22. April 2012

Schalker Frust nach Remis in Augsburg

Augsburg (dpa) - Die Schalker Bosse machten aus ihrer Wut keinen Hehl und fanden für den dürftigen Auftritt ihres Teams in Augsburg deftige Worte.

Kopfballduell
Der Augsburger Ja-Cheol Koo (l) geht mit Schalkes Joel Matip ins Kopfballduell. Foto: Stefan Puchner
dpa

«Das ist einfach nur mehr als ärgerlich, wir machen uns das Leben selber schwer», befand Manager Horst Heldt nach dem 1:1 (1:1) beim heimstarken schwäbischen Aufsteiger, der nun kurz vor dem Klassenverbleib in der Fußball-Bundesliga steht. Dabei verbesserte auch der Champions-League-Aspirant aus Gelsenkirchen seine Ausgangsposition im Rennen um den direkten Qualifikationsrang für die Königsklasse leicht, zufrieden stellte der Punktgewinn aber keinen. «So, wie wir in der ersten Halbzeit gespielt haben, brauchen wir nicht über Platz drei reden», grantelte Trainer Huub Stevens.

Dank des 25. Saisontreffers von Klaas-Jan Huntelaar (38. Minute) fuhren die Königsblauen trotz einer schwachen Leistung ihren 58. Punkt ein - und vergrößerten den Abstand auf Verfolger Borussia Mönchengladbach (56, am Samstag bei Borussia Dortmund verloren) minimal. 180 Minuten vor Saisonende im Fußball-Oberhaus darf der Ruhrpott-Club immer stärker auf weitere Königsklassen-Auftritte hoffen. «Um das klarzumachen, müssen wir in den nächsten beiden Spielen aber ein ganz anderes Gesicht zeigen», forderte Heldt.

Die couragierten Augsburger (34 Punkte) stehen nach einer starken Partie, vielen Torchancen und doch nur einem Treffer durch Sebastian Langkamp (6.) auf einem aussichtsreichen 15. Platz. Nun darf der Neuling immer stärker und immer nachdrücklicher auf ein zweites Bundesligajahr hoffen. «Das war ein großer Schritt, aber wir sind noch nicht über Ziellinie», meinte Geschäftsführer Andreas Rettig.

Wie so oft vor heimischer Kulisse seit dem Winter begannen die Schwaben enorm agil und selbstbewusst - und der forsche Start wurde belohnt: Langkamp erzielt mit einem schulbuchmäßigen Kopfball nach Ecke von Marcel Ndjeng die Führung. Kurz zuvor hatte der Südkoreaner Ja-Cheol Koo die erste Großchance vergeben - hinterher ließ Axel Bellinghausen gleich zwei dicke Möglichkeiten (10./41.) ungenutzt. «Der FCA hat aufopferungsvoll gekämpft», urteilte Schalke-Keeper Lars Unnerstall, der mehrmals eingreifen musste und glänzend parierte.

Auch Augsburgs Trainer Jos Luhukay lobte den «Turbo-Start» seiner Elf. «Einfach großartig, wie die Mannschaft das heute angegangen ist. Es hätte auch 3:0, 4:0 stehen können bei unseren Chancen», sagte der Niederländer. Ein Umstand, dem die Schalker Millionentruppe nichts entgegenzusetzen hatte - was alle erboste. «Ich hatte das komplette Spiel über das Gefühl, dass wir nicht den Willen haben, hier zu gewinnen», sagte Abwehrmann Benedikt Höwedes. Tabellenplatz drei bleibt heiß umkämpft. «Gladbach hat gestern auch nicht gewonnen, von daher ist alles halb so wild. Wir werden jetzt nicht nervös.»

Vor 30 660 Zuschauern in der Augsburger Arena fiel der Ausgleich durch Huntelaar wahrlich aus dem Nichts: Nach einem langen Pass von Joel Matip, den Langkamp unterschätzte, rannte der Top-Torjäger durch und traf zum bereits 25. Mal in dieser Spielzeit. Damit zog der «Hunter» mit Bayern Münchens Schützenkönig Mario Gomez gleich.

Nach der Pause vergab Ndjeng die beste Chance der Gastgeber - sein Kopfball-Aufsetzer ging um Zentimeter am Tor vorbei (65.). Bei Schalke dagegen lief vorne weiterhin kaum etwas zusammen, schon gar nicht beim Spanier Raul. Der Stürmer, der die Königsblauen im Sommer verlässt, zeigte zum Auftakt seiner Bundesliga-Abschiedstour wahrlich keine Gala-Vorstellung. Letztlich blieb der Ex-Madrilene am Sonntag ohne eine einzige Torchance - und musste nach 89 Minuten vom Platz.

Weitere Artikel aus diesem Ressort
Anzeige
Fußball-Tabellen
Sporttabellen Fußball