17. August 2012

Ohne Geld und ohne Guardiola: Neuauflage Real-Barça

Madrid (dpa) - Ohne Geld und ohne Guardiola: Das Duell der spanischen Erzrivalen Real Madrid und FC Barcelona steht in dieser Fußballsaison unter neuen Vorzeichen.

Umstellung
Jose Mourinho muss sich gegen den FC Barcelona auf einen neuen Trainer einstellen. Foto: Jason Szenes
dpa

Real-Trainer José Mourinho hat es in der Primera División, die an diesem Samstag in die neue Spielzeit startet, auf der Gegenseite nicht mehr mit dem Barça-Erfolgscoach Josep Guardiola zu tun, sondern mit dessen früherem Assistenten Tito Vilanova.

Neu ist auch, dass die Spitzenclubs die Wirtschaftskrise zu spüren bekommen und das Geld längst nicht mehr so locker sitzt wie in den vergangenen Jahren. Barça nahm in Europameister Jordi Alba vom FC Valencia bislang nur einen Spieler unter Vertrag - bei einer Ablösesumme von 14 Millionen Euro nicht gerade ein spektakulärer Transfer.

Real hielt sich mit Einkäufen komplett zurück. Der Club der deutschen Nationalspieler Mesut Özil und Sami Khedira verpflichtete keinen einzigen Fußballer, gab aber Profis wie Hamit Altintop, Fernando Gago und Sergio Canales ab und sucht für Kaká sowie den Ex-Dortmunder Nuri Sahin neue Vereine. So etwas hatte es seit Jahren nicht gegeben. Die Zeiten, in denen Clubchef Florentino Pérez jedes Jahr einen neuen Weltstar präsentieren konnte, sind vorbei. Die «Königlichen» hoffen noch auf die Verpflichtung von Luka Modric von Tottenham Hotspur, aber ein Weltstar ist der Kroate auch nicht.

Özil, Khedira & Co stehen bei Real vor einer doppelten Herausforderung: Sie sollen in der Champions League den zehnten Europacup gewinnen, auf den die Fans seit einem Jahrzehnt sehnsüchtig warten, und sie sollen den spanischen Meistertitel verteidigen. Dabei können die Madrilenen es in der Liga kaum noch besser machen: Mit 100 Punkten und 121 Toren hatten sie in der vorigen Saison Rekorde gebrochen. Aber sie wollen beweisen, dass die Vorherrschaft des FC Barcelona, der zuvor drei Titel in Serie gewonnen hatte, gebrochen ist und Real in Spanien nun wieder das Fußballzepter in der Hand hat.

Barça geht - ebenso wie Real - mit einer fast unveränderten Elf in die neue Spielzeit. Die große Unbekannte ist: Wie schlägt sich Vilanova? Der neue Coach verfolgte in den Testspielen die gleiche Strategie wie sein berühmter Vorgänger: Die Elf setzte auf Ballbesitz mit schnellen Kombinationen, im Angriff hatte Lionel Messi alle Freiheiten. Aber wird der «Guardiolismus ohne Guardiola» funktionieren? Und wie reagieren die Fans, wenn Barça verliert und Zweifel am neuen Trainer laut werden?

Der 42-jährige Vilanova hat als Cheftrainer nur wenig Erfahrung und noch nie ein Team in der 1. Liga betreut. Dies hatte Guardiola auch nicht, als er vor vier Jahren sein Traineramt antrat, aber «Pep» war bei Barça allein aufgrund seiner Erfolge als Spieler eine unumstrittene Autorität gewesen. Vilanova dagegen gewann als Aktiver keine Titel und kickte nur drei Jahre mit Celta de Vigo in der Primera División.

Neben Real und Barça werden eigentlich keinem anderen Club ernsthafte Titelchancen eingeräumt. Zum Abschluss der vorigen Saison lag der FC Valencia als Tabellendritter 39 Punkte hinter den Madrilenen und 30 hinter den Katalanen. Kaum jemand zweifelt daran, dass sich auch in dieser Spielzeit wieder eine große Kluft zwischen den beiden Spitzenclubs und dem übrigen Feld auftun wird.

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