02. Mai 2012

Podolski traut sich die Herausforderung Arsenal zu

Köln (dpa) - Mit einem Schuss Wehmut, aber auch mit großen persönlichen Erwartungen nimmt Fußball-Nationalspieler Lukas Podolski die Herausforderung FC Arsenal in Angriff.

Kölner Liebe
Lukas Podolski verlässt seinen 1. FC Köln in Richtung Arsenal. Foto: Rolf Vennenbernd
dpa

«Viele haben mir zu diesem Schritt gratuliert. Ich traue ihn mir zu und bin mir sicher, dass ich mich bei Arsenal durchsetzen werde», sagte Podolski bei einer Pressekonferenz in Köln. Dabei versprühte «Poldi» auffällig gute Laune, lächelte häufig. Er nannte den Londoner Traditionsclub «eine große Nummer» und glaubt, auf der Karriereleiter den «richtigen Weg» eingeschlagen zu haben. «Ziel muss sein, in den nächsten Jahren Titel zu holen», sagte der Rheinländer, der seinen Stammclub nach 2006 zum zweiten Mal verlässt und einen Schritt nach vorn erhofft.

«Das war keine Entscheidung gegen den FC, sondern für den FC Arsenal», sagte der 26 Jahre alte Stürmer, der beim Top-Club aus der Premier League einen Vierjahresvertrag erhält und zwölf Millionen Euro Ablöse kosten soll. Dass er sich wie in den drei Jahren beim FC Bayern München nicht durchsetzen könnte, erwartet er nicht. Im Gegenteil: «Ich bin reifer. Außerdem passt der Club gut zu mir. Arsenal hat einen sehr guten Trainer, ein gutes Umfeld, spielt guten Fußball, hat ein tolles Stadion und tolle Fans.»

Vor dem Wechsel auf die Insel will «Prinz Poldi» mit seinem 1. FC Köln, für den er seit dem zehnten Lebensjahr die Stiefel schnürt, noch den Bundesliga-Verbleib sichern. «Klar ist das mein Ziel, aber es ist das Ziel aller Kölner Spieler», betonte der Angreifer vor dem richtungsweisenden Match gegen München. «Wir müssen gucken, dass wir am Samstag die Bayern schlagen und dann die zwei Relegationsspiele so bestreiten, dass wir drinbleiben», sagte Podolski.

Bei Arsenal spielt er künftig gemeinsam mit dem Nationalteamkollegen Per Mertesacker. «Ich freue mich, dass ich auf einen Kollegen treffe. Er wird mir die Eingewöhnungszeit und das Leben vereinfachen», meinte Podolski.

Sein Transfer und auch der des Noch-Bremers Marko Marin (zum FC Chelsea) ins Mutterland England bestätigt auch einen Trend: Top-Clubs aus ganz Europa haben längst ihr Faible für Fußball «Made in Germany» entdeckt. Und ein EM-Triumph im Juni in Polen und der Ukraine würde Schwarz-Rot-Gold noch mehr zum Exportschlager machen.

«Es spricht für die Qualität des deutschen Fußballs, wenn unsere Spieler von großen Vereinen im Ausland wieder gefragt sind», sagte Bundestrainer Joachim Löw erst kürzlich zu der auch für den deutschen Fußball positiven Entwicklung. Zum Vergleich: Im WM-Kader 2010 standen nach Michael Ballacks Ausfall nur Bundesliga-Profis. Nun aber haben beim souveränen spanischen Tabellenführer Real Madrid allen voran Spielmacher Mesut Özil, aber auch Sami Khedira im defensiven Mittelfeld großen Anteil am Aufschwung. «Oldie» Miroslav Klose ist bei Lazio Rom noch einmal aufgeblüht, und auch Per Mertesacker hat sich mit dem Wechsel zu künftigen Podolski-Club Arsenal einen Kindheitstraum erfüllt.

Gelingt bei der EM im Sommer der ersehnte Titelcoup, dürfte das Interesse auf dem ganzen Kontinent weiter steigen. Und eine hohe Auslandsquote war oft eng mit Erfolgen des DFB-Teams verbunden. Beim bislang letzten WM-Triumph 1990 hatte Deutschland in Lothar Matthäus, Jürgen Klinsmann, Andreas Brehme (alle Inter Mailand) sowie Rudi Völler und Thomas Berthold (beide AS Rom) ein Legionärs-Quintett. Angekurbelt durch den WM-Triumph stieg die Quote bei der Europameisterschaft zwei Jahre später auf die Rekordmarke von acht DFB-Akteuren mit ausländischen Arbeitgebern. Nach dem EM-Sieg 1996 verdoppelte sich die Anzahl bis zur WM 1998 immerhin von zwei auf vier.

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