Trophäen in zwei Jahren geholt, das sollten Sie respektieren», fauchte Mancini einen Journalisten an. «Vorher hatte dieser Club 50 Jahre lang nichts gewonnen.»

Doch auf Mitleid wegen der Schiedsrichter-Entscheidungen oder eine Schonfrist nach dem Gewinn der Meisterschaft braucht Mancini bei dem vielen Geld seines Clubs nicht zu hoffen. «Beschwert euch nicht über den Schiedsrichter, es ist eure eigene Schuld», schrieb der «Mirror».

Dass Geld zumindest nicht immer Tore schießt, beweist in der Gruppe C auch das vom Energieriesen Gazprom unterstützte Zenit St. Petersburg. Nach dem 0:1 beim RSC Anderlecht fiel der russische Meister auf den letzten Platz zurück. Angeführt wird die Tabelle weiter vom FC Malaga (1:1 beim AC Mailand), der ungeachtet dieses Erfolges so etwas wie ein abschreckendes Beispiel für viele City-Fans ist. Denn dort drehte der Besitzer Scheich Abdullah Bin Nasser Al Thani aus Katar den Geldhahn in diesem Sommer einfach zu.

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