25. Juli 2013

Nur noch Bayern: Guardiolas schwieriges Wiedersehen

München (dpa) - Etwas Besonderes war für Josep Guardiola das Testspiel gegen seinen alten Club. Doch schnell richtete der neue Bayern-Coach den Blick nach vorne. Nur noch die neue Herausforderung beim Triple-Sieger soll zählen - und schon am Samstag lockt das erste «Titelchen».

Pep Guardiola
Der neue Bayern-Trainer zeigt die Richtung an. Den Test gegen seinen ehemaligen Klub Barcelona gewannen die Münchner 2:0. Foto: Marc Müller
dpa

Das schwierige Wiedersehen mit seinem Herzensclub FC Barcelona wollte Guardiola möglichst schnell abhaken. «Das war natürlich ein spezielles Spiel für mich. Ich war mein ganzes Leben Spieler und Trainer in Barcelona. Meine Vergangenheit hat mir viel gegeben, aber jetzt muss ich mich auf die neue Herausforderung konzentrieren», betonte der neue Trainer von Triple-Sieger FC Bayern München nach dem 2:0 (1:0) im Hochkaräter-Test gegen den spanischen Fußball-Meister.

Dass es für den 42 Jahre alten Katalanen gegen seinen ehemaligen Arbeitgeber in der Allianz Arena dennoch alles andere als ein gewöhnlicher Abend war, wurde in den Minuten nach dem Schlusspfiff deutlich. Erst reagierte Guardiola genervt auf die Nachfragen eines TV-Reporters zu seinem Verhältnis zum krebskranken Tito Vilanova. Dann verhaspelte er sich bei der Pressekonferenz bei seinen ersten Antworten auf Deutsch. Erst nach einigen Aussagen auf Spanisch fing sich Guardiola - und stand plötzlich wieder in erstaunlich gutem Deutsch Rede und Antwort.

Das schwierige Wiedersehen, das Hin und Her zwischen seiner alten und neuen Welt - beides hatte an Guardiola wohl ein wenig genagt. Erst hatte es mit seinem langjährigen Verein, bei dem er allein als Trainer unglaubliche 14 Titel einheimste, diverse Scharmützel um seinen früheren Assistenten Vilanova gegeben. Dann trat dieser wegen seiner erneut akuten Krebserkrankung überraschend zurück. Ein Schock für den traditionsreichen Club - und für Guardiola, der seinen langjährigen Weggefährten («Ich liebe ihn») am Mittwoch nicht vergaß. «Ich möchte Tito alles Gute wünschen. Das ist das Wichtigste.»

Angesichts dieser Vorzeichen geriet die Partie gegen die Katalanen, die zwar mit Superstar Lionel Messi («Wir müssen jetzt nach vorne schauen»), aber ohne Neuzugang Neymar sowie Stammkräfte wie Xavi und Andrés Iniesta angetreten waren, fast zur Nebensache. Überlegen agierten die Münchner, die in der Saisonvorbereitung ihren Gästen einige Wochen voraus sind, und trafen durch Philipp Lahm per Kopf (14. Minute) und den eingewechselten Mario Mandzukic (87.) zum ungefährdeten Erfolg. «Barcelona war nicht komplett, aber der Sieg ist wichtig für das Selbstvertrauen, für den Rhythmus», sagte Bayern-Wirbelwind Franck Ribéry.

Beeindruckend ist die Frühform der Münchner, Guardiola rechnet sich nach gerade einmal einem Monat an der Isar aber noch einiges mehr aus mit seinem Klasse-Team. «Bis jetzt bin ich zufrieden, aber wir brauchen noch ein bisschen mehr Zeit», sagte der Trainer und machte auch beim Sieg gegen Barça Mängel aus. «Wir müssen vielleicht im Abschluss noch etwas besser werden.» Dafür ist am Samstag im Kampf um das erste «Titelchen» im Supercup gegen Dauer-Konkurrent Borussia Dortmund Gelegenheit. «Wir werden gut vorbereitet sein und ein gutes Spiel abliefern», versprach Guardiola. Da war er ganz der Alte.

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