02. März 2013

Schalke nach Sieg wieder auf Europacup-Kurs

Wolfsburg (dpa) - Beim FC Schalke 04 ist das Lächeln zurück, auch wenn es Trainer Jens Keller nur kurz über die Lippen huschte. Der umstrittene Coach kann nach dem eindrucksvollen 4:1-(1:0)-Sieg beim VfL Wolfsburg und dem vierten Spiel ohne Niederlage wieder etwas ruhiger arbeiten.

VfL Wolfsburg - FC Schalke 04
Der Schalker Julian Draxler (M) erzielte zwei Tore beim Sieg in Wolfsburg. Foto: Peter Steffen
dpa

«Das Team hat heute eine hervorragende Leistung abgeliefert», sagte der Schwabe nach seiner Rückkehr an die alte Wirkungsstätte. Als Profi war Keller Spielführer des VfL Wolfsburg. Durch den ersten Sieg seit gut zehn Jahren in der VW-Stadt liegt der Revierclub mit nun 36 Punkten wieder auf Europapokalkurs.

Beim VfL Wolfsburg geht der Blick hingegen vier Tage nach dem Einzug ins Pokal-Halbfinale in der Bundesliga nach unten. Der FC Augsburg liegt nach seinem Sieg in Bremen als 16. nur noch sechs Zähler hinter den Wolfsburgern. «Unser Blick nach hinten ist geschärft», befand der enttäuschte Trainer Dieter Hecking. Sein Team habe gegen einen starken Gegner die nötige Disziplin vermissen lassen. «Wir haben naiv gespielt und waren zu offen. Das hat Schalke bestraft», kritisierte er.

Julian Draxler war mit seinem ersten Bundesliga-Doppelpack (33./63.) und einer Torvorlage vor 29 326 Zuschauern in der VW-Arena der überragende Profi bei den Schalkern. Doch auch Jefferson Farfan bot eine ganz starke Leistung und sorgte mit dem 3:1 (79.) für die Entscheidung. Ex-Torschützenkönig Klaas-Jan Huntelaar beendete mit dem 4:1 (86.) in der Bundesliga eine 636 Minuten andauernde Torflaute. Ivica Olic (50.) hatte zwischenzeitlich mit dem Kopf ausgeglichen.

Schalke hatte die erste Chance bereits nach fünf Minuten: Draxler setzte Angreifer Huntelaar perfekt ein, der völlig frei aus kurzer Distanz an VfL-Keeper Diego Benaglio scheiterte. Die Gäste aus Gelsenkirchen wirkten handlungsschneller als die behäbigen Wolfsburger. Mit zunehmender Dauer entwickelte sich aber eine ausgeglichene und flotte Partie mit Chancen auf beiden Seiten.

Nach einem Freistoß von Spielmacher Diego köpfte Innenverteidiger Simon Kjaer, der für den gesperrten Alexander Madlung in die Startelf gerückt war, an die Latte (14.). Die Schalker machten das Zentrum dicht, so dass Wolfsburg meist über rechts mit Außenverteidiger Marcel Schäfer und Olic gefährlich wurde.

Die Gästeführung fiel auch über rechts: Von Farfan gelangte der Ball über Marco Höger zu Draxler, der den Ball in die lange Ecke schoss. Kurz zuvor musste der VfL einen weiteren Schlag hinnehmen, als Abwehrchef Naldo mit Verdacht auf einen Muskelfaserriss im Oberschenkel vom Feld humpelte (30.). Den Brasilianer ersetzte Sotirios Kyrgiakos. Für den baumlangen Griechen war es der erste Einsatz in dieser Saison. Nach dem Rückstand wirkten die Gastgeber verunsichert und gestatteten dem Revierclub zu viel Raum. Doch kurz nach der Pause war der Ex-Münchner Olic per Kopf zur Stelle. Die Schalker blieben indes gefährlich und schlugen noch dreimal zurück.

Spieldaten:

Ballbesitz in %: 56,3 - 43,7

Torschüsse: 8 - 13

gew. Zweikämpfe in %: 50,9 - 49,1

Fouls: 6 - 16

Ecken: 4 - 5

Quelle: optasports.com

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