23. September 2013

Van Marwijk vor Vertrag beim HSV - aber ohne Möller

Hamburg (dpa) - Ganz Hamburg wartet auf Bert van Marwijk - das Pokalspiel des HSV gegen Zweitliga-Spitzenreiter Greuther Fürth am Dienstag ist zur Nebensache geworden.

HSV-Kandidat
Bert van Marwijk könnte der neue Coach des HSV werden. Foto: Jerry Lampen
dpa

Der 61 Jahre alte Fußball-Trainer steht unmittelbar vor der Vertragsunterschrift bei dem strauchelnden Bundesligisten, auch wenn er Welt- und Europameister Andreas Möller als Berater nicht mitbringen darf. Der Niederländer kommt dem Vernehmen nach mit nur einem neuen Co-Trainer in den Volkspark. Mit einer Beratertätigkeit von Möller war die Führung des HSV nicht einverstanden.

«Ich gehe davon aus, dass der Aufsichtsrat eine Beschlussvorlage kriegen wird. Wir müssen ja den finanziellen Rahmen abnicken, nicht die sportliche Entscheidung», sagte der HSV-Aufsichtsratsvorsitzende Manfred Ertel im NDR «Sportclub». Die Sitzung des Aufsichtsrates ist für Montagabend geplant, erwartet werden Diskussionen über das Gehalt von etwa 1,4 Millionen Euro für van Marwijk, der dann frühestens am Dienstag einen Zweijahresvertrag plus Option für eine weitere Saison unterzeichnen kann. Damit würde er 200 000 Euro mehr verdienen als Fink.

Dass Sportdirektor Oliver Kreuzer bei seiner Reise am Sonntag nach Zürich mit Christian Gross als weiterem Kandidaten verhandelt habe, entpuppte sich als Ente. Er löste einfach seine Wohnung in Karlsruhe auf und fuhr mit dem Umzugswagen nach Hamburg zurück.

Für Frank Rost ist ein neuer Trainer «nicht viel mehr als ein Pflaster auf die Wunde», schrieb der ehemalige Torwart in einer Kolumne für die «Bild»-Zeitung. Es müssten neue Strukturen her und vor allem die hohen Ansprüche beim HSV gesenkt werden.

Der Nachfolger des beurlaubten Thorsten Fink soll vor der Zweitrundenbegegnung im Pokal noch nicht offiziell vorgestellt werden. Das würde noch mehr Unruhe vor dem für den klammen Verein auch finanziell wichtigen Wettbewerb bringen. Cardoso soll ein letztes Mal die verunsicherte Mannschaft auf Kurs bringen, am Mittwoch könnte der Holländer übernehmen. Ertel ist überzeugt, dass der ehemalige Dortmund-Coach der richtige Mann zur richtigen Zeit ist: «Ich glaube, dass wir in der jetzigen Situation einen Mann brauchen, der eine sportliche und menschliche Autorität hat. Das Profil passt. Und wenn der Vorstand davon überzeugt ist, dass Bert van Marwijk der richtige Mann ist, dann wird sich der Aufsichtsrat zumindest sportlich dem sicher nicht in den Weg stellen.»

Der ehemalige Bondscoach mache dem Club Hoffnung, weil er mit jungen Spielern umgehen könne. «Er ist aber auch der richtige Mann, um dem einen oder anderen Führungsspieler, der sich vielleicht im Moment mehr mit sich selbst beschäftigt als mit seiner Leistung, im Zweifel mal Bescheid zu stoßen», meinte Ertel mit Blick auf Rafael van der Vaart.

Der Kapitän begrüßte seinen Landsmann schon mit warmen Worten, auch wenn beide in der Nationalmannschaft nicht immer gut zurechtkamen. Gegen Fürth muss van der Vaart nach den schlechten Liga-Auftritten in Dortmund (2:6) und gegen Bremen (0:2) beweisen, dass der HSV noch Erstliga-tauglich ist und er die Bezeichnung Führungsspieler verdient.

«Der Gegner ist nicht leicht», gab Cardoso zu bedenken, «für uns ist das Spiel eine ganz wichtige Sache. Es geht um viel Geld.» Für den Einzug ins Achtelfinale kämen mit mindestens einer halben Million Euro dringend benötigte Einnahmen in die leere Kasse. Nach dem Ausfall von Tomas Rincon (Kieferbruch) sind Milan Badelj und Maximilian Beister mit starken Prellungen angeschlagen.

Ertel im NDR

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