24. Oktober 2013

Zlatanisch: Ibrahimovic und Ronaldo schießen sich warm

Anderlecht (dpa) - «Magisch», «genial», «zlatanisch»: Nach der Vier-Tore-Show des Zlatan Ibrahimovic überschlugen sich die französischen Medien mit Lob.

Anführer
Zlatan Ibrahimovic ist bei PSG und der Nationalmannschaft der wichtigste Spieler. Foto: Thierry Roge
dpa

Das Sportblatt «L'Équipe» druckte riesengroß auf Seite eins das berühmte «Z» des «Zorro» und schrieb: «Z wie Zlatan». Die Hauptstadtzeitung «Le Parisien» titelte nach der grandiosen Vorstellung des 32-jährigen Schweden beim 5:0 von Paris St. Germain in Anderlecht: «Abracadibra!»

Und noch ein anderer Fußballstar verzauberte in einer torreichen Champions-League-Nacht seine Fans. Cristiano Ronaldo führte Real Madrid mit zwei Toren zum 2:1-Sieg gegen Juventus Turin. Die beiden Ausnahmeprofis schossen sich damit ähnlich wie Bayerns Top-Mann Franck Ribéry warm für die Playoffs um die WM-Qualifikation. Im direkten Duell trifft Ibrahimovic mit Schweden am 15. und 19. November auf Ronaldos Portugiesen.

Nicht nur Frankreich schwärmte über Ibrahimovic. Nach seinem dritten Treffer zum 3:0-Halbzeitstand, einem 30-Meter-Hammer in den Torwinkel, wurde der schwedischer Angreifer sogar von den Fans des RSC Anderlecht bejubelt. «Das war unglaublich, fantastisch, mir ist der Schauer über den Rücken gelaufen. Das war eine große Ehre, so etwas kommt nicht alle Tage vor», sagte Ibrahimovic. Sein Faible für spektakuläre Tore, spätestens seit dem Jahrhundert-Fallrückzieher gegen England bekannt, bestätigte er erneut eindrucksvoll.

Während Teamkollege Blaise Matuidi von einem «Monument des Fußballs» sprach, nannte PSG-Trainer Laurent Blanc den Star «die Lokomotive des Teams». Ibrahimovic sei nicht nur in exzellenter Form und schieße viele Tore, er habe sich auch zum Leithammel entwickelt.
«Er zieht die Mannschaft mit und hinauf. Für einen individuellen Spieler wie ihn ist das eine Qualität, die er hinzugewinnt», sagte Blanc. Mit drei Siegen aus drei Spielen ist Paris als Spitzenreiter der Gruppe C auf Achtelfinalkurs.

Ibrahimovic ist der elfte Spieler in der Geschichte der Champions-League, dem in einer Partie vier Treffer gelangen - damit befindet er sich in Gesellschaft von Stars wie Lionel Messi, Ruud van Nistelrooy und Andrej Schewtschenko. Der bis dahin letzte Spieler, der dieses Kunststück vollbrachte, war BVB-Profi Robert Lewandowski. Der Pole traf im Halbfinale der vorigen Saison beim 4:1 von Borussia Dortmund gegen Real Madrid viermal. Mario Gomez waren beim 7:0 des FC Bayern gegen Basel im März 2012 ebenfalls vier Tore geglückt.

Ronaldo überragte beim Sieg seiner Madrilenen gegen Juventus Turin. Die Sportzeitung «Marca» ernannte ihn bereits zum «Herrn von Europa». Vor dem 1:0 umspielte er Turins Torhüter Gianluigi Buffon und traf aus spitzem Winkel, den 2:1-Endstand erzielte er noch vor der Pause per Elfmeter. Mit 57 Toren liegt der Portugiese jetzt auf Rang drei der besten Champions-League-Schützen hinter Raúl (71) und Messi (63). Dank Ronaldo ist Real in Gruppe B nach drei Spielen verlustpunktfreier Spitzenreiter. Dahinter liegt Galatasaray nach einem 3:1-Heimerfolg gegen den FC Kopenhagen.

PK Laurent Blanc

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